Tanz des Jahres 2010: Tango

Feurig, erotisch, leidenschaftlich: die Eigenschaften des Tanzes

Er ist wohl einer der ausdrucksstärksten, aufregendsten und auch beliebtesten Tänze der Welt: der Tango.

Nachdem das Tanzjahr 2009 in Deutschland ganz im Zeichen des Salsa stand, ist der Tanz des Jahres 2010 der Tango. Das beschloss der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband (ADTV). Feurig, leidenschaftlich, erotisch oder gefühlvoll: Die Attribute, die dem Tango verliehen werden, sind vielfältig. Mit einem geraden 2/4 oder 4/8-Takt ist der Tanz auf der ganzen Welt verbreitet. Unverwechselbar und einzigartig ist der Tango vor allem durch seine synkopierten Rhythmusmotive. Getanzt wird immer paarweise in einer enger Tanzhaltung mit viel Körperspannung.

Die Entstehung des Tango

Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Elendsquartieren der Hauptstädte Argentiniens und Uruguays Buenos Aires und Montevideo als ursprünglicher „Tango Argentino“. Der Tango war in Südamerika zunächst eine Underground-Musik der Armen und europäischen Einwanderer, wurde aber im Laufe der Zeit auch in der herrschenden Klasse immer beliebter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachten Reisende den Tanz nach Paris – mit großem Erfolg. Schnell eroberte der Tango auch viele andere europäische Metropolen.

Nach dem ersten Weltkrieg präsentierte sich der Tango in Europa deutlich sanfter und langsamer, als der ursprünglich feurige „Tango Argentino“. Bis 1930 hatte sich der Tango nach zahlreichen Konferenzen endgültig zum Standardtanz entwickelt, der er heute immer noch ist. In den 70er und 80er Jahren fanden auch einige Elemente der modernen Popularmusik wie Gitarren und Schlagzeug den Weg in den Tango. In den 1990er Jahren setzte vor allem der Tango Argentino seinen Siegeszug weiter fort und wurde wie die lateinamerikanischen Tänzen Salsa oder Cha-Cha-Cha zu einem echten Modetanz.

Tango Argentino und Europäischer Tango

Unterschieden werden der ursprüngliche Tango Argentino und der heute als Standardtanz bekannte Europäische Tango. Auch wenn Buenos Aires und Montevideo noch immer die Hauptstädte des Tango sind, ist der Tanz inzwischen auf der ganzen Welt zu Hause. Die europäischen Tango-Metropolen sind Paris und Berlin. Neben seinem Status als Standardtanz hat der mit einigen Elektrobeats unterlegte Tango heute weltweit auch einen festen Platz in zahlreichen Clubs. Fest steht: Tango zu lernen und diesen auch ausgiebig zu tanzen ist In. In vielen kleinen und großen Tanzschulen und Workshops kann der Tanz erlernt werden.

Einen echten Dresscode gibt es beim Tango nicht. Lackschuhe sind nicht erforderlich, auch die zum klassischen Tango-Klischee gehörende Rose zwischen den Zähnen ist nicht (mehr) nötig. Die traditionelle Verteilung der Tanz-Rollen ist allerdings geblieben: Der Mann führt, die Frau lässt sich führen.

UNESCO-Weltkulturerbe Tango

Im Oktober 2009 hat der Tango als UNESCO-Weltkulturerbe sogar die Aufnahme in die Liste der schützens- und erhaltenswerten Künste und Traditionen gefunden. Eine Auszeichnung, die bisher nur ganz wenigen Tänzen zuteil geworden ist. Mit dieser Auszeichnung will die UNESCO die große Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen erhalten.

Andreas Neustadt, Andreas Neustadt

Andreas Neustadt - Bereits seit 1997 bin ich als Journalist tätig. Nach einem Praktikum in einer Lokalredaktion der Elbe-Elster-Rundschau begann ich ...

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