Terroranschläge in Norwegen - eine Nation in Trauer und Angst

Terroranschläge in Norwegen - Anders Breivik - Gerd Altmann / pixelio.de
Terroranschläge in Norwegen - Anders Breivik - Gerd Altmann / pixelio.de
Am 1. August 2011 gedachte das norwegische Parlament den Opfern der Terroranschläge. Stoltenberg kündigte eine nationale Trauerfeier für 21. August 2011 an.

Am 22. Juli 2011 hatte der Norweger Anders Behring Breivik (32) zunächst eine Bombe vor dem Hochhaus der norwegischen Regierung gezündet und im Anschluss daran auf der norwegischen Insel Utoya im Rahmen eines Amoklaufs jugendliche Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers erschossen. Insgesamt hat der geständige Attentäter 77 Menschen getötet und die norwegische Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt.

Terroranschläge in Norwegen - Trauerfeier im Parlament

Wie Faz-Net am 1. August berichtete, habe der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg am 1. August 2011 im Rahmen einer Trauerfeier im norwegischen Parlament eine nationale Trauerfeier für 21. August 2011 angekündigt. Während der Trauerfeier im Parlament habe Parlamentspräsident Dag Terje Andersen in Anwesenheit von König Harald sowie Überlebenden der Anschläge die Namen aller Opfer verlesen.

Terroranschläge in Norwegen: nationale Trauerfeier findet am 21. August statt

Anlässlich der nationalen Trauer-Feierlichkeiten soll gemäß Faz-Net- Bericht vom 1. August 2011 den insgesamt 77 Toten, überwiegend Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, gedacht werden, die am 22. Juli 2011 einen frühen Tod fanden. Laut Faz-Net werden zu der offiziellen Trauerfeier sowohl Überlebende, Angehörige der Opfer und andere direkt Berührte, als auch Helfer der Rettungseinsätze, Personal der Krankenhäuser und Polizisten eingeladen.

Der sozialdemokratische Regierungschef Stoltenberg habe im Parlament das Verhalten des norwegischen Volkes gelobt, indem er laut Faz-Net im Parlament erklärte, dass die norwegegische Bevölkerung auf die Terroranschläge im eigenen Land verantwortungsvoll und mit Würde reagiert und sich für die Demokratie entschieden habe.

Terroranschläge in Norwegen: der Attentäter heißt Anders Behring Breivik

Terror-Experte Kai Hirschmann erklärte laut welt.online-Bericht vom 21. Juli 2011 im Interview gegenüber Welt am Sonntag, dass der geständige Attentäter Breivik offenbar die Öffentlichkeit suche, um eine Botschaft loszuwerden. Nur so sei es zu erklären, dass er sich nach dem Massaker auf der norwegischen Insel Utoya nicht selbst umgebracht habe. Wie Hirschmann bemerkt haben soll, gehe er davon aus, dass Breivik nicht nur den Massenmord mit der Öffentlichkeit teilen wolle, sondern auch seine Motive für die Schreckens-Tat.

Terroranschläge in Norwegen: Verfassungsschutz warnt vor Breivik-Nachahmern

Gemäß welt.online-Bericht vom 1. August 2011 warnen deutsche Sicherheitsbehörden vor Nachahmern Breiviks. Alexander Eisvogel, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) habe laut welt.online gegenüber Spiegel die Befürchtung geäußert, dass der Attentäter von Norwegen zum Vorbild militanter Islamgegner werden könne. Sorge bereite den Sicherheitsbehörden vor allen Dingen die Tatsache, dass Anders Behring Breivik seine Vorbereitungen akribisch dokumentiert und im Internet veröffentlicht habe. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes handele es sich bei den Terroranschlägen von Norwegen um eine neue Form der Ausländerfeindlichkeit, die nicht mehr rassistisch, sondern kulturalistisch und ideologisch argumentiere.

