Telefonieren in Zeiten des Web 2.0: IP-Telefonie

Gehostete IP-Telefonanlagen: Kosten sparen und Produktivität erhöhen

VoIP Telefon - Grabscheid
VoIP Telefon - Grabscheid
Die IP-Telefonie kann heute von vielen Benutzern kostensparend eingesetzt werden. Welche Vorteile das bringt und wie es funktioniert erklärt dieser Artikel.

Den meisten Anwendern ist gar nicht bewusst, dass sie bereits im Web 2.0-Telefonzeitalter angekommen sind und bereits Teil einer immer schneller wachsenden Gemeinde sind. Es geht um „IP-Telefonie“ oder anders gesagt Telefonieren über das Internet. Diese Technologie ist ausgereift, zuverlässig und wird bereits von sehr vielen Unternehmen und Privatpersonen eingesetzt. Im Unternehmensumfeld werden IP-Telefoniesysteme schon seit vielen Jahren verwendet. Hier war der Sparaspekt der Ursprungsgedanke, denn mit IP-Telefonsystemen kann man quasi kostenlos zwischen Unternehmensstandorten kommunizieren.

Neben den Kostenaspekten gibt es aber noch eine Reihe weiterer Vorteile von IP-Telefonsystemen, wie z.B. die Nutzung der vorhandenen Netzwerkinfrastruktur oder die höhere Flexibilität oder bessere Erreichbarkeit. Es lohnt sich mittlerweile auch für kleine und mittlere Unternehmen, sich mit IP-Telefonie zu beschäftigen, denn die neuen Telefonanlagen werden auch als „gehostete“ Lösungen zu sehr interessanten Konditionen angeboten. Damit lassen sich signifikante Kostenvorteile gegenüber proprietären „Standardlösungen“ erzielen.

Ein paar Grundlagen: Was ist IP-Telefonie?

IP-Telefonie (Internet Protokoll-Telefonie) ist eine Technologie, die es ermöglicht, den Telefondienst auf IP-Infrastruktur zu realisieren, d.h. eine vorhandene Netzwerkinfrastruktur kann in der Regel ohne größere Umbaumaßnahmen sofort zur IP-Telefonie eingesetzt werden. Damit können herkömmliche Telefontechnologien auf analoger- oder ISDN-Basis vollständig ersetzt werden.

Welche Vorteile bietet die gehostete IP-Telefonanlage?

Die schnelle Implementierung und flexiblere Vertragsmodelle sind die Vorteile, die sofort ins Auge stechen. Zusätzlich bieten gehostete Telefonanlagen vor allem Funktionen wie z.B. Warteschlangen mit individueller Wartemusik, Sprachdialoge, CTI-Integration oder die Integration der Voice-Mailbox in einen vorhandenen Email-Client wie Microsoft Outlook. Wie bereits erwähnt, tragen IP-basierende Systeme zur Kostenreduktion bei, da z.B. entfernte Standorte oder auch Home-Office-Arbeitsplätze sehr einfach eingebunden werden können und so quasi interne Gespräche zum Nulltarif geführt werden. Die Anbieter von gehosteten IP-Telefonsystem sparen nicht mit Funktionen wie z.B. Conferencing. Damit können Telefonkonferenzen mit der eigenen Anlage ohne Zusatzkosten geführt werden. Um die entsprechenden Leitungskapazitäten kümmert sich der Telefonie-Hoster. Dies wird auch Einfluss auf die Geschäftsmodelle von Webkonferenzanbietern haben, wenn Benutzer künftig Konferenzen über ihre eigenen IP-Anlagen abwickeln.

Keine langfristigen Vertragsbindungen

Jeder Unternehmer kennt das: Alle paar Jahre kommt der Telefonie-Anbieter und möchte eine neue Anlage verkaufen. Und das natürlich mit langer Vertragslaufzeit und entsprechend teuren Wartungsverträgen. Diese Zeiten sind vorbei. Das Rechenbeispiel für 20 Nebenstellen sieht heute etwa so aus (Stand: 12/2009):

Monatliche Miete pro Nebenstelle: 6,80 € x 20 = 136,00 €

Setup der Nebenstellen: ~ 800,00 €

Beratung, Einrichtung, Training: ~ 2000,00 €

Telefone: 20 x ~ 150,00 € = 3000,00 €

Summe für 5 Jahre (typischer Zeitraum für die Abschreibung einer herkömmlichen Anlage): 13.960,00 €

Oder umgerechnet monatlich: 232,00 €

Ab wann rentiert sich IP-Telefonie?

Die Rentabilität von IP-Telefonie steht außer Frage, denn selbst die Deutsche Telekom - der Marktführer in Deutschland - wird diese zukunftsweisende Technologie auf breiter Basis für alle ihre Kunden einführen. Selbst kleinere Büros, die bisher über einen ISDN-Basisanschluss mit zwei Leitungen telefoniert haben, können problemlos auf IP-Telefonie umstellen. Vorausgesetzt wird lediglich ein breitbandiger Internetanschluss wie z.B. DSL 6000 oder DSL16000, das bereits in sehr vielen Ortsnetzen verfügbar ist. Damit lassen sich schon zwischen vier und acht gleichzeitige Telefonate führen.

Für größere Anlagen empfiehlt sich eine separate Internetleitung, die auch schon ab 99,00 Euro monatlich bereitgestellt werden kann. Für diesen Preis können schon bis zu 25 Telefonate gleichzeitig geführt werden. Es spricht also alles für diese Technologie, vor allem weil sie ohne große Investitionskosten eingeführt werden kann, sofort Kosten spart und zusätzliche Funktionen bereit stellt, die die Produktivität erhöhen und damit direkt zum Unternehmenserfolg beitragen.

Erwin Zetz - IT Professional , Erwin Zetz

Erwin Zetz - Erwin Zetz ist ein versierter IT-Manager mit langjähriger Erfahrung in großen mittelständischen und internationalen ...

rss