Der chinesische Hersteller Hanvon ist in der Vergangenheit eher durch Graphik-Tablets aufgefallen. Er bietet nun aber auch ein E-Book-Reader-Programm und mit dem N516 den zur Zeit wahrscheinlich preiswertesten E-Book-Reader auf dem Markt an.
Hier sollen nun die Erfahrungen mit dem nächstgrößeren und teureren Modell, dem "Wisereader N518", erklärt werden. Er wird in Deutschland auch von Hexaglot zusammen mit Wörterbüchern vertrieben.
Verpackung
Der Hanvon WiseReader N518 kommt in einem Schuber etwa in der Größe eines dicken Buches. Es gibt ihn in den Farben Schwarz und Weiß. Die Verpackung ist edel, eine Kunstlederhülle, Netzteil und USB-Kabel sind dabei. Im Gerät befindet sich bereits eine SD-Karte mit zwei Gigabyte Speicher, auf der sich Lesestoff für die nächsten Monate befindet.
Inhalt der mitgelieferten SD-Karte
Auf der SD-Karte befinden sich auf Deutsch allerdings nur das Handbuch und weitere Informationen über den Hersteller Hanvon. Richtige Bücher gibt es auf Englisch, wo man die üblichen Verdächtigen aus dem Bereich der gemeinfreien Bücher, etwa Jane Austen-Romane, "Moby Dick", Aesop-Fabeln und vieles mehr findet.
MP3-Player, Aufnahme möglich
Der Hanvon N518 ist auch ein MP3-Player und hat gleich ein paar aktuelle Titel auf der SD-Karte gespeichert. Die Lautstärke ist, soweit man die Musik über den eingebauten Lautsprecher abhört, nicht berauschend, aber zur Untermalung beim Schmökern auch ausreichend. Die meisten werden ohnehin die Musik über einen eingestöpselten Kopfhörer hören.
Das eingebaute Mikrofon ermöglicht Aufnahmen, so dass der WiseReader auch als Diktiergerät verwendet werden kann.
E-Ink-Technologie
Der 5 Zoll in der Bildschirm-Diagonale messende Bildschirm verwendet die sich für E-Book-Reader zum Standard entwickelnde E-Ink-Technologie. Sie liefert ein gestochen scharfes Bild und benötigt selbst keine Hintergrundbeleuchtung. Deshalb ist das Lesen, anders als etwa bei Laptop-Bildschirmen, auch in praller Sonne möglich. Es liest sich auf dem Bildschirm wie auf normalem Papier. Ein weiterer Vorteil der E-Ink-Technologie ist, dass nur das Umblättern Strom verbraucht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, dass das Gerät nicht ausgeschaltet werden muss. Wenn man nicht umblättert, bleibt einfach die letzte Seite auf dem Bildschirm stehen. Allerdings lässt der Kontrast mit der Zeit, falls nicht umgeblättert wird, etwas nach. Wenn der Reader also nach vielleicht zwei oder drei Tagen wieder zur Hand genommen wird, kann es sinnvoll sein, die Auffrischungstaste, die etwa so aussieht wie der Neu-Laden-Button des Internetbrowsers, zu drücken. Dann erscheint das Schriftbild wieder neu und kontrastreich.
Akkulaufzeit
Der Hersteller gibt die Umblättermenge je Akkuladung mit 7.000 an. Das ist eine ganze Menge. Allerdings sind 7.000 E-Book-Reader-Seiten nicht mit 7.000 Buchseiten gleichzusetzen, es sei denn, man wählt eine sehr kleine Schriftgröße. Es ist aber dennoch eine ganze Menge, so dass man kaum auf eine Urlaubsreise das Ladegerät mitnehmen muss. Das Laden ist aber auch über den normalen USB-Anschluss eines Computers möglich.
Notizen, aber nicht immer
Der entscheidende Unterschied zwischen dem billigeren N516 und dem N518 ist die Möglichkeit, mit dem Stift, wie ihn Hanvon bei seinen Graphic-Tablets verwendet, Notizen und Unterstreichungen vorzunehmen. Allerdings funktioniert das nicht bei allen Formaten, die der E-Book-Reader lesen kann. Es funktioniert, zumindest in der momentanen Softwareversion nicht bei PDF- und E-Pub-Files. Es gibt aber eine allgemeine Notizbuchfunktion mit einer guten Handschrifterkennung, die also das per Hand geschriebene in Text umwandelt und über die USB Schnittstelle an den normalen PC übertragen werden kann. Außerden kann man den WiseReader 518 auch als Graphic-Tablet verwenden und mit dem Stift malen.
Photos
Fotos werden in Graustufen dargestellt. Die Qualität entspricht etwa den Zeitungsbildern. Wer also schöne Bilder anschauen will, sollte auf Geräte ohne E-Ink-Technologie zurückgreifen
Datenaustausch mit dem PC
Der Datenaustausch mit dem PC funktioniert problemlos. Der Hanvon N518 wird einfach als externes Laufwerk erkannt, über das die Dateien hin und her geschoben werden können.
WiseReader wird Erfolg haben
Der WiseReader N518 ist ein tolles Gerät, das den E-Book-Reader-Markt aufmischen wird. Die Funktion, mit dem Stift Notizen einzufügen ist zwar ganz nett, wird aber für viele Leser nicht wirklich notwendig sein. Wünschenswert wäre noch eine Terminkalenderfunktion, aber die kommt vielleicht mit einem der Software-Updates.
Eine Alternative zum Hanvon Ebookreader N518, wenn es um mehr Funktionen als lediglich das Lesen von Ebooks geht, ist vielleicht der Eken m001.
