Tee – urgesund oder ein Mineralienräuber?

Über Herkunft, möglichen Schaden und Nutzen der Teepflanze

Teezeit - ©Angelina Ströbel/pixelio
Teezeit - ©Angelina Ströbel/pixelio
Schon vor 5000 Jahren war Tee in China als Teestrauch/-baum bekannt. Tee gilt als gesundes Getränk, trotzdem wird immer wieder die Gefahr der Entmineralisierung erwähnt.

In internationaler Übereinstimmung und gemäß der Eintragung in den "Index Kewensis", der Stählin-Datenbank als weltweit genutzter Pflanzenarten (der Gymnospermae und Angiospermae) mit ca. 18.200 Beschreibungen, lautet der botanische Name der Teepflanze Camellia sinensis, für ihre beiden Unterarten var. sinensis (China Tee) und var. assamica (Assam-Tee). Die heute gebräuchlichen Teesorten entstammen den Kreuzungen (Hybriden) sinensis und assamica. Unbeeinflusst gewachsener Assam-Tee (Camellia sinensis var. assamica) entwickelt sich zu einem annähernd kegelförmigen Baum von bis zu 15 m Höhe mit starker Pfahlwurzelung. Über Seitenwurzeln werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen.

Thein und Theanin

Als vorrangige Wirksubstanzen des Tees sind Thein und Theanin zu nennen. Bei Thein, das mit dem Koffein identisch ist, handelt es sich um ein Purin-Alkaloid, dessen Wirkung nach und nach eintritt und entsprechend langsam wieder nachlässt. In Abhängigkeit von der Herkunft enthält Tee 3-4 % Thein, daneben noch in geringer Menge Theophyllin und Theobromin als dessen chemische Abkömmlinge. Das Koffein/Teein (umgangssprachlich) des Tees liegt an Aminosäuren gebunden vor, wodurch eine andere Wirkungsweise auftritt als bei Kaffee. Koffein im Kaffee gelangt zügig über die Blutbahn zur Nebennierenrinde, wo das Hormon Adrenalin freigesetzt wird, Noradrenalin reduziert die erregende Wirkung wieder. Die Wirkungsweise des Teeins setzt hingegen an den beiden Hauptnervensträngen des vegetativen Nervensystems, Sympatikus und Parasympatikus, an. Diese Nerven werden durch das Thein angeregt und in der Folge, in Abhängigkeit von dem Erregungsgrad, wird Adrenalin von der Nebenniere ausgeschüttet. Der Vorwurf der Entmineralisierung trifft teeinhaltige Getränke ebenso wie Kaffee, zur Zeit laufen aber universitäre Studien, die dieses weiter entkräften sollen. Zwar erhöht sich die Wasserabgabe, aber parallel steigt die über das Koffein auch die Natriumabgabe durch die Nieren. Damit bleibt der Salzgehalt im Zwischenzellbereich unverändert, den Zellen wird auf osmotischem Wege kein weiteres Wasser entzogen.

Grüner Tee

Grüner Tee gilt als vitalisierend bzw. anregend. Gegenüber schwarzem Tee, der von der gleichen Pflanze stammend fermentiert wird, sind im grünen Tee neben Gerbstoffen auch die Vitamine A, einige B-Vitamine sowie Vitamin C enthalten. Ergänzend ist der hohe Anteil an Fluorid zu nennen, das den Zahnschmelz härtet und somit als Karies-Prophylaxe dient. Polyphenole wirken der Bildung von Plaque entgegen. Als Mineralstoffe sind im grünen Tee Kalium, Kalzium und Spurenelemente wie Magnesium, Nickel, und Zink zu finden. Ein den Blutdruck und Cholesterinspiegel senkender Effekt wird vermutet. Grüner Tee soll ebenso Arteriosklerose und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Flavonoide und Gerbstoffe in den diversen Teesorten gelten im übrigen als antikarzinogen.

Ziehzeit

Seine volle Wirkung kommt jedoch nur zustande, wenn die Wassertemperatur, die Dosierung und insbesondere die Ziehzeit stimmt. Grüner Tee wird nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden, 90° gilt als das Optimum bei einer Dauer von 2-3 Minuten. Die Dosierung richtet sich nach der Sorte, für China Gunpowder und China Chun Mee werden z.B. pro Liter Wasser etwa fünf gehäufte Teelöffel angegeben, für Liang Du Yin Zhen lautet die Empfehlung neun gehäufte Teelöffel pro Liter Wasser.

Milch und Kandis

Ob Tee nun allein durch die entsprechende Zeremonie zum wirklichen Genuss wird, ist wohl eher eine Frage der Persönlichkeit des Teetrinkers als eine zwingende Vorgabe. Viele sind mit einem schlichten Teebeutel durchaus glücklich, andere benötigen ein spezifisches Tee-Ambiente. Ebenso individuell sind Tee-Ergänzungen wie Milch oder Kandis und der in dieser Kombination an Wirkung nicht zu unterschätzende Schluck Rum. Hier gilt: Geschmack ist relativ und sehr persönlich. Der gesundheitliche Aspekt des Tees gerät durch diese Zugaben aber eher in den Hintergrund.....

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