
- Geldanlage mit Fest- und Tagesgeld - André Maßmann
Bei fast jeder Umfrage, die zu den Themen Sparen und Geldanlage veröffentlicht wird, platzieren sich Festgeld und Tagesgeldkonto auf den vorderen Rängen. Die Zahlen lassen allerdings keine Rückschlüsse zu, ob beide Produkte parallel zum Einsatz kommen oder ob die Sparer und Anleger einer Entweder-oder-Mentalität folgen. Sinn würde es ergeben, sowohl Festgeld als auch Tagesgeld in die Finanzplanung einfließen zu lassen. Dafür sorgen die kleinen, aber feinen Unterschiede bei den Anlagekonditionen.
Rentable und flexible Geldanlage
Das Tagesgeldkonto gilt als flexibelste Form der Geldanlage, weil jederzeit in voller Höhe über das Guthaben verfügt werden kann. Die Festgeldanlage hingegen ist starr und wird auf einen fixen Zeitrahmen gespannt: Von wenigen Tagen, was angesichts der Verzinsung eher uninteressant ist, bis hin zu mehreren Jahren. Auf der anderen Seite bietet Festgeld mit zunehmendem Anlagezeitraum bisweilen deutlich höhere Zinssätze als Tagesgeld. Statt jetzt Rendite und Flexibilität gegeneinander abzuwiegen, sollte versucht werden, beides unter einen Hut zu bringen, um einerseits die Handlungsfähigkeit zu wahren und andererseits den größtmöglichen Gewinn zu erzielen.
Möglich ist die Kombination aus Fest- und Tagesgeld in der Regel jedoch erst, wenn eine bestimmte Grundsumme gespart wurde. Denn fast alle Banken verlangen für die Festgeldanlage einen Mindestbetrag von durchschnittlich 2.500 Euro. Lediglich die Bank of Scotland verzichtet auf derlei Vorgaben (Stand: September 2011) und erlaubt, einen frei wählbaren Betrag auf das Festgeldkonto umzubuchen. Ausgehend davon, dass ein Mindestanlagebetrag erforderlich ist, sollten Sparer vor allem zwei Punkte klären: Welcher Betrag muss investiert werden, und welche Summe ist für längere Zeit entbehrlich, ohne die in der heutigen Zeit nötige Flexibilität zu verlieren?
Festgeld: Laufzeit bewusst wählen
Blindlings einen höheren Betrag anzulegen, birgt zu viele Gefahren und Unwägbarkeiten. Ein gewisser Rückhalt sollte jederzeit vorhanden sein, um auch auf unerwartete und höhere Ausgaben vorbereitet zu sein. Dieser „Notgroschen“ wird idealerweise auf dem Tagesgeldkonto belassen. Bleibt ausreichend Kapital, das als Festgeld investiert werden kann, stellt sich die Frage nach dem geeigneten Anlagezeitraum. Entscheidend ist das aktuelle Zinsniveau. Wenn zu viel Bewegung im Markt ist und die Zinsen eher niedrig sind, gilt Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr als optimal. Bei einer sehr hohen Verzinsung bieten sich auch längere Zeiträume an. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass der Betrag erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit wieder verfügbar ist.
Zinsvorteile beim Festgeld
Die Vorteile, Fest- und Tagesgeld zu kombinieren, lassen sich am einfachsten anhand von Zahlen darstellen. Verzinst die Bank Tagesgeld mit 2,50 Prozent pro anno und Festgeld über zwölf Monate mit 3,00 Prozent, ergibt sich eine Differenz von immerhin 0,5 Prozentpunkten. Umgerechnet auf einen Anlagebetrag von 2.500 Euro erzielt der Sparer eine um 12,50 Euro höhere Rendite (vor möglichen Steuern). Das Problem, dass die Festzinsvereinbarung bei steigenden Zinsen zum Nachteil gereicht, lässt sich zwar nicht umgehen. Dafür profitieren Sparer auf dem Tagesgeldkonto nach wie vor vom höheren Zins. Zudem sind die Zinssprünge nicht so groß, dass sich innerhalb eines Jahres gravierende Unterschiede ergeben.
