Tees aus frischen Gartenkräutern sind Genuss und Naturmedizin

Aus Bohnenkraut lässt sich Heiltee brühen - Foto: Gundula Klämt
Aus Bohnenkraut lässt sich Heiltee brühen - Foto: Gundula Klämt
Aus frisch geernteten Blättern oder Blüten von Minze, Melisse, Ysop & Co. lassen sich kräftig aromatische Kräutertees mit Heilwirkungen zubereiten.

Vom Frühjahr an bis zum Wintereinbruch gedeihen Pfefferminze, Zitronenmelisse, Salbei, Thymian, Lavendel und Co. im Garten. Im Winter können die Teekräuter in Kübeln und Töpfen auf Fensterbänken wachsen. Frische Blätter lassen sich auch locker in Gefrierbeutel gegeben, wunderbar einfrieren. Das schont die Inhaltsstoffe. So sind Teetrinker rund ums Jahr mit frischen Kräutern versorgt.

Volles Aroma und gehaltvolle Pflanzensäfte vereint in frischem Kräutertee

Frische Kräuter sind sehr aromatisch und reichhaltig an Heilstoffen, weil sie diese garantiert nicht bei der Trocknung und Lagerung verloren haben. Miteinander kombiniert oder auch solo schmecken die frischen Blätter oder Blüten zu Tees aufgegossen und entfalten dabei besonders ausgeprägte Heilwirkungen. Darum werden sie in möglichst frischem Zustand in der Naturmedizin traditionell angewandt. Daneben entschlacken und durchspülen sie reinigend und wohltuend den Körper und halten gesund, steigern sowohl die Abwehrkräfte als auch das allgemeine Wohlbefinden.

Pfefferminztee erfrischt und weckt die Lebensgeister

An warmen wie an frostigen Tagen sehr beliebt ist frischer Pfefferminztee. Er wird wahlweise heiß oder gekühlt getrunken. Aus frischem Tee lassen sich aromatische Eiswürfel für Schorlen und Säfte machen. Auf einen Liter Tee kommen etwa sechs jüngere, gesunde Blätter. Mit kochendem Wasser übergossen, lässt man ihn etwa zehn Minuten ziehen. In erster Linie enthalten die Pfefferminzblätter ätherische Öle, darunter vor allem Menthol. Auch die Bitter- und Gerbstoffe sind wertvoll. Diese Wirkstoffe kühlen, regen die Durchblutung und den Gallenfluss an, desinfizieren und hemmen Entzündungen. Bei Übelkeit und Magenverstimmungen getrunken, kann frischer Pfefferminztee die Beschwerden lindern. Die Namen der verschiedenen Minze-Sorten, wie Apfel-, Basilikum-, Zitronen-, Orangen- und Schoko-Minze weisen auf das jeweilige Aroma hin.

Zitronenmelisse ist ein guter Kombi-Partner der Minze

Der gewöhnlichen Pfefferminze Mentha x piperita ähnlich ist die Zitronenmelisse. Für die Zubereitung von Tee bilden die beiden zusammen eine abgerundete Symbiose. An ihren Blättern gerieben, verströmt Melissa officinalis einen angenehmen Zitronenduft. Hauptbestandteil frischer Melisse ist ätherisches Öl, welches beruhigende, krampflösende und blähungstreibende Wirkungen entfaltet. Melissentee ist sowohl bei nervösen Magen- und Herzbeschwerden als auch gegen Schlaflosigkeit und Migräne gut geeignet. Die Naturmedizin empfiehlt das Kraut zudem bei Erkältungen und chronischer Bronchitis. Für einen Liter frischen Tee werden etwa 12 unversehrte Melissenblättchen mit kochend heißem Wasser übergossen. Zehn Minuten ziehen lassen!

Salbei ist Lebenselixier schlechthin

Aus der Naturapotheke nicht wegzudenken ist der kräftig aromatische Salbei. Er behält auch den Winter über seine grau-flaumigen mattgrünen Blätter und benötigt in rauen Lagen einen Winterschutz. Damit der Halbstrauch nicht verkahlt, wird er im Frühjahr zurückgeschnitten – dann treibt er wieder aus. Die ätherischen Öle des Salvia officinalis sind für ihre antiseptische Wirkung, insbesondere bei Zahnschmerzen und Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs, bekannt. Darüber hinaus können sie Fieber senken und die Verdauung anregen. Für Salbeitee wird ein Liter kaltes Wasser mit etwa acht mittelgroßen Salbeiblättern darin zum Sieden gebracht und abgeseiht.

