
- Teure Renovierung - © Viktor Mildenberger / pixelio.de
Selbst neue Häuser weisen oft erhebliche Mängel bei so wichtigen Bestandteilen wie der Elektro- oder Sanitärinstallation auf. Gebrauchte Gebäude auf dem Immobilienmarkt können einen gewaltigen Investitionsbedarf vor sich herschieben. Das muss für den Kauf eines Hauses, der oft sehr emotional begründet wird, nicht ausschlaggebend sein. Solange der Käufer weiß, worauf er sich einlässt, kann er die entstehenden Kosten in sein Preisangebot einbeziehen. Eine umfangreiche Überprüfung ist Pflicht.
Teure Falle Elektroinstallation und Wasserversorgung
Stromkabel und Wasserleitungen sind unsichtbar und sollen es auch bleiben. Das macht sowohl die Prüfung als auch eine spätere Instandsetzung sehr teuer. Hier müssen Fachleute feststellen, ob die Installation
- dem Stand der Technik entspricht,
- ausreichend dimensioniert ist,
- den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird.
Die Elektroinstallation muss professionell abgesichert sein. Werden Küchen, Hobby- oder Hauswirtschaftsräume mit energiefressenden Maschinen geplant, dann müssen die Stromkabel für diese Räume die richtige Dimension haben. Wasserleitungen müssen dicht und weitgehend frei von Kalkablagerungen sein. Die Installation der Warmwasserleitungen hat erheblichen Einfluss auf den Verbrauch von Wasser und Energie zur Warmwasseraufbereitung.
Albtraum Abwasser und Heizung
Der Gesetzgeber hat durch viele Vorschriften in den letzten Jahren Umweltgesichtspunkte beim privaten Wohnen in den Fokus gerückt. Das kann teure Auswirkungen haben auf den Käufer eines Hauses, das den Vorschriften für Heizungen und Abwasserinstallation nicht entspricht. Hier müssen erfahrene Experten feststellen, welche Investitionen notwendig sind, um die Regeln einzuhalten.
Die Heizungsanlage muss gesetzliche Mindest- und Höchstwerte bei Abgasen, Temperaturverlust und Effizienz erfüllen. Außerdem verlieren alte Anlagen beim Wechsel des Hauseigentümers den Bestandsschutz und müssen ersetzt werden. Abgesehen davon sind Zustand und Dimension der Leitungen und Heizkörper zu untersuchen, um teure Überraschungen zu vermeiden.
Jeder Hauseigentümer muss bis spätesten 2015, bei Grundstücken in wassergewinnungsgebieten bis Ende 2012, den sicheren Zustand seiner Abwasserkanäle nachweisen. Dazu ist eine Untersuchung durch zugelassene Spezialfirmen notwendig. Der Nachweis sollte beim Verkauf eines Hauses vorliegen, so dass der Käufer diesen nicht mehr in Auftrag geben und damit bezahlen muss. Vor allem sollte das Risiko einer notwendigen Renovierung der Abwasserkanäle bekannt sein.
Wichtige Kommunikation
Der Wandel hin zur Kommunikationsgesellschaft hat die Installation der für eine problemlose Kommunikation notwendigen Systeme in einem Haus wichtig gemacht. Welche Telefonleitungen sind installiert? Wie schnell ist der Internetzugang? Gibt es einen Anschluss an das Kabelfernsehen? Wie ist der Empfang eines WLAN? Wie ist der Empfang der Mobilnetze? Solche Fragen müssen mit Blick auf die Bedürfnisse des Käufers geklