Test: E-Gitarren-Verstärker Marshall MG-15

Front mit auffälligem Logo des Marshall MG-15 - Nicolas Böyer
Front mit auffälligem Logo des Marshall MG-15 - Nicolas Böyer
Der Marshall MG-15 ist mit einem Preis von 100 Euro ein günstiger Verstärker für die E-Gitarre, der ideal zum Üben geeignet ist.

Marshall gilt als eine der Top-Marken bei der Herstellung von Verstärkern. Nun bietet Marshall mit dem MG-15 einen Transistorverstärker für 100 Euro an – kann Marshall die gewohnte Qualität auch im Anfängersegment durchsetzen?

Ausstattung und Verarbeitung des Marshall MG-15

Verbaut ist der E-Gitarren-Verstärker (auch „Amp“ genannt; die englische Abkürzung für „Verstärker“), der über einen 8 Zoll großen Speaker verfügt, in einem schwarzen Holzgehäuse mit Rückwand. Die Front ist – bis auf den messingfarbenen Hintergrund der Bedienelemente – ebenfalls schwarz und wird von dem bekannten „Marshall“-Schriftzug (hier in der Kontrastfarbe weiß) geziert. Die maximale Leistung des Amp beträgt 15 Watt, ausgestattet ist er mit folgenden Anschlüssen und Reglern:

  • Ein/Aus-Schalter
  • Instrumenten-Input (6,35 mm Klinke)
  • Kopfhörerausgang (3,5 mm Klinke)
  • MP3 / Line-In (3,5 mm Klinke)
  • Schalter zur Umschaltung zwischen Clean und Overdrive
  • jeweils ein Lautstärkeregler für Clean und Overdrive
  • ein Gain-Regler
  • drei Regler zur Klangbeeinflussung sowohl des Clean- als auch des Overdrive-Kanals(Höhen, Mitten, Tiefen)

Die Verarbeitung des Amp ist durchaus solide; die Ecken werden jeweils von aufgeschraubten Metallaufsätzen geschützt. Die Holzteile inklusive der Rückwand sind stabil verschraubt und der Tragegriff ist ebenfalls stabil genug angebracht, um den Amp sicher zu tragen. Die Regler sprechen präzise und ohne Spiel an, allerdings setzt der Volume-Regler für den Overdrive-Kanal die Einstellung recht sprunghaft um: Während sich die Lautstärke von Stufe 2 auf 3 kaum erhöht, verdoppelt sich sich von Stufe 3 auf 4 beinahe. Danach steigt sie wieder proportional an. Alle anderen Regler lassen sich korrekt bedienen.

Sound des Marshall MG-15

Da der Amp nur 15 Watt leistet, ist er verständlicherweise nicht für Bühnenauftritte, sondern nur zum Üben geeignet. Die Lautstärke kann – trotz des oben beschriebenen Problems bezüglich des Volume-Reglers – durchaus auf Zimmerlautstärke heruntergeregelt werden.

Zum Üben im Proberaum mit Drummer reicht die Lautstärke an sich durchaus aus, allerdings fehlt dem Sound dann das Volumen und der Druck. Für Sessions, in denen die Gitarre clean verstärkt wird und der Drummer nicht auf volle Lautstärke geht, ist der Amp jedoch zu empfehlen. Clean klingt der Amp sehr warm und klar, allerdings ist ein leichtes Rauschen wahrnehmbar, das beim Spielen aber nicht mehr auffällt.

Im Overdrive-Kanal kann der Marshall MG-15 punkten: Der Amp macht Druck und erzeugt ein Volumen, das angesichts der geringen Größe des Verstärkers überrascht. Je nach Einstellung lassen sich alle Soundspektren abdecken – über Punk und Metal bis hin zu Rock'n'Roll und Blues. Die Höhen kommen klar zur Geltung, besonders wenn sie von den Mitten „getragen“ werden. Das Heraufregeln der Tiefen erzeugt oben erwähntes Volumen, der Sound klingt dann aber im Ansatz verwaschen. Dieser Effekt verstärkt sich, sobald der Amp das obere Drittel der maximal möglichen Lautstärke erreicht – der Sound verliert an Volumen und klingt recht verwaschen.

Fazit des Tests des Marshall MG-15

Als Übungsverstärker für Zuhause und "Clean-Sessions" mit der Band ist der Verstärker uneingeschränkt zu empfehlen. Für Bands bzw. Gitarristen, die sich musikalisch eher im Genre des Punk bewegen und auch dementsprechend üben möchten, ist der Amp sicher nicht geeignet.

Marshall hat es mit dem MG-15 geschafft, die gewohnte Qualität in einen Übungsverstärker zu bringen – allerdings sollte man den Titel wörtlich nehmen, zu etwas Anderem ist der Amp tatsächlich nicht geeignet.

Nicolas Böyer - Ich bin ein Hobbyautor aus Eschweiler, der auf dieser Seite ständig versucht, seine Fähigkeiten zu verbessern.

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