Tastaturlayout – QWERTZ oder DVORAK oder NEO?

Jeder benutzt eine Tastatur, ob am Computer oder auf der Schreibmaschine. Jede hat ein spezifisches Tastaturlayout. Warum gibt es davon verschiedene?

Jeder kennt die Tastatur, mit der Texte in einen Computer eingegeben werden. Die Tastatur wurde von den Schreibmaschinen übernommen. Dort diente sie dazu, Texte mit einem Haken und einem Farbband auf das dahinter liegende Papier zu drücken. Die Tasten wurden so angeordnet, dass die Haken der Buchstaben sich beim Schnellschreiben möglichst nicht verhakten. Dieses Problem gibt es bei den heutigen Computertastaturen nicht mehr. Deshalb entwickelt man immer wieder neue Tastaturlayouts. Die neuen Layouts wollen entspannender für die Finger sein und die Tippgeschwindigkeit gleichzeitig erhöhen.

Was ist ein Tastaturlayout?

Das Tastaturlayout ist die Anordnung der Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen, Sonderzeichen und Steuerzeichen auf der Tastatur. Heute kennt und benutzt fast jeder im deutschen Sprachraum das QWERTZ-Layout. Wer aus dem englischen Sprachraum kommt, kennt das QWERTY-Layout. Beide Namen sind die Abfolge der Buchstaben die in der oberen Buchstabenreihe von links nach rechts aufeinander folgen.

Bis in die 1860er Jahre wurden die Buchstaben auf einer Schreibmaschine alphabetisch angeordnet. In den 1860ern ordnete Christoph Latham Sholes die Buchstaben auf der Schreibmaschine neu an. Er verteilte die Buchstaben unter technischen Gesichtspunkten. Die Buchstaben, die am häufigsten verwendet wurden, sollten möglichst weit auseinander gelegt werden. So sollte beim Schreiben verhindert werden, dass sich die Haken, die die Buchstaben aufs Farbband schlugen, verhakten. Zu Sholes Zeit war das Suchschreiben üblich. Blindschreiben oder Zehnfingerschreiben, wie es heute gelehrt wird, war unbekannt.

Legende zum QWERTY-Standard

Neben Sholes' Layout gab es weitere Tastaturlayouts. Die Frage, warum sich QWERTY durchgesetzt hat, ist nicht eindeutig zu beantworten. Eine Legende erzählt, dass die Entscheidung in Cincinnati (USA) fiel. Bei dem Schreibwettbewerb gewann Frank McGurrin am 25. Juli 1888 das Schnellschreiben, weil er blind mit zehn Fingern tippen konnte. Der Sieg wurde jedoch dem Tastaturlayout zugeschrieben und nicht McGurrins Fähigkeit.

Suchschreiben und Schnellschreiben

Ursprünglich wurden Schreibmaschinen mit dem Suchschreiben bedient. Dabei suchten die Typisten jeden benötigten Buchstaben erneut heraus. Diese Technik war langsam und ineffizient. McGurrin war einer der Ersten, die blind tippten. Blind tippen bedeutet, dass man die Lage der Tasten auswendig kennt. Weil nicht ständig zwischen der Tippvorlage und der Tastatur hin und her geschaut werden muss, erhöht sich automatisch die Tippgeschwindigkeit. Die Tippgeschwindigkeit wird in Anschlägen oder Worten pro Minute angegeben. Heute wird im Rahmen des Schulunterrichts das Blindschreiben oder Maschinenschreiben gelehrt.

Variationen von QWERTY

QWERTY wird im anglophonen Sprachraum verwendet, im deutschen die Variation QWERTZ. Hier tauschte das Z mit dem Y. Darüber hinaus finden sich Satzzeichen und Sonderzeichen an anderen Stellen wieder. In Frankreich und Belgien hat sich das AZERTY-Layout durchgesetzt. A wurde mit Q getauscht, Z mit W und einige andere Buchstaben mehr. Großteils bleiben bei beiden Alternativen die Originalbelegungen intakt.

Alternativen zu QWERTY

Nachdem die verhakenden Buchstaben der Schreibmaschine auf der Computertastatur nicht mehr gegeben sind, finden sich immer wieder Vorschläge für ergonomischere Tastaturlayouts. DVORAK ist eine Alternative zu QWERTY. DVORAK stammt von August Dvorak und William Dealey und wurde in den 1930ern entwickelt. Das Layout soll die Wege, die beim Tippen zurück gelegt werden, massiv verringern und die Finger entlasten. Gleichzeitig soll ein schnelleres Tippen möglich sein.

Eine weitere Alternative im deutschsprachigen Raum ist NEO. NEO bietet eine ergonomische deutsch Standardtastatur. Das heißt NEO ist auf die deutsche Sprache und deren Buchstabenhäufungen optimiert. Dieses Layout hat ebenfalls das Ziel entspanntes Tippen zu ermöglichen.

Der Vergleich zwischen den verschiedenen Tastaturlayouts ist schwierig. Das DVORAK-Layout ist heftig umstritten. Zusätzlich kann heute jeder sein eigenes Tastaturlayout definieren, mit dem er arbeiten möchte. Eine mögliche Methode, um die verschiedenen Layouts zu vergleichen, ist die Anzahl verschiedener Wörter, die auf der Basiszeile geschrieben werden können. In QWERTZ sind das 75, in DVORAK 1.400 und in NEO 3.600.

Warum setzt sich nichts gegen QWERTZ und QWERTY durch?

Bei der hohen Anzahl ergonomischerer Alternativen für das Tastaturlayout stellt sich die Frage, warum bis heute die unergonomische Form erhalten geblieben ist. Eine Antwort darauf gibt es nicht. Wie so oft dürfte der Grund in der Bequemlichkeit liegen. Wer QWERTZ gelernt hat, der müsste das Tippen noch einmal für DVORAK lernen. Gleichzeitig werden alle jungen Menschen nur für QWERTZ ausgebildet. Darüber hinaus sind die häufig benutzen Shortcuts (Strg + X, C, V) auf QWERTZ optimiert.

Barbara Fiedler - Guten Tag, ich bin Informatikerin. Zusätzlich habe ich bereits zu Schulzeiten journalistisches Schreiben bei der ...

rss