Tannenzapfenfisch aus dem Pazifik brummt und leuchtet

Tannenzapfenfisch aus Japan, Monocentris japonic - Gerhard Ott
Tannenzapfenfisch aus Japan, Monocentris japonic - Gerhard Ott
Fische sind nicht stumm, wie ein Fisch im Wasser. Japanische Fischkundler erforschten die Sprache der Tannenzapfenfische.

„Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen“, heißt es in einem Weihnachtsgedicht von Theodor Storm. Weder kannte der Tannenzapfenfisch diesen Vers noch der Dichter von Küste der Nordsee den Tannenzapfenfisch. Und dennoch leuchtet der Fisch und lässt seine Stimme erklingen.

Warum heißen Tannenzapfenfische so?

Die großen knöchernen Schuppenplatten führten zu dem Namen. Wie die Schuppen der Tannenzapfen die Baumsämerei bedecken die Fischschuppen den Körper. Im Englischen werden sie auch pinecone fishes genannt, weil Körperform und Oberfläche einer Ananasfrucht ähneln. Die Fische erreichen etwa zwölf bis fünfzehn Länge.

Tannenzapfenfische leben im Meer und haben Leuchtorgane

Das Verbreitungsgebiet der Fische aus der Familie Monocentridae ist ozeanisch. Von den afrikanischen Küsten des südöstlichen Atlantik über den Indischen Ozean über die asiatische Inselwelt bis in Pazifik sind die Arten verbreitet. Obwohl sie oft als Tiefseefische bezeichnet werden, sind meisten Spezies nur am Kontinentalschelf bis zu etwa 150 Meter Tiefe zu finden.

In Tiefen von mehr als 50 Metern dringt nicht mehr viel Licht der Sonne. Bis auf eine Art (Monocentris reedi) haben die Vertreter der Gattung Monocentris deshalb im Laufe der Evolution Leuchtorgane entwickelt. Die Art Monocentris japonica hat an den Wangen, etwa am Unterkiefer auf jeder Seite ein solches Leuchtorgan. Mit Hilfe von Bakterien, die in den Zellen der Fische leben, wird Licht erzeugt. Biolumineszenz nennt der Zoologe dieses Phänomen. Der japanische, Tannenzapfenfisch lockt mit seinen Lampen Garnelen an, die er dann verspeist.

Leuchtende Tannenzapfenfische machen Geräusche

Fische sind nicht so stumm, wie das Sprichwort sagt. Auch von den Tannenzapfenfischen wurde vermutet, dass sie Geräusche von sich geben können. Fischer berichteten, dass die Fische, wenn sie in der Hand gehalten werden brummen und vibrieren. Vier Forscher von japanischen Universitäten und Instituten haben die Geräusche und dazugehörigen Organe erforscht. Die japanischen Tannenzapfenfische leben in kleinen Gruppen in Wassertiefen von etwa 30 bis 100 Metern an den Küsten Nippons.

Die Forscher fanden heraus, dass die Geräusche aus rund 40 Impulsen von je etwa 100 Millisekunden Dauer bestehen. Die akustische Frequenz wurde mit Werten von 100 bis 600 Hz gemessen. Hertz ist die physikalische Maßeinheit für Frequenz. Ein Hertz entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Die Stimme des Tannenzapfenfisches ertönt im unteren Bereich des menschlichen Hörvermögens, welches maximal von 15 bis 20.000 Hz reicht.

Keine Stimmbänder, aber Muskeln und Schwimmblase

Fische haben keine Stimmbänder. Die Japaner fanden heraus, dass die Geräusche des Tannenzapfenfisches mit Muskeln, die an der Schwimmblase der Fische befestigt sind, erzeugt werden. Männchen und Weibchen erzeugen die gleichen Töne. Zur Anlockung der Geschlechter in lichtlosen Tiefen dienen sie offensichtlich nicht. Da die Töne des Tannenzapfenfisches immer in Verbindung mit Abwehrhaltungen der dornigen unpaaren Flossen stehen, schließen die Fischkundler auf eien Funktion als Abwehrgeräusche.

Gegen die japanischen Essgewohnheiten hilft das nicht. Im Süden Japans werden die Fische in Essig eingelegt oder überbacken und mit Sojabohnensuppe gegessen.

Quelle (u.a.):

Atsushi Onuki, Tatsuya Takizawa, Naoyuki Yamamoto & Hiroaki Somiya: Sound Characteristics and Sonic Motor System in the Pineconefish, Monocentris japonica (Beryciformes: Monocentridae). – In: Copeia No. 4 December 17, 2010, pp. 531-539

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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