"Die Hütte" - Gottesbilder

Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
2007 erschien der Roman "Die Hütte". Er bewegte viele Herzen und löste kontroverse Diskussionen aus. Doch wie stellt der Autor sich Gott vor? Teil 2

Die Gottesbilder im Roman Die Hütte II

HIER finden Sie den ersten Teil der Gottesbilder

Trinität Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist

Hierbei symbolisiert „Papa“, eine „[…] große[], dicke[] Afroamerikanerin“ (S.94), den Vater. Ihr wahrer Name lautet Elouisa (S.125). Zum Namen „Elousia“, lässt sich folgendes interpretieren: „El“ steht im Hebräischen für Gott (Elohim = Schöpfergott), das griechische Wort „ouisa“ steht für „sein“ oder „Existenz“. Elouisa beschreibt sich im Roman selbst als „der Schöpfergott, der wahrhaft wirklich ist und der Urgrund allen Seins.“ (S.125) Ferner spricht Elouisa davon, dass „Gott, der Urgrund allen Seins […] in allen Dingen, durch sie und um sie herum […]“ (S.127) lebt und wirkt.

Elousia ist „[…] vollkommen unbegrenzt, nichts schränkt […][sie] ein.“ (S.112) Sie spricht davon, sie habe schon immer die Fülle gekannt. Daher zeichnet Young sie symbolisch auch als eine dicke Person, die „[…] immer schon die Fülle gekannt“ (S.112) hat.

Ihre Weisheit wird im Roman durch Sophia verkörpert.

Den Sohn verkörpert „[…] ein Handwerker […] aus dem Nahen Osten“ (S.96) – Jesus.

Er verkörpert das Gegenteil des Idealmenschen, der Macks Ansicht zufolge „[…] athletisch und überwältigend schön“ (S.126) ist. Jesus wird somit als der Arm Gottes präsentiert, der den Menschen möglichst ähnlich sein will.

Der Heilige Geist ist eine „[…] kleine, eindeutig asiatische Frau […]“ (S.95), offenbar eine „[…] Hauswirtschafterin oder Gärtnerin.“ (S.97) Sie trägt den Namen Sarayu. Jesus antwortet auf Macks Frage, ob Sarayu der Heilige Geist sei: „Ja. Sie ist Kreativität. Sie ist Aktivität. Sie ist der Atem des Lebens. […] Sie ist mein Geist“ und „[…]bedeutet Wind[…].“ (S.125)

Gott erscheint somit mehrheitlich als Frau und nur in Jesus als Mann, und in verschiedenen Hautfarben.

„Gott ist Liebe“ (1.Joh 4,8)

a) Die Beziehung innerhalb der Trinität ist Liebe

„Ich bin ein Gott, und ich bin drei Personen, und jede der drei ist vollkommen dieser eine Gott.“ (S.115) Wäre Gott nur eine Person, wie könnte er dann eine Beziehung oder Liebe pflegen? Die Trinität Gottes beruht darauf, dass Gott nur ein liebender Gott sein kann, wenn er selbst zu Liebe fähig ist. „Jeder schien sich der beiden anderen stärker bewusst zu sein als sich selbst.“ (S.137)

Gott ist nur zur Liebe fähig, weil es für ihn ein „[…] Objekt der Liebe gibt […].“ (S.116) Andernfalls wäre Gott nicht zu Liebe fähig, oder die Liebe wäre für ihn eine „[…] Begrenzung seines Seins […].“ (S.116)

b) Die Beziehung Gottes zu allen Menschen ist einzig von der Liebe geprägt

Ein Mensch, der in Furcht lebt, wird in Gottes Liebe keine Freiheit finden, wobei es um „[…] eingebildete Ängste und vor allem die Projektion dieser Ängste in die Zukunft“ (S.163) geht. In dem Maße, in dem man diesen Ängsten einen Platz in seinem Leben einräumt, glaubt man weder, dass Gott gut ist, noch, dass Gott einen liebt.

Warum liebt Gott aber einen Menschen, der eigentlich gar nichts zu bieten hat?

„Ist das denn nicht ein sehr befreiendes Gefühl […] dass du […] nichts zu bieten hast […]? Das befreit dich von jedem Druck, in der Beziehung zu uns etwas leisten zu müssen.“ (S.232)

„Bei dem Schlamassel, den meine Kinder (alle Menschen) angerichtet haben, und dem Schlamassel, in dem sie stecken, gibt es eine Menge Gründe, wütend zu sein.“ (S.135) Wut ist allerdings ein Ausdruck der Liebe, daher liebt Gott auch die, die Unrecht tun.

Dies ist auch die Ursache, warum Gott Unglück zulässt.

Man muss sich hierfür einen Vater vorstellen, der drei Kinder hat. Jedes der Kinder liebt er. Benimmt sich eines der Kinder daneben, oder wenn sie Entscheidungen treffen, die der Vater für falsch hält, wie wirkt sich das auf seine Liebe aus? Ihr Benehmen verletzt möglicherweise den Stolz des Vaters, ändert aber nichts daran, dass der Vater seine Kinder liebt. Er wird es auch nicht übers Herz bringen, eines der Kinder deswegen in die „ewige Verdammnis“ zu schicken. Stattdessen würde der Vater anstelle seiner Kinder in die „ewige Verdammnis“ gehen.

c) Liebe begründet Freiheit

„Das ist die Art, wie Jesus liebt.“ (S.187) Alle seine Kinder sind es wert, geliebt zu werden und er war bereit, alles für diese Liebe aufzugeben.

„Wenn ich die Menschen vor den Folgen ihrer Entscheidungen beschütze, zerstöre ich die Liebe. Erzwungene Liebe ist keine Liebe.“ (S.220)

Denn statt die Menschen gewaltsam zu zwingen zu ihm zu kommen, schaut er geduldig zu und wartet darauf, dass sie zu ihm kommen, schließlich „[…] ist [es] nicht das Wesen der Liebe, eine Beziehung zu erzwingen, aber es ist das Wesen der Liebe, den Weg zu bereiten.“ (S.222) Der Weg ist da, ob man ihn geht, obliegt jedem selbst.