
- Tarp Surfing - Hai-Xang/Flickr.com
Junge Leute sind stets auf der Suche nach neuen Ideen. Alles ist im Fluss, vieles Altbewährtes wird auf den Prüfstand gehoben und manches anders bewertet. Dies gilt auch und gerade im Sport, wobei sich häufig immer wieder einmal frische Ansätze finden und ab und an eine bislang unbekannte Sportart entdeckt wird. So geschehen beim Tarp Surfing, aus einer (coolen) Idee geboren und praktiziert aus Lust und Laune.
Surfen auf und unter der Plane
Beim Tarp Surfen wird keiner nass, es sei denn, es regnet, und vor dem Ertrinken oder vor Haifischbissen ist man auch vollkommen sicher. Andererseits kann man sich hierbei Schürfwunden oder Knochenbrüche sehr viel leichter holen als auf dem Wasser. Weder ein See noch ein brandungsreiches Meer vor der Haustür ist vonnöten, denn das Gleiten durch den Wellenkanal findet an Land statt. Um die neue Sportart auszuüben, ist nur eine große, wenn möglich blaue, Plane wie etwa die Abdeckplane eines großen Lkw erforderlich sowie ein Surfbrett mit Rollen und ein genügend großer Platz.
Tarp Surfing – Heimat in Australien und Amerika
Ganz neu ist diese Art des Wellenreitens nicht. Schon in Australien und Amerika übten sich junge Leute in diesem coolen Freizeitspaß. In Europa bekannt wurde Tarp Surfing erst im Sommer 2010, nachdem ein Team junger Männer aus Santa Cruz in Kalifornien ein Video über ihre neue Sportart gedreht hatten und dieses Mitte Juli in rasender Geschwindigkeit über You Tube im Internet verbreitet wurde. Binnen weniger Tage wurde es 1,5 Millionen Mal angeklickt.
Offizielles Tarp Surfing Team in Bremerhaven
Eine kleine Gruppe junger Studenten aus Bremerhaven hörte von der Trend- und Funsportart und gründete das erste Tarp-Surf-Team in Deutschland. Mit einem eigenen Video, auf dem mitzuerleben ist, mit welcher Meisterschaft sie ihr sportliches Metier beherrschen, machten sie diese Kunst der Fortbewegung bekannt und setzten ihren eigenen Trend.
Echte Surfer sind die Urheber
Genau wie die Jungs aus Santa Cruz sind auch die Studenten aus Bremerhaven auf echten Wellen unterwegs. Das euphorische Gefühl beim Gleiten durch die Wellenröhre stellt sich auch auf der Straße oder dem Parkplatz ein, versichern beide Teams, auch wenn am Ende des „Tube“ nicht der weite Ozean, sondern nur schnöder Asphalt wartet.
Auf die Welle kommt es an
Damit das Feeling auch stimmt, wird eine große blaue Plane verwendet, welche mit dem richtigen Drive so gezogen werden muss, um die ideale Röhre für den Fahrer auf dem Skateboard zu erzeugen. Das ist eine Kunst für sich und kann nur durch häufiges Probieren ausgetüftelt werden. Obwohl es kinderleicht aussieht, wenn der Surf Puller, bei den Bremerhavenern Wave Master genannt, eine Ecke der Plane ergreift und durch schnelles Laufen parallel zum Surfer durch den Luftzug die Röhre erzeugt, müssen die äußeren Bedingungen wie der Wind genau eingeplant werden. Auch das Fahren auf dem Skateboard wird leicht unterschätzt. Anfängern sei deshalb der übliche Schutz für Knie, Ellenbogen, Hände und Kopf anzuraten. Nicht nur die Ausführenden erleben einen Adrenalinkick. Auch das bloße Zuschauen macht Vergnügen. Deshalb ist zu hoffen, dass sich aus dem Insidervergnügen bald auch hier ein Trendsport entwickeln wird. Eine Riesenwelle sozusagen.
Bildnachweis: Hai-Xang/Flickr.com
