Wie wird Gott in "Die Hütte" präsentiert? Eine Auswahl an Bildern

Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
2007 erschien der Roman "Die Hütte". Er bewegte viele Herzen und löste kontroverse Diskussionen aus. Doch wie stellt der Autor sich Gott vor? Teil 3

Die Gottesbilder im Roman "Die Hütte" III

HIER finden Sie den ersten Teil der Gottesbilder

HIER finden Sie den zweiten Teil der Gottesbilder

Gott bestraft nicht, sondern gewährt den Menschen Freiheit

Gott will die Menschen nicht für ihre Sünden bestrafen. Jede Sünde „[…] trägt ihre eigene Strafe in sich […]“ (S.136), die den Menschen von innen heraus verzehrt. Vielmehr ist es Gottes Absicht, „[…] die Sünde zu heilen.“ (S.136)

„Gott hat diese Tat [den Mord an Missy] nicht begangen oder veranlasst“ (S.188), er bestraft niemanden für irgendetwas. Allerdings hat er den Mord an Missy auch nicht verhindert. Grund hierfür ist die den Menschen gegebene Unabhängigkeit „[…] und nun seid ihr wütend auf den, der sie euch geschenkt hat, weil er euch so sehr liebt.“

Die Unabhängigkeitserklärung erfolgte in Eden. „Die meisten Menschen haben diese Unabhängigkeit dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie durch ihrer Hände Arbeit und im Schweiße ihres Angesichts nach Identität, Selbstwert und Sicherheit strebten.“ (S.168) Die Kontrolle über Gut und Böse bedeutet zudem, völlige Kontrolle über das eigene Schicksal zu erlangen. „Dieser Wendepunkt […] hat so viel Schmerz und Leid verursacht.“ (S.168)

Der Mensch wurde „[…] als glorreiche Krone der Schöpfung […]“ (S.141) nach Gottes Ebenbild erschaffen, „[…] frei von allen Systemen und Strukturen […].“ (S.141) Es gäbe keine Notwendigkeit für Hierarchien, hätten die Menschen gelernt, sich selbstlos um ihren Nächsten zu kümmern und sich voll und ganz den Beziehungen zu Gott und untereinander hinzugeben. Das Böse ist die Tragik der Freiheit, denn unglücklicherweise geschehen „[…] schreckliche Dinge […] jenen, die er besonders lieb hat.“ (S.189)

Gott lehnt Politik, Ökonomie und Religion ab

Politik, Ökonomie und Religion sind für Jesus „[…] die von den Menschen selbst erschaffene Dreifaltigkeit des Schreckens […]“ (S.206), von der er nichts hält. Er sieht dies als eine Beschäftigung jener Menschen, „[…] die gerne Gott spielen wollen.“ (S.206) Von diesen drei Institutionen wird die Erde verwüstet und getäuscht.

Die Religion verwendet Gesetze, „[…] um sich selbst zu legitimieren und Macht über die Menschen zu erlangen, denn Kirchen können nur überleben, wenn sie Anhänger um sich scharen. Ich dagegen schenke euch die Fähigkeit zu reagieren, und eure Reaktion ist es, in jeder Situation frei dafür zu sein, zu lieben und zu dienen. Und deshalb ist jeder Augenblick anders […] Weil ich eure Fähigkeit zu reagieren bin, muss ich in euch gegenwärtig sein. Würde ich euch einfach eine Verantwortung auferlegen, müsste ich überhaupt nicht bei euch sein. Dann hättet ihr eine Aufgabe, die ihr erledigen müsstet […].“ (S.237)

Gott macht aus Leid Gutes

Elouisa trägt an ihrem Handgelenk ebenso Narben wie sie auch Jesus hat. „Wir waren zusammen dort [am Kreuz].“ (S.109) Dies bedeutet zudem, dass Gott auch im Moment größten Leids bei seinen „Kindern“ ist.

Daher stand er Missy in ihrer letzten Stunde ebenfalls bei.

Missy starb und nur deshalb ist Mack nun bei Gott. Er ließ sie allerdings nicht umbringen, benutzt aber die Umstände für seine Zwecke. „Für die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert, aber dort, wo Leiden ist, wirst du auch immer die Gnade finden, in vielen Facetten und Farben.“ (S.214)

„In Jesus unterliegst du keinem Gesetz“ (S.234)

„[…] Jene, die Angst vor der Freiheit haben, sind jene, die auch nicht darauf vertrauen, dass wir in ihnen leben können. Wer versucht, den Gesetzen gemäß zu leben, erklärt damit gleichzeitig seine Unabhängigkeit von uns. Es ist ein Versuch, Macht und Kontrolle zu behalten.“ (S.235)

Gesetze geben den Menschen Macht, über andere zu urteilen. Die Menschen glauben, rechtschaffener zu leben, als die, die man verurteilt hat. Es ist ein vergeblicher Versuch, „[…] Sicherheit aus Unsicherheit zu erzeugen.“ (S.235)

Auch Verantwortung und Erwartung sind nur eine Form von Regeln. „Darum findet sich das Wort Verantwortung nirgendwo in der Heiligen Schrift.“ (S.237)

Erwartungen hat Jesus nicht. Seine ganz eigene Begründung lautet: „Warum sollte ich etwas anderes erwarten als das, was ich bereits weiß? […] Weil ich nichts von euch erwarte, könnt ihr mich niemals enttäuschen.“ (S.239)

Gott ist dynamisch und aktiv

Gott sieht sich als Geschehen, nichts Feststehendes. „Ich bin, die ich bin, Ich werde sein, was ich sein werde.“ (S.236) Gott sieht Verben als etwas Lebendiges, Dynamisches, Aktives und immer in Bewegung Stehendes. „Substantive existieren, weil es ein erschaffenes Universum und eine physikalische Realität gibt, aber wenn das Universum auf eine Masse von Substantiven reduziert wird, ist es tot.“ (S.236) Daher möchte Gott keinesfalls „[…] an der Spitze einer Pyramide […]“ (S.239) stehen, vielmehr sieht er sich als etwas Mobiles, das überall und immer ist.

Das heißt: Gott kann man nicht, wie beispielsweise einen toten Schmetterling, in einem Kasten festhalten.