
- Hiddensee mit Leuchtturm - Michael Nitzschke
Vor der Westküste Rügens liegt die kleine Insel Hiddensee, knapp 19 Quadratkilometer groß aber von atemberaubender Schönheit. Die Einheimischen haben ihr den Namen „Sötes Länneken“ gegeben, auf Hochdeutsch „süßes Ländchen“.
Wer Ruhe sucht, der findet sie hier garantiert, denn die Insel ist frei von Autoverkehr. Wie zu Großvaters Zeiten erkundet man das Eiland zu Fuß, mit der Pferdekutsche oder, etwas moderner, mit dem Fahrrad.
Das ist überhaupt kein Problem, denn an der schmalsten Stelle sind es gerade einmal 250 Meter von Ufer zu Ufer, an der breitesten Stelle etwa 3,7 Kilometer und die Länge beträgt maximal knappe 17 Kilometer. Wanderer, die gut zu Fuß sind, können Hiddensee durchaus an einem Tag erkunden.
Die etwa 1300 Bewohner sehen sich in der Saison oft einer viel höheren Zahl an Feriengästen und Tagesbesuchern gegenüber.
Von Rügen, Stralsund oder Zingst nach Hiddensee
Natürlich gibt es die Möglichkeit Quartier auf der Insel zu beziehen, doch sind die Angebote eingeschränkt. Glücklicherweise hat man auf den Bau größerer Hotels verzichtet, die hätten den Zauber der Insel zunichte gemacht. So sind die meisten Gäste Tagesbesucher, die vom Festland oder von Rügen kommen.
Zu erreichen ist Hiddensee nur über das Wasser. Die bequemste aber auch die teuerste Variante sind die Wassertaxis, die man telefonisch buchen kann und die von Schaprode und Stralsund fahren. Bis zu 20 Personen passen auf die Schiffe.
Am meisten genutzt sind jedoch die Fähren von Schaprode auf Rügen, die etwa sieben mal täglich die Orte Vitte, Kloster und Neuendorf auf Hiddensee ansteuern. Je nach Zielort dauert die Überfahrt 30 bis 45 Minuten.
Wesentlich länger ist man per Schiff von Stralsund, Zingst und Wiek aus unterwegs. Doch im Sommer, wenn die Tage länger sind, lohnt auch dann ein Tagesausflug.
Da die Insel autofreie Zone ist, müssen die Fahrzeuge auf Rügen oder dem Festland abgestellt werden. Dort sind in Hafennähe genügend Parkplätze vorhanden, natürlich gegen Parkgebühren.
Wandern zu Dornbusch, Leuchtturm und Steilküste
Die Insel Hiddensee bietet viel, ob wandern, baden, Sport treiben oder auch Museumsbesuche, alles ist hier möglich.
Natürlich möchte sicher jeder in der Ostsee baden. Auf Hiddensee gibt es ideale Sandstrände, die teilweise auch für FKK freigegeben sind.
Für Wanderungen bietet sich ein Inselrundgang an. Auf keinen Fall sollte man auf den Besuch des Nordteiles der Insel mit dem Dornbusch und den Leuchttürmen verzichten. Besonders der 28 Meter hohe Leuchtturm auf einem 72 Meter hohen Hügel im Hochland von Kloster ist das Wahrzeichen der Insel. Eingeweiht wurde er im Jahre 1888.
Der Dornbusch, eine Hügellandschaft mit vielen botanischen Seltenheiten, gilt als der markanteste Teil der Insel. Früher war er stark bewaldet, doch heute sind davon nur Reste geblieben.
Sehr interessant und lehrreich ist auch eine Wanderung entlang der Steilküste.
Segeln, Surfen oder ein Museumsbesuch
Wer sich sportlich betätigen möchte, hat auf Hiddensee reiche Auswahlmöglichkeiten. Wandern und Rad fahren wurden schon erwähnt, die Insel bietet dafür nicht zuletzt wegen des fehlenden Autoverkehrs ideale Voraussetzungen.
Es geht aber auch auf vier Beinen, nämlich per Ausritt auf einem Pferd. Der Fuhrmannshof Neubauer in Kloster nimmt Anmeldungen dafür entgegen.
Natürlich kann man auf der Ostseeinsel Hiddensee auch surfen oder segeln, wobei die Westseite der bessere Teil für diesen Sport ist. Die Surfschule in Vitte bietet Schnupperkurse und Segeltörns an.
Wer es ruhiger möchte, kann in den Küstengewässern die Angel auswerfen. Voraussetzung ist das Einholen einer Angelberechtigung.
Nicht zuletzt hat Hiddensee auch viel Kultur im Angebot. Das Heimatmuseum, das Gerhart-Hauptmann-Haus und das Nationalparkhaus zeigen jede Menge Wissenswertes und Sehenswertes zur Insel und seinen Bewohnern.
