TATORT "Hundeleben" von 2004 aus Köln

Altbewährtes Komissarduo Ballauf/Schenk ermittelt im Altenheim

Klaus J. Behrend, Dietmar Bär - WDR
Klaus J. Behrend, Dietmar Bär - WDR
Das Altenheim "Abendrot" am Rande von Köln. Hier wird nicht nur Freddy Schenks (Dietmar Bär) Großmutter untergebracht. Man stolpert dabei auch über einen Mord. (Spoiler)

Die WDR-TATORT-Produktion "Hundeleben" von 2004 scheut es mal wieder nicht, aktuelle gesellschaftliche Missstände aufzugreifen. So steht der Pflegenotstand im "Abendrot" im Mittelpunkt des (üblicherweise) 90-Minüters.

WDR-TATORT "Hundeleben" von 2004 aus Köln

Freddy Schenks Oma ist also im besagten Altenheim untergebracht. Eine Bewohnerin ist gestorben und ihr Witwer gibt im Beisein des gewohnt ruppig auftretenden Kommissars von sich, dass der Tod seiner Frau wohl nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, es an Hilfe fehlte. Hirngespinnste eines verwirrten Hinterbliebenen? Dazu wird es erst einmal abgestempelt. Sei's drum! Erstmal werden Schenk und sein altbekannter Kollege, Dauersingle Max Ballauf (Klaus J. Behrend), vom Handballspiel mit Kollegen zum Mord an der Heimärztin Dr. Rose Lang gerufen. Sie wurde, wie im Film zu sehen, vor ihrem Arbeitsplatz von einem anderen Auto an ihres gequetscht (wobei sie dem Wagen einen Vorderscheinwerfer zertrümmerte) und nachher dann erschlagen. Wer hatte ein Motiv die allgemein beliebte, engagierte, immer wieder die Missstände in der Pflege anprangernde Ärztin zu töten. Ballauf und Schenk ermitteln, und werden dabei wie stets von ihrer jungen Sekretärin Franziska (Tessa Mittelstaedt) nach Kräften unterstützt, der wegen der vielen Überstunden auch schon mal der Kragen platzt.

Der Fall deckt wie gewohnt gesellschaftliche Missstände auf

Zum Fall: Da ist das in seinem Privatleben ob des stressigen Berufes völlig überforderte Altenpflegerpärchen Tatjana und Peter Riegelsberger (Anneke Kim Sarnau, Frank Köbe). Die Ehe funktioniert schon lange nicht mehr. Zudem hatte er zu ihrer festen Überzeugung eine Affäre mit der Getöteten. Als ein unterhaltsamer Handlungsstrang wird abseits dessen erzählt, wie Freddy den Hund der toten Ärztin, der beim Mord der einzige Zeuge war, zu sich nimmt ("Wenigstens so lange, bis er den Mörder überführen kann.") Alles deutet auf Tatjana Riegelsberger als Täterin. Denn: Sie war nicht nur eifersüchtig auf die Tote, sondern hatte auch sonst wegen Todesfällen und absolut angespannter Pflegesituation ein angespanntes Verhältnis zu Frau Dr. Lang.

Pflegenotstand im "Abendrot" fordert Tote

Als dann auch noch Konstantin Baumeister, der Altenheimfreund von Margot Schenk (Helga Göring), Freddys Oma, innerhalb kürzester Zeit stirbt, ist für die Kommissare klar, dass im Heim aus Personalmangel über Leichen gegangen wird. Sie finden heraus, dass Rose Lang die natürlichen Todesursachen auf den Totenscheinen der Gestorbenen angezweifelt hat, Obduktionen verlangte. Musste sie deshalb sterben? Wurde sie von Tatjana Riegelsberger deshalb getötet? Doch die hat ein Alibi mit ihrem Mann. Im Gespräch zwischen den beiden stellt sich aber heraus, dass sie genügend Zeit hatte, sich ihrer Rivalin zu entledigen. Die Kommissare finden das heraus. Aber es ist zu einfach.

Am Schluss werden zwei Täter verhaftet

Fakt ist: Noch ein anderer hatte ein Motiv zum Mord. Der ebenfalls im Heim lebende Ehemann der gestorbenen Bewohnerin. Er hatte vergeblich versucht, seiner sterbenden Frau Hilfe zu holen, hatte Dr. Lang beim Sex mit Peter Riegelsberger in der Besenkammer erwischt. Der neue tierische Kollege der Kölner Komissare erkennt ihn als den Mörder seines getöteten Frauchens. Aber auch Tatjana Riegelsberger hat Dreck am Stecken. Die Obduktion der toten Heimbewohner ergibt, das sie an einer medikamentösen Überdosis starben. Tatjana gesteht, die Taten aus Stress vollbracht zu haben. Und so sitzt sie am Ende mit ihrem Ex-Patienten im Polizeiauto. In eine Zukunft in Gefangenschaft ...

Regie – Manfred Stelzer, Buch – Nina Hoger, Kamera – Peter Przybylski und Musik – Lutz Kerschowski. Alles ist stimmig!

Christopher Dömges, Christopher Dömges

Christopher Dömges - Christopher Dömges alias Tork Pöttschke, *1980 in Dortmund, nach Besuch des Gymnasiums leben und arbeiten am Borsigplatz ...

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