Thymiantee mit Honig bei Husten

Thymian duftet aromatisch. Er fördert mit seinen Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Harzen konservierende Eigenschaften, warum Thymus vulgaris im alten Ägypten den Leichenharzen beigemengt und Tote damit einbalsamiert wurden. Als Tee getrunken, bewirkt das desinfizierende und beruhigende Heilkraut, dass Gerüche gebunden und Schleime gelöst werden. Thymian regt den Appetit an. Vier Esslöffel der kleinen Thymianblätter werden beim Teekochen mit einem Liter heißem Wasser aufgebrüht. Zehn Minuten ziehen lassen!

Lavendel ist nicht nur für Duftbeutel geeignet, sondern auch zum Trinken als Tee

Lavendula angustifolia ist wegen seiner sanft-violetten Blütenfarbe eine Zierde in jedem Kräutergarten. Der Duft des Lavendels lässt ihn hauptsächlich für Parfums, Seifen, Duftkissen und Duftsäckchen zwischen Wäsche verwenden. Die verströmenden Aromastoffe beruhigen das zentrale Nervensystem bei Nervosität, Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Doch die Lavendelblüten eignen sich auch hervorragend für die Zubereitung eines Beruhigungstees oder als Gute Nacht-Tee vor dem Schlafengehen. Dazu werden kurz vor der Vollblüte geerntete Triebe mit kochendem Wasser übergossen und abgeseiht. Für einen halben Liter Tee genügen zwei bis drei Blütentriebe, die zehn Minuten ziehen. Lavendeltee hilft auch Magen-Darm-Beschwerden, Husten und Blähungen zu lindern, regt den Appetit an und ist harn- wie schweißtreibend. Menschen mit hohem Blutdruck wird Lavendel als Naturheilmittel empfohlen.

Ysop ist wie Lavendel ein Lippenblütler

Ähnlich wie Lavendel sehen die Ysop-Büschel aus. In buddhistischen Tempeln wurde die Pflanze aufgehängt, um mit ihrem starken Duft Krankheiten zu vertreiben. Die katholische Kirche nutzte Ysop als Weihwassersprengel. Den in den Krauttrieben enthaltenen Ölen, Bitter- und Gerbstoffen werden blutreinigende, entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Sie sollen auch Krämpfe lösen und Durchfall abmildern. Bei Husten löst Ysoptee den Schleim. Er wird wie der vorher beschriebene Salbeitee zubereitet. Die Menge Blütentriebe entspricht der von Lavendel.

Heilsame Tees aus Bohnenkraut, Rosmarin und Basilikum

Aus frischen Blättern der als Gewürzpflanzen bekannten Arten, wie Basilikum, Bohnenkraut und Rosmarin, können ebenfalls Gesundheitstees zubereitet werden. Ein Viertelliter Sud aus zwei Basilikumblättern bekämpft Völlegefühl, Darmbeschwerden, Gallenleiden und soll die Milchbildung stillender Mütter fördern. 15 Minuten ziehen lassen!

Bei Koliken, Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen kann eine Tasse Bohnenkrauttee aus zehn Gramm Blättern, dank ätherischer Öle, wie Carvacrol, Cymol und Thymol sowie Bitter-, Gerb- und Mineralstoffen, Linderung verschaffen. Zehn Minuten ziehen lassen!

Wie Ysop- und Salbeitee zubereitet, ist Rosmarintee bei Schwächezuständen, wie etwa zur Reaktivierung und Stärkung nach einer schweren Grippe, empfehlenswert. Er vermag auch Unterleibsschmerzen und Nieren- und Gallenbeschwerden zu lindern. Ein Teelöffel der kleinen terpenehaltigen Blätter genügt für eine Tasse.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Planet Medien AG, Zug: „Der Kräuter- und Küchengarten“. ISBN 3-86146-186-2
  • Edeka-Kundenzeitschrift: „Mit Liebe“. Nr.3/2011, S. 27 (über Pfefferminze)

Gundula Klaemt - Liebe Leserinnen und Leser, als universitärer Master of Science (M.Sc., früher Dipl.-Ing.) in "Umweltschutz" interessieren ...

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