
- Das Rathaus Tempelhof - Rebecca Haertel
Tempelhof mag nicht so berühmt wie Mitte oder so hipp wie Prenzlauer Berg sein. Tempelhof ist eher ruhig, spielte jedoch eine wichtige Rolle in der Geschichte Berlins und hat die älteste Berliner Dorfkirche. Tempelhof war lange Zeit ein selbstständiger Bezirk, bis er 2001 mit Schöneberg fusionierte. Vier Ortsteile: Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade bilden den Bezirk.
Gegründet wurde Tempelhof von den Tempelrittern – daher auch der Name! Deren Besitz wurde jedoch relativ bald den Johanniterorden übertragen. Die Johanniter wiederum verkauften Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde Anfang des 14. Jahrhunderts an die Stadt Berlin. Aus dieser Zeit sind noch die Dorfkirchen übrig geblieben. Eine Tour durch Tempelhof beginnen Sie am besten am ehemaligen Flughafen Tempelhof.
Der Flughafen Tempelhof
1923 wurde auf dem ehemaligen Exerzierplatz der Flughafen Tempelhof angelegt und allmählich ausgebaut. Jedoch wurde er wegen des Zweiten Weltkrieges nie ganz fertig gestellt. Der Flughafen Tempelhof war zur damaligen Zeit eines der größten Gebäude der Welt. Das dramatischste Ereignis was der Flughafen Tempelhof erlebte, war die Berliner Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949. Denn die Sowjets sperrten Berlin; die einzige Möglichkeit Berlin zu versorgen war aus der Luft - und das fand vom Flughafen Tempelhof statt. Das Luftbrückendenkmal als Erinnerung an dieses historische Ereignis wurde 1951 von Eduard Ludwig Rein geschaffen. Wenn man es sich genauer ansieht, versteht man warum es die Berliner Hungerharke nennen. Am 30.Oktober 2008 wurde der Flughafen Tempelhof für immer geschlossen. Heute ist das ehemalige Flugfeld ein Park. Die Gebäude werden für Events wie die Modemesse Bread und Butter genutzt.
Alt Tempelhof
Der Verkehr braust am Rathaus Tempelhof vorbei, doch nur wenige Schritte entfernt findet man idyllische Ruhe. Vier Parks, der Lehnepark, der Alte Park, der Bosepark und der Francke Park, laden ein sich von der Hektik zu erholen. Im Francke Park kann man sogar Damwild beobachten! Die Dorfkirche Tempelhof stammt aus dem 13. Jahrhundert. Imposant ist das rote Ullsteingebäude am Tempelhofer Hafen. Es wurde 1922-27 als Druckhaus für den Ullstein Verlag errichtet. Heute ist es Sitz verschiedener Unternehmen. Am Tempelhofer Hafen läd ein modernes Einkaufszentrum zum Shoppen und Schlemmen ein.
Mariendorf
Der Volkspark Mariendorf lockt jedes Jahr an Himmelfahrt tausende Besucher zum Volksfest „"Internationaler Kulturlustgarten“ an. Den Rest des Jahres ist er ein beschaulicher Ort. Auf dem Blümelteich ziehen Wasservögel ihre Runden. Ein betörender Duft stammt aus dem Rosengarten. Auch die Dorfkirche Mariendorf stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bemerkenswert ist das Glockenspiel von 1970, das Choräle und geistliche Volkslieder spielt. Außer ein paar Häusern ist nicht mehr viel vom alten Mariendorf übrig geblieben. In der ehemaligen Schule ist das Heimatmuseum Tempelhof untergebracht. Die Attraktion in Mariendorf ist wohl die Trabrennbahn. Sie wurde 1913 eröffnet. Besonders zum “Derby“ im Sommer strömen die Besucher herbei.
Marienfelde und Lichtenrade
In Marienfelde denkt man wirklich man ist auf dem Land. Die Dorfkirche stammt von 1220 und ist die älteste Dorfkirche in Berlin. Rundherum liegen alte Häuser und zwei Teiche. Ja, es gibt sogar einen Bauernhof, wo man frische Eier und andere Produkte kaufen kann. Der angrenzende Gutspark Marienfelde ist ideal für kleine Spaziergänge. Für ausgedehnte Spaziergänge ist der Freizeitpark Marienfelde geeignet.
Lichtenrade, der südlichste Ortsteil Tempelhofs, wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Das einst ländliche Lichtenrade ist heute ein moderner Vorort mit Hochhaussiedlungen. Malerisch ist der Dorfteich - der übrigens der größte in Berlin ist. Die Dorfkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Bahnhofsstraße ist die Lichtenrader Einkaufsstraße. Die S-Bahn ( S2) am Ende der Straße bringt Sie wieder zurück in die Stadt.