Terroranschläge in Norwegen: Breiviks Ideologie

Anders Behrig Breivik war Mitglied bei den Rechtspopulisten und schrieb in rechten Internet-Blogs. Bei Document.no soll der Attentäter von Nowegen gemäß Spiegel online-Bericht vom 24. Juli 2011 über Monate direkten Kontakt und Austausch mit Verleger Hans Rustad gesucht und über 75 Beiträge gepostet haben. Dort soll Breivik erstmals am 8. September 2009 sein Pamphlet angekündigt haben, welches den Titel "2083 - A European Declaration of Indepence" trage und zum Kreuzzug gegen den Islam in Europa aufrufe. Laut Spiegel online seien Dutzende Kapitel von Breiviks Kampfschrift in den letzten Jahren in Blogs wie Gates of Vienna (GoV - "Tore von Wien") oder The Brussels Journal erschienen, die zu den meistzitierten Quellen Breiviks zählen sollen. Breivik selbst habe laut Spiegel online seine Ideologie als die "Vienna Denkschule" bezeichnet, als direkte Referenz an den GoV-Blog.

Terroranschläge in Norwegen - eine neue Form rechter Radikalität

Breivik, der sich mit seinen Anschlägen vom 22. Juli 2011 gegen die sozialdemokratische, liberale Ausländerpolitik der norwegischen Regierung zur Wehr setzte, soll laut Spiegel online-Bericht vom 24. Juli 2011 offen zum Kampf gegen Kultur-Marxisten und Multikulturisten, beziehungsweise all jene aufgerufen haben, die nicht "national" sind und seiner Meinung nach die Verantwortung für die angebliche Islamisierung Europas tragen.

Mit seiner Ideologie gehörte der Attentäter von Norwegen einer neuen, ungewöhnlichen Szene rechter Radikalität an. Gemäß Spiegel online-Bericht vom 24. Juli 2011, zeige sich in den Blogs, in denen sich Breivik überwiegend bewegt habe, eine starke "pro-westliche", "pro-amerikanische" und "Israel-freundliche" Tendenz, bei gleichzeitiger "anti-muslimischer", "aggressiv-christlicher" und "wehrhaft-mono-kultistischer" Haltung. Es werde darüber hinaus eine offen feindliche Ablehnung gegen alles, das liberal, links, "Multi-Kulti" und "internationalistisch" deutlich. Nazis würden von dieser "patriotisch-nationalistischen" Bewegung ausdrücklich verabscheut, während Sympathien und informelle Kontakte zur US-amerikanischen Tea-Party-Bewegung, zur FPÖ, zur rechten Fußball-Fan-Kultur der "Casuals" und zur britischen "English Defence League" (EDL) bestehen würden.

Terroranschläge in Norwegen - Breivik wird erst in 2012 der Prozess gemacht

Wie welt.online am 28. Juli 2011 berichtete wird das Verfahren gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik voraussichtlich erst im Jahr 2012 beginnen. Grund hierfür stellt offensichtlich der Umstand dar, dass Norwegen vor einem der kompliziertesten Prozesse seiner Geschichte steht und sich der Attentäter für jeden Mord einzeln erklären soll. Laut welt.online habe der norwegische Generalstaatsanwalt Tor-Aksel Busch hinsichtlich der zeitlichen Verzögerung erklärt, dass hohe Anforderungen an die Beweisführung gestellt würden und der Fall der zwei Terroranschläge vom 22. Juli 2011 so umfassend sei, dass die Ausarbeitung der Anklageschrift lange dauern werde.

Bildnachweis: Gerd Altmann / pixelio.de

Textquellen: FAZ.Net, welt.online-Bericht vom 1. August 2011, welt.online-Bericht vom 23. Juli 2011, Spiegel online-Bericht vom 24. Juli 2011 & welt.online-Bericht vom 28. Juli 2011

Auryn Delany, Auryn Delany

Auryn Delany - Sozialwissenschaftlerin M.A.

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