Terminator 2 - Tag der Abrechnung: Der erste echte Blockbuster

Terminator 2: Ein Chip löscht die Menschheit aus - Klicker/ pixelio.de
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In der Zukunft löschen die Maschinen die Menschheit aus. Ein Terminator wird entsandt, um die letzte Chance auf unser Überleben zu sichern. Unsere letzte.

Als 1984 der erste Terminator-Film erschien, konnte noch niemand ahnen, daß sich daraus eins der erfolgreichsten Franchises der Filmgeschichte entwickeln würde. Er hatte fast achtzig Millionen Dollar eingespielt und damit mehr als das Zehnfache seiner Produktionskosten. Es war klar, daß es einen zweiten Teil geben würde, doch es dauerte sieben Jahre bis der Nachfolger erschien. Terminator 2 - Tag der Abrechnung wurde mit über fünfhundert Millionen Dollar zu einem der erfolgreichsten Filmen seiner Zeit und war neben Batman (1989) und Jurassic Park (1993) einer der ersten, echten Blockbuster.

Die Maschinen löschen die Menschheit aus

John Connor ist ein Rabauke, der seine Mutter für eine Irre hält. Sie hat ihn seine gesamte Kindheit von einem Ort zum anderen gehetzt, ihm alles über Waffen und moderne Technologien beigebracht, um "ihn auszubilden" und davon erzählt, daß er die letzte Hoffnung der Menschheit sei. Mit zehn Jahren glaubt man so etwas nicht wirklich, und seine Mutter ist außerdem in einer psychiatrischen Anstalt gelandet.

Als ihn eines Tages ein merkwürdig aussehender Typ verfolgt, flieht er vor ihm, denn er erkennt ihn wieder: Er ist ein Terminator, eine der Maschinen, vor denen ihn seine Mutter gewarnt und die er für ein Hirngespinst gehalten hatte. Doch diese Maschine rettet ihm das Leben, als eine weitere Jagd auf ihn macht, und er erkennen muß, daß sie technologisch dem alten T-800 weit überlegen ist: Der T-1000 besteht aus flüssigem Metall, kann fast jede Form annehmen und praktisch nicht vernichtet werden. John rettet seine Mutter aus der Anstalt und gemeinsam beschließen sie den Programmierer zu töten, der Cyberdyne Systems auf die Idee des Terminators bringen wird. Ihre Flucht geht weiter, denn der T-1000 sitzt ihnen die ganze Zeit im Nacken.

James Cameron, Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton erschaffen einen Action-Klassiker

Cameron, der mit William Wisher das Drehbuch beisteuerte, bediente sich des technologischen Fortschritts und brachte mit Firmen wie Industrial Light & Magic und Stan Winston Studios Spezialisten an Bord, die dem Film vier Oscars einbrachten. Ihre Effekte waren atemberaubend: vom nahtlosen Übergang des flüssigen T-1000 zu seiner stets wechselnden menschlichen Gestalt (der mit You could be mine von Guns'N'Roses weltweit erfolgreich ein Denkmal gesetzt wurde) über die apokalyptischen Bilder des Atomkriegs, der das Ende der Menschheit herbeiführen würde bis hin zur perfekten, metallenen Maske des T-800, die zum Schluß des Films so sehr malträtiert wurde, daß die Maschine sagt: "Ich brauche mal Urlaub."

Wer bei Terminator 2 nach filmischem Anspruch sucht, sucht natürlich umsonst. Cameron erschuf einen klassischen Actionfilm, der in packenden, schnell geschnittenen Szenen bombastische Verfolgungsjagden, grandiose Explosionen und humorvolle Einwürfe einer menschlicher werdenden Maschine präsentiert – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die schauspielerischen Leistungen sind ansprechend, ordnen sich der Action unter, bieten jedoch in einzelnen Szenen auch Nachdenkliches, wie etwa Sarah Connors Traum vom Flammeninferno, das über die Welt hereinbrechen wird.

Merchandise und Vermarktung erreichen bei Terminator neue Höhen

Mit Jurassic Park verdiente Hollywood zum ersten Mal mehr über das Merchandise, mit X-Men über den DVD-Verkauf und -verleih, aber Terminator 2 ist als der Film in Erinnerung geblieben, der als erster echten Blockbuster-Status erreichte. Einige Jahre nach seiner Veröffentlichung drehte Cameron für den Vergnügungspark der Universal Studios eine 3D-Fassung; der Terminator-Flipper gehört zu den erfolgreichsten seiner Art; der Film war mit Produktionskosten von über 100 Millionen Dollar der damals teuerste Film aller Zeiten und bis heute kann der Fan reichlich Memorabilia kaufen. "Hasta la vista, baby" ist heute ein geflügeltes Wort und Arnold Schwarzenegger kann dankbar dafür sein, diese Rolle angenommen zu haben – ohne sie wäre er vermutlich nicht Gouverneur von Kalifornien geworden. Cameron ermöglichte der Erfolg sein nächstes Projekt – Titanic. Zwei weitere Filme sollten noch folgen, die allerdings wesentlich schlechter abschnitten; besser lief es für die TV-Serie Sarah Connor Chronicles, die aber trotz bester Kritiken nach zwei Seasons 2009 eingestellt wurde. Mehrere Versionen wurden auf DVD und Blu-ray herausgebracht. Die umfassendste erhält drei verschiedene Varianten: die Kinoversion, eine Special Edition und ein Extended Special Edition, die den 137 Minuten langen Film auf 153 respektive 156 Minuten verlängerten.

Ein erfolgreiches Franchise in den Fängen der Justiz – die Zukunft ist ungewiss

Doch obwohl der Terminator etwa anderthalb Milliarden Dollar an den Kinokassen hat einspielen können, scheint er vom Pech verfolgt zu sein. Mehrere der Produktionsfirmen, die im Laufe der Zeit am Projekt beteiligt waren, haben Konkurs anmelden müssen. Ein momentan geplanter Animationsfilm wird verklagt, weil er angeblich nicht die Rechte dazu hat, und obwohl die Drehbücher für Terminator 5 und 6 wohl bereits geschrieben oder zumindest in der Planung sind, sieht es nicht so aus, als ob die Finanzierung dafür gestemmt werden könnte. James Cameron hat sich geweigert, das Franchise wieder an sich zu nehmen, sicherlich auch deswegen, weil Terminator 3 – Rebellion der Maschinen und Terminator: Die Erlösung zu schlecht waren.

Aus der Popkultur ist der Terminator in der Darstellung Arnold Schwarzeneggers allerdings nicht mehr wegzudenken. "I'll be back" und "Hasta la vista, baby" wurden nicht nur von den Simpsons parodiert. Bleibt zu hoffen, daß die Reihe, wenn sie fortgesetzt wird, noch viele gute Filme hervorbringt.

Marcel Bülles, Marcel Bülles

Marcel Bülles - Marcel Bülles arbeitet freiberuflich als Übersetzer und Journalist im Umfeld von Science Fiction und Fantasy und hat einen ...

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