
- Ping Lin, chinesische Zeichen - Gerhard Ott
Ping Lin ist eine kleine Ortschaft außerhalb der Metropole Taipei auf der Insel Taiwan. Sie liegt an einer Straße zwischen Tapei und Ilan. Aber auch ohne Auto kann man binnen zwei Stunden das Tee-Museum in Pin Ling von Taiwans Hauptstadt aus erreichen. Mit der U-Bahn (MRT) fährt man von einer beliebigen Station zur südlichsten MRT-Bahnhof Xindian. Rechts neben dem Haupteingang liegt der asiatische Konsum „7/11“(seven/eleven), der so heißt, weil er von sieben Uhr morgens bis abends um 23 Uhr geöffnet ist. Dort geht der Bus nach Ping Lin ab. Außerhalb der Stadt gibt es kaum englische Straßen- und Hinweisschilder. Das chinesische Zeichen für Ping Lin sollte man sich also einprägen.
Ping Lin Teemuseum
Das Museum liegt an einer Anhöhe am Ufer des Flusses Beishi. Der Gebäudekomplex ist von klassischer Architektur, genannt Seheyuan. Es handelt sich um einen vor vier Seiten eingegrenzten Hofbau im Fujian Anxi-Stil. Auf dem chinesischen Festland ist dieser vor allem südlich des Chang-Jiang-Flusses (Jangtsekiang) zu finden. Das größte Museum der Welt zum Thema Tee eröffnete 1997.
Die lange Geschichte des Tees beginnt mit Legenden. Als Gautama Buddha beim Meditieren drohte einzuschlafen, fielen seine Augenlider in Gestalt zweier Teeblätter zu Boden. Daraus brühten Buddhas Gefährten den muntermachenden Aufguss. Ein buntes Kaleidoskop der chinesischen Teekultur wird in der Haupthalle entfaltet. Tee ist Chinas traditionelles Getränk. Es gibt keine Mahlzeit, nach der nicht eine Schale Tee genossen würde. Informationen über Inhaltsstoffe des Tees, der Sorten und Arten von Teepflanzen und Blattqualitäten sind die Grundlage der Teekunde. Anbau, Verarbeitung, Produktion und Handel sind weitere Themen. Eine Ausstellung von Porzellan und Geschirr rundet das Bild über die Teekultur ab. Eine andere Ausstellungshalle widmet sich dem Tee in den asiatischen Künsten: Literatur, Dichtung, Malerei.
Vier bis fünf Mal am Tag werden Filme zum Thema Tee gezeigt. Der Filmsaal fasst vierzig Zuschauer. In dem traditionellen Tee-Pavillon kann man Kostproben genießen. Je nach Wetter drinnen oder draußen. Es duftet stets nach feinen Tees und aromatisierenden Blüten. Den unvermeidlichen Andenkenladen gibt es auch.
Oolong - Teespezialität aus Taiwan
Taiwan ist berühmt für seinen halb fermentierten Tee. Er wird auch brauner Tee genannt. Fachleute und Feinschmecker kennen ihn als Oolong (sprich: uhlong). Eine Spezialität aus den Teebergen um Pin Ling ist der Bao Chung. Die Produkte, die aus Tee hergestellt werden, sind vielfältiger als es bei uns in Europa bekannt ist: In Kweichou und Hunan trinkt mal Tee mit Ölen. In Yünnan wird Tee in Pfeifen aus Bambus konsumiert. In der Mongolei wird Tee mit Büffelmilch aufgebrüht. Teebonbons und Teeseife kann man in auf jedem Nachtmarkt in Taipei kaufen.
In Ping Ling ist alles in chinesischer Sprache beschriftet. Wer sich rechtzeitig anmeldet, kann einen englischsprachigen Führer bekommen. Naturfreunde können mit dem Besuch im Teemuseum eine Wanderung an dem Fischwanderpfad entlang des Beishi-Flusses verbinden. Ping Ling heißt übrigens Wald in der Ebene.
Taiwan Ping Lin Tee Museum
19-1, Sueisongci Valley, Ping Lin Township
Taipei County 232, Taiwan (R.O.C.)
Tel. +886 (0)2 26 65 60 35
Fax +886 (0)2 26 65 71 38
