Tanabata – das Sternenfest in Japan

Sommer-Milchstraße - Adolf Riess
Sommer-Milchstraße - Adolf Riess
Am 7. Juli jeden Jahres wird in Japan Tanabata - „siebenter Abend" - gefeiert, ursprünglich am 7. Tag des 7. Monats des Mondkalenders.

Die Grundlage des Sternenfestes liegt in einem Mythos chinesischen Ursprungs begründet - gleichzeitig aber auch in der Astronomie.

Mythologischer Hintergrund

Die heute wissenschaftlich betriebene Astronomie beruht ursprünglich auf den Mythen, die sich um die Himmelsobjekte gebildet haben. Die Geschichte zu Tanabata, dem Sternenfest, ist chinesischen Ursprungs und stammt schon aus der Edozeit (1603-1868).

Es geht – wie so oft – um die Geschichte zweier Liebender: Hier geht es um den Rinderhirten Hikoboshi und Orihime, die Tochter des Himmelsgottes Tentei. Hikoboshi hat seine Kühe gehütet und Orihime hat fleißig Stoff für die Kleider der Götter gewebt. Da sie immerzu webt, fehlt ihr die Zeit, um jemanden zu treffen, in den sie sich verlieben kann. Dadurch ist Orihime sehr traurig und ihr Vater, der sich natürlich um sie sorgt, arrangiert für sie aus diesem Grund ein Treffen mit Hikoboshi, der täglich auf der anderen Seite des himmlischen Flusses Amanogawa Kühe hütet. Als die zwei sich begegnen, verlieben sie sich sofort in einander und heiraten kurz darauf.

Aber nach ihrer Heirat werden die Liebenden, bedingt durch ihre starke Zuneigung füreinander, nachlässig: Orihime webte keine neuen Kleider mehr und Hikoboshi gab nicht mehr auf die Kühe acht. Also hat Tentei die beiden auf verschiedene Seiten des großen Himmelsflusses verbannt. Aber natürlich hat das auch nicht viel geholfen - denn nun waren sie zu traurig, um ordentlich zu arbeiten. Deshalb dürfen sich die beiden einmal im Jahr, am 7. Tag des 7. Monats treffen. Allerdings gab keine Brücke über Amanogawa. Als sie sich also das erste Mal treffen wollten klappte es nicht und Orihime hat soviel geweint, dass ein großer Schwarm Elstern angeflogen kam und versprach, mit ihren Flügeln eine Brücke zu bilden. Das würden sie auch in Zukunft jedes Jahr tun - allerdings nur, wenn es an diesem Tag nicht gerade regnet. Deshalb beten die Menschen am Festtag um gutes Wetter, damit sich die beiden Liebenden treffen können.

Astronomischer Hintergrund

Der 7. Tag des 7. Monats des Mondkalenders entspricht eigentlich eher dem 7. August, vielerorts ist man aber dazu übergegangen, das Fest am 7. Juli – als am 7. Tag des 7. Monats des gregorianischen Kalenders – zu begehen.

Die zwei Sterne Wega (Sternbild Leier) und Altair (Sternbild Adler) sind getrennt durch die Milchstraße sowie die Dunkelwolken des nördlichen Kohlensacks. Gemeinsam mit dem Stern Deneb bilden sie das Sommerdreieck, das zum 7. Tag des 7. Monats des Mondkalenders am höchsten am Sommerhimmel steht.

In der vorangehenden Geschichte entspricht also Orihime dem Stern Wega und Hikoboshi dem Stern Altair. Der die beiden trennende Himmelsfluss ist unsere Milchstraße und der Schwarm Elstern entspricht den Dunkelwolken.

Feierlichkeiten

Tanabata ist ein sehr buntes Fest: Die Straßen sind mit bunten Papierlaternen geschmückt, an denen sich lange Papierstreifen befinden, die die Fäden der Weberinnen symbolisieren. Außerdem gibt es papierne Dekorationen in Form der Milchstraße und Sternen, aber auch Pferde- und Kuhfiguren aus Papier oder andere papierene Dinge wie Kimono, Kraniche oder bunte Banner.

An diesem Tag werden auf bunten Papierstreifen poetische Wünsche geschrieben und an Bambusstangen befestigt - aufgehängt im Garten oder am Hauseingang - in der Hoffnung, dass sie in Erfüllung gehen. Dabei unterscheiden sich die Wünsche von größerem Erfolg in Arbeit und Schule, bis hin zur Verbesserung der eigenen Fertigkeiten oder die Erfüllung von Träumen und Wünschen für die Zukunft. Nach Mitternacht werden sie oft verbrannt.

Außerdem finden zu Tanabata auch häufig Umzüge mit Musik und Tanz statt, dies dann aber meist eher am Wochenende.nach dem eigentlichen Festtag. Dabei werden die Straßenzüge, in denen getanzt und gesungen wird, meist sehr großzügig dekoriert, da man mittels der Dekoration auch um bestimmte Verdienste und Glück bittet.

Quellen: Kleiner-Kalender.de, Scienceblogs.de, Embjapan.de, TeeundMochi.blogsport

Christina Helm, Christina Helm

Christina Helm - Magister Artium (M.A.) in systematischer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Klassischer Literaturwissenschaft. Freie ...

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