Tauschen die Zukunftsfähige Wirtschaftsordnung

Gut leben, auch wenn der Geldbeutel „die Motten“ hat

Buch der INWO, Schweiz - INWO-Schweiz
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Anhand des „Talente" Tauschsystems werden die Vorzüge einer bewährten Warenzirkulation, die ohne Geld funktioniert, aufgezeigt.

"Biete selbstgesponnene Wolle gegen Mithilfe im Haushalt." So, oder ähnlich, könnte ein Angebot in einer "Marktzeitung", in dem die Währung zum Beispiel Talente, genannt wird, lauten. Getauscht wird so ziemlich alles, was von Wert ist, auch Häuser und Urlaubsmöglichkeiten. Tauschen ist nicht ortsgebunden und breitet sich in der momentanen allgemeinen Geldknappheit europaweit aus. Um Tauschbörsen ortsnah zu eröffnen, tun sich Leute, die tauschen wollen, zusammen.

Tauschen hat sich als Alternative zu Geldzahlungen bewährt

Urlaubsreif wird man schneller als gedacht. Aber was tun, wenn das nötige Kleingeld für jedwede Reise fehlt? Resigniert zu Hause bleiben oder frohgemut das Konto überziehen und in ganz großem Stil in die Ferne ziehen? Richtig ist, wie meist, der goldene Mittelweg, der sich in der ganz außergewöhnlichen Art bietet, seine Ferien zu finanzieren. Die Idee dafür kam schon in den dreißiger Jahren Zukunftsforschern in den Sinn und wird jetzt, in erneut wirtschaftlich schwierigen Zeiten, besonders von jungen Familien unter dem Motto: "Mit Tauschideen gegen die Krise", gerne angenommen. Sie wird von keinem Veranstalter oder der Bank angeboten, sondern von Menschen, die an einer gerechten Verteilung der „Lebensmittel“ interessiert sind. Mit neu geschöpftem, wertfreiem Geld (ein bedrucktes Stück Papier) bietet sich ihnen die Chance auf Waren und Dienstleistungen die für sie sonst unerschwinglich wären.

Wie wird getauscht?

In einer speziell hergestellten „Marktzeitung“ wird ein Angebot ausgesucht, der Interessent setzt sich mit dem Anbieter in Deutschland, Schweiz oder Österreich in Verbindung, handelt einen Gegenwert aus, informiert der Tauschring und zu einem günstigen Preis (halb Talent halb Geld oder zum Talenttarif) findet der Tausch statt. Bezahlt wird in wertfreiem Geld, das zum Beispiel „Talente“ genannt wird. Im Laufe des Jahres zirkulieren durch Warentausch oder Dienstleistungen die Talente der jeweiligen Teilnehmer.

Wie funktioniert das Talentsystem?

Talent ist die Maßeinheit für Dienstleistungen oder Waren, die untereinander ausgetauscht werden. Ein Talent entspricht meist, der leichteren Umrechnung wegen, einem Euro. Die Mitglieder eines Tauschringes einigen sich untereinander über den Betrag, über den jedes Mitglied von Anfang an verfügen kann. Meist ist es eine Summe zwischen 500 und 700 Talenten oder wie die Währung gerade heißt. Dabei spielt das Vertrauen eine große Rolle. Man lernt seine Dienstleistungen und Waren realistisch einzuschätzen und mit Anderen über Werte zu verhandeln Das neue Mitglied zahlt einen Kostenbeitrag, bekommt Talentschecks, bietet seine Angebote und Nachfragen in der Marktzeitung an und dann kann der Tausch vollzogen werden. Bei der zentralen Verrechnungsstelle werden einmal monatlich die Talentkosten ausgerechnet. Diese sind für jeden einsehbar. Kontogeheimnisse gibt es nicht. Daraus ergibt sich eine völlig neue Art mit Zahlungsmitteln umzugehen.

Ein zweckfreies Zahlungsmittel

Statt wie das Geld zu einer Art Religion erhoben zu werden, dient das Talent einem Zweck und hat dann seinen Wert, wie ein Stück Papier, verloren. Da es keine Zinsen gibt, aber auch keine genommen werden, kursiert es schnell und scheidet nicht irgendwann einmal, auf Grund der Zinseszinspronblematik, die Reichen von den Armen. Für Unternehmen oder Banken ist diese Art Käufe zu finanzieren keine Konkurrenz. Es setzt Vertrauen untereinander voraus und läuft unter dem Aspekt der Nachbarschaftshilfe.

Talenteilnehmer gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Quellenangabe: Zukunftsfähige Wirtschaftsordnung, Beiträge zur 4. Internationalen Tagung der INWO 1995 in Bern.

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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