Schöne Teppiche können dabei helfen, einer Wohnung mehr Struktur zu geben und den Wohlfühlfaktor deutlich zu erhöhen. Wo Teppiche liegen, entstehen Orte der Behaglichkeit und des ungezwungenen Lebens. Man kann mal einfach auf dem Boden sitzen und unbeschwert mit Kindern herumtoben. Die Farben, Muster und Strukturen des Teppichbodens machen jedes Ambiente lebendiger und bilden einen angenehmen Kontrast zu den funktionalen oder technischen Elementen einer Wohnung.

Widerstandsfähige Teppiche aus Hanf

Bei den modernen Wohntextilien ist ein Trend zu hochwertigen Naturmaterialien zu beobachten. So führt die Teppich Drechsle GmbH aus Lörrach unter dem Label canapacarpets eine Teppich-Kollektion, die aus Hanf gefertigt ist. Hanf ist ein uralter Rohstoff mit besonderen Eigenschaften. Er bringt auch auf kargen Böden einen hohen Ertrag, seine hohe Widerstandsfähigkeit macht den Einsatz von Pestiziden überflüssig. Die Hanffaser ist sehr stark und ausdauernd. Bevor sie durch synthetische Fasern verdrängt wurden, waren nur Hanfseile in der Lage überlebenswichtige Anforderungen zu erfüllen, so zum Beispiel bei der Takelung von Segelschiffen und in der Bergsteigerei.

Im Gegensatz zu Wollteppichen sind Hanfteppiche in der Haptik etwas rauer. Sie eignen sich vor allem für den Einsatz in stark beanspruchten Wohnungspartien. Die canapacarpets sind modern gestaltet und geben jeder Wohnung eine schöne, ausgeglichene Stimmung.

Uralte Ornamentik und edle Seide

Die finnische Designerin Hannah Korvela ist für ihr Textildesign vielfach ausgezeichnet. Ihr Teppich duetto hat Deutschlands renommiertesten Designpreis, den red dot, erhalten. Mit dem im Herbst 2007 erstmalig vorgestellten Modell fino hat die Finnin einen Teppich für höchste Ansprüche entwickelt. Der Teppich ist aus hochwertigen Seidengarnen handgefertigt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Seidenteppichen ist Fino fest und außerordentlich dicht getuftet. In den Teppich eingearbeitet ist ein florales Muster, dass an eine Ornamentik der Naturvölker erinnert. Der Fino sieht aber kein bisschen nach Folklore aus, sondern ist von typisch skandinavischer Schlichtheit. Er macht deutlich, dass das moderne Wohnen durch den Bezug auf die Natur und deren Formen nur gewinnen kann.

Schöner Kabelsalat

Die junge deutsche Firma Kymo hat innerhalb weniger Jahre eine sehr erfolgreiche Premiummarke im Floorwear-Bereich aufgebaut und setzt dabei ganz auf die Entwicklung von neuen Designkonzepten. Das Unternehmen aus Karlsruhe arbeitet beipielsweise mit dem Designerduo SCHAUB:OSHIRO, die bereits Projekte für die Designgrößen Piero Lissoni und Patricia Urquiola realisiert haben. 2008 wird Kymo mit der Sportedition eine eigene Floorwear-Kollektion der beiden Designer aus Mailand veröffentlichen. Zu den Innovationen, die Kymo anbietet, gehört deren Qutdoor-Range. Die langfloorigen Teppiche sind aus robusten, synthetischen Fasern hergestellt und eigen sich für den Poolbereich, für Terrasse und Balkon oder Outdoor-Cafes.

Im letzten Jahr sorgte Kymo auf der Kölner Möbelmesse mit den Teppichen der jungen deutschen Designerin Britta Böhme für Gesprächsstoff. Britta Böhme ist eine Designerin mit viel Witz und Originalität. Ihr Kymo-Teppich bringt Funktion und Ästhetik spielerisch zusammen. Der hässliche Kabelsalat wird einfach umfunktioniert zum dekorativen Element. Schön oder hässlich – alles ist nur eine Frage der Definition.

Psychedelisches Retrodesign

Natürlich bleiben Teppiche auch von der Retrowelle nicht verschont. Wer nicht unbedingt Aufgewärmtes will, der sollte doch gleich zum Origninal greifen. Teppich Drechsle hat mit desginercarpets ein Programm aufgelegt, dass das Herz eines jeden Retrofans höher schlagen lässt. Höhepunkt bei designercarpets sind die Teppichböden von Verner Panton, dem Großmeister des psychedelischen Designs. Der 1998 verstorbene Däne hat mit seinem Plastik-Freischwinger Panton eine der wichtigsten Designikonen des zwanzigsten Jahrhunderts entworfen. Die von Panton gestaltete Kantine des Spiegel-Verlagshauses steht unter Denkmalschutz.

Pantons Ziel war es, die traditionelle Dreiteilung des Raumes von Boden, Wänden und Decke komplett aufzuheben. Seine Teppiche können deshalb ebenso Wandschmuck sein. Die pyschedelischen Farben und Muster erinnern an Science-Fiction-Filme der sechziger Jahre. Nur wenn dann auch noch die Siebziger-Jahre-Tapete hinzukommt, wird der Trip dann doch zu wild.