Tarifa - Mekka der Surffans

Die Costa de la Luz ist ein hervorragendes Surfgebiet

Fähre nach Tanger - Julia Strelow
Fähre nach Tanger - Julia Strelow
Besonders zwischen Oktober und Mai herrschen in der Gegend um Tarifa ideale Surfbedingungen. Jedoch sind Afrika und seine Armut zum Greifen nah.

Tarifa, der südlichste Punkt des europäischen Festlandes, steht seit nunmehr gut 10 Jahren ganz im Zeichen der Kitesurfer. Unzählige Shops für Ausrüstung und Bekleidung säumen nicht nur die Hauptstrasse. Junge Leute aus aller Welt strömen in Discos, Döner- und Kebabläden und die vielen kleinen Läden im Hippielook, die neben Schmuck und Räucherstäbchen auch Selbstgeschneidertes anbieten.

Zwischen Costa del Sol und Costa de la Luz

Vom Flughafen Malaga aus Richtung Tarifa fahrend, sind etliche Bausünden zu bestaunen, die leer stehen, anscheinend Investmentprojekte. Danach liegt links der Nobelort Marbella, Tummelplatz der Reichen und Schönen. Nach Alceciras hat man noch 16 Kilometer in den Bergen zu bewältigen, danach geht es runter nach Tarifa.

Strände von Tarifa bis nach Cádiz

Unter Europas Kitesurfern hat sich längst herumgesprochen, dass Surfen sonst nirgendwo so günstig ist wie in der Gegend um Tarifa. Unzählige Surfschulen bieten Kurse an. Weht der Wind in Tarifa zu stark, gibt es etliche Ausweichmöglichkeiten an den kilometerlangen Stränden in Richtung Cádiz. Als da wären Barbate, Zahara de los Atunes oder Bolonia, dessen Strand zu einem der schönsten Europas zu zählen ist. Als idealer "Spot" gilt der Küstenort Canos de Meca, da hier die Wellen gleichmäßiger sind als vor Tarifa. Jedoch nicht unbedingt für Anfänger zu empfehlen, da dort starke Strömungen herrschen.

Levante und Poniente

Der Levantewind weht aus östlicher Richtung und sorgt für gemäßigte Wellenbedingungen, der Ponientewind kommt aus Westen und erfreut die Wellenreiter. Er wird besonders beschleunigt durch die Meerenge von Gibraltar. Im Winter mehren sich die Atlantikstürme, daher ist die beste Saison zwischen Oktober und Mai. Wellen zwischen 1,5 Metern und 3 Metern sind keine Seltenheit.

Tarifa's trauriges Gesicht

Von Tarifa nach Tanger sind es lediglich 14 Kilometer, an klaren Tagen scheint Afrikas Küste zum Greifen nah. Zum stolzen Preis von 55 Euro kann man mit dem Schnellboot innerhalb von 30 Minuten übersetzen - ein Katzensprung. Trotzdem trennen diese beiden Städte Welten. Auch wenn Tanger als einzige Künstlerstadt Marokkos gilt, ist die Armut hier erschreckend. So ist es kein Wunder, dass immer wieder verzweifelte Flüchtlinge versuchen, das so nah scheinende Europa zu erreichen. Tanger zieht vor allem Flüchtlinge an, man schätzt die Zahl derer, die in großer Armut leben, auf etwa eine Million.

Etliche versuchten, das so verlockend erscheinende Europa auf dem Wasserwege zu erreichen und ertranken jämmerlich. Dies ist das traurige Gesicht von Tarifa, das nicht offen gezeigt wird, um die einträglichen Touristenströme nicht zu vergraulen. So wurde das Holzkreuz, das an die ertrunkenen Flüchtlinge, die es nicht lebend durch die Meerenge geschafft haben, auf einem Berg in der Nähe von Tarifa errichtet.

Julia Strelow, Stephan Wallocha

Julia Strelow - Autorin der Bücher: "Ratgeber Nachhilfe - Informationen, Adressen, Berichte" sowie "Jetzt sind wir dran?! - Frauen in der ...

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