Techniken in der Aquarellmalerei

Wie man die Balance zwischen Farbpigmenten und Wasser findet

Kölner Ansicht in Mischtechnik - Andrea Fettweis
Kölner Ansicht in Mischtechnik - Andrea Fettweis
Unterschiedliche Maltechniken machen die Aquarellmalerei besonders vielseitig und spannend. Sie bedürfen jedoch einiger Übung.

Wer mit einfachen Mitteln ein großartiges Ergebnis erzielen möchte, hat sich mit der Aquarellmalerei die richtige Technik ausgesucht. Sie ist zwar die schwerste, weil sie sehr spontan ist und sich kaum korrigieren lässt, dafür kann man sich aber immer wieder an faszinierenden Resultaten erfreuen. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Motiv mit Aquarellfarben darzustellen.

Lasurtechnik: Schicht für Schicht Farbe auftragen

Für den Einsteiger ist die Lasurtechnik gleichzeitig eine gute Methode, etwas über die Eigenschaften der Aquarellfarben zu lernen. Bereiten Sie in einem kleinen Glas eine kräftige Farblösung vor. Dann legen Sie eine Farbschicht auf trockenem Papier damit an. Nun heißt es Geduld haben und warten, bis die bemalte Fläche getrocknet ist. Dann nehmen Sie von der gleichen Farbmischung wieder einen Pinsel voll und bemalen diesmal nur einen Teil der bereits farbigen Fläche und lassen sie wieder trocknen. Diesen Vorgang können Sie noch ein paar Mal wiederholen. Dann werden Sie feststellen, dass eine Fläche immer dunkler wird, je öfter sie bemalt wurde, obwohl die Farblösung nicht verändert wurde. Die Pigmente, die in dem Farb-Wasser-Gemisch verteilt sind, addieren sich auf dem Papier, sodass die Farbe immer kräftiger erscheint. Das Gegenteil erreichen Sie, wenn Sie in die noch feuchte Fläche malen: Die Farbe verdünnt sich und bildet beim Trocknen unerwünschte Ränder.

Nass-Nass-Technik: spontane Farbmischungen zulassen

Bei der Nass-in-Nass-Technik sind Sie vor Überraschungen nicht sicher. Hier bringen Sie die Farbe direkt vom Näpfchen auf das Papier, das Sie zuvor gründlich angefeuchtet haben. Das können Sie mit Hilfe eines Schwammes oder einer Sprühflasche erreichen. Lassen Sie das Wasser etwas einziehen, bis keine Pfützen mehr zu sehen sind. Dann tropfen oder tupfen Sie etwas Farbe auf das Blatt und beobachten den Verlauf. Experimentieren Sie ruhig ein bisschen: Nehmen Sie ein oder zwei andere Farben dazu und schauen Sie, wie sie sich vermischen. Dabei kommen oft interessante Muster und Farbkombinationen zustande. Wenn Sie diese Technik ein bisschen kennen gelernt haben, versuchen Sie sie in einem Motiv einzusetzen. Ein Gewitterhimmel oder ein aufgewühltes Meer lassen sich auf diese Weise dramatisch darstellen. Wenn Ihnen die bemalte Fläche gefällt, lassen Sie sie trocknen, ohne noch mal mit dem Pinsel hineinzugehen. Die feuchte Farbe macht einen ganz anderen Eindruck als die trockene. Hier können sich auch Ränder ergeben, die aber bei dieser Technik gewollt sind und als Gestaltungselement genutzt werden können.

Lavieren: die Farbe verlaufen lassen

Wenn Ihnen nach so vielen aufregenden Momenten wieder nach etwas mehr Ruhe zumute ist, probieren Sie die Verlaufstechnik aus. Hier können Sie den Farbverlauf besser steuern, weil Sie wieder auf trockenem Papier malen. Ziehen Sie einen farbigen Strich mit dem Pinsel. Dann gehen Sie mit dem gesäuberten, aber noch feuchten Pinsel unterhalb der Linie entlang. Die Farbe verläuft in die feuchte Fläche, verdünnt sich dabei automatisch und wird immer heller. Sie können das so lange wiederholen, wie Sie möchten, um eine Fläche entsprechend auszufüllen. Gegenstände lassen sich auf diese Weise sehr gut plastisch darstellen. Die Leichtigkeit der Farben kommt hierbei gut zur Geltung.

Granulieren: mit wenig Wasser und viel Farbe auf rauem Papier malen

Bei diesem Verfahren wird mit viel Farbe und wenig Wasser auf rauem Papier gemalt. Den Pinsel führen Sie leicht über die Oberfläche des Blattes. So werden nur die erhobenen Stellen eingefärbt, die tiefer liegenden bleiben weiß. Das ergibt eine lebhafte Struktur, die gut zur Darstellung von Dingen geeignet ist, die eine raue Oberfläche haben (Bäume, Holz, Steine). Vergessen Sie nicht, bei allen Techniken weiße Flächen stehen zu lassen! Es muss nicht immer das komplette Blatt Papier mit Farbe bemalt werden. Helle oder weiße Stellen im Motiv betonen die Leichtigkeit eines Aquarells. Die Transparenz der Farben ist das Besondere an dieser Form der Malerei, die durch unbemalte Flächen noch verstärkt wird.

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