
- Testesser im Steakhouse - ein Traumjob? - AARGON - Stefan Koenig - Pixelio.de
Wichtig für die Kundenzufriedenheit ist neben der Qualität der jeweils offerierten Produkte und der entsprechenden attraktiven Preise auch die Kompetenz des Verkaufs- und Dienstleistungspersonals. Deshalb lassen immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter durch anonyme Testkäufer oder "Mystery-Shopper" überprüfen. Hierbei werden von bestimmten Agenturen quasi durchschnittliche Einkaufstypen gesucht, denen dann die Teilnahme an einer Testreihe angeboten wird. Die Auswahl dazu erfolgt nach Kriterien des Auftraggebers wie Interessen, Kompetenzen, Spezifika wie Alter, Größe, Geschlecht, Führerschein oder Wohnort .
Wie wird man überhaupt Testkunde?
Inzwischen laufen die Bewerbungsverfahren in der Regel über das Internet. Wer in der Suchmaschine entsprechende Schlüsselbegriffe wie "Testkäufer" eingibt, landet sehr schnell bei den entsprechenden Agenturen und kann sich dann gleich online bewerben. Dazu füllt man ein Formular aus, in dem hauptsächlich Fragen zur eigenen Person beantwortet werden müssen. Zum Teil werden hier ziemlich viele Details abgefragt, die allerdings dazu dienen, dem Tester möglichst passende Jobs anbieten zu können. So gibt es bei manchen Testaufträgen der jeweiligen Unternehmen Vorgaben wie Konfektionsgrößen, Mindest- oder Höchstalter, Konsumverhalten und vieles mehr. Diese Daten werden dann gespeichert. Bekommt die Agentur einen Auftrag von einem Unternehmen, wird sie aus der Gesamtkartei die in Frage kommenden Bewerber anschreiben und Ihnen die Teilnahme an dem Projekt anbieten. Der potentielle Testkunde liest sich nun den Auftrag und das entsprechende Briefing genau durch und entscheidet dann, ob er an der Studie teilnehmen möchte oder nicht.
Was wird beim Mystery-Shopping getestet?
In den meisten Fällen geht es um die Überprüfung der Personalkompetenz und gleichzeitig auch eine Produktbewertung. Zunächst erhält man als angenommener Testkunde nach der Auftragsbestätigung ein ausführliches Briefing und einen Fragebogen, den man nach dem Test auszufüllen hat. Diese Unterlagen gilt es, bereits vor der Prüfung gründlich zu studieren, da sie oftmals auch wichtige Regieanweisungen und konkrete Fragen enthalten, die später zu stellen sind. Heute kann man sich jedes Gewerbe und sämtliche Dienstleister als Auftraggeber vorstellen: Banken, Versicherungen, Steakhäuser, Fastfood-Ketten, Reisebüros, Optiker, Autohäuser, Fitness-Studios oder Solarien. Meistens geht es darum, zunächst äußere Eindrücke beispielsweise hinsichtlich der Sauberkeit oder eines geordneten Eindrucks zu beurteilen. Beim Personal wird auf Kundenfreundlichkeit, Beratungskompetenz, Motivation und Engagement bei der Arbeit geachtet. Zum Teil geht es jedoch auch darum, das offerierte Produkt mit zu beurteilen: Schmeckt das Steak oder hat es Spaß gemacht heute zu trainieren, et cetera?
Wie viel verdient man als Testkunde?
Reich wird man sicher nicht als Testkäufer. Die meisten betreiben diese Jobs also entweder, weil sie zum Teil wirklich Spaß machen und gleichzeitig eben ein Nebenverdienst lockt. In der Regel rechnet man nicht über Lohnsteuerkarte, sondern als Selbständiger ab. Die Schwankungen in der Bezahlung sind schon zum Teil erheblich: Manch ein Test wird mit nur fünf Euro oder sogar weniger honoriert, andere wiederum mit 20, 30 oder sogar 50 Euro. Das liegt zum einen am Aufwand, den der Tester zu leisten hat, aber beispielsweise auch daran, ob ausreichend Personal für das Projekt rekrutiert werden konnte. Oft bewerben die Agenturen Ihre Projekte mit einer reinen Checkzeit von zehn Minuten. Das stimmt zwar, allerdings muss man sich ja auch durch das gründliche Studium des Auftrages, Briefings und Fragebogens vorbereiten. Hinzu kommen die Anfahrts- und Rückfahrzeit. Außerdem muss nicht zuletzt der Fragebogen ausgefüllt und danach auch noch digital übermittelt (also ein zweites Mal im Netz beantwortet) werden. Da ist sehr schnell mindestens eine gute Stunde Arbeitszeit einzuplanen, für die ein Lohn von beispielsweise fünf Euro eher eine Zumutung wäre.
Welche Arten von Tests gibt es?
Manche Checks werden als kurze Telefonumfrage oder Fragebogen zum eigenen Konsumverhalten zum Ankreuzen im Netz durchgeführt und dauern tatsächlich insgesamt nur 15 Minuten. Bei anderen wird man zum Beispiel nach der Vorbereitung noch einmal telefonisch von der Agentur geprüft oder man muss zum Teil zwei bis drei Stunden für die Durchführung des Tests einplanen. Deshalb macht es schon Sinn, sich seines "Marktwertes" bewusst zu sein. Das persönliche Interesse an einer Testreihe, beispielsweise einmal für drei Monate ein Fitness-.Studio zu überprüfen, führt bei einer fairen Bezahlung natürlich quasi zu einem doppelten Gewinn ...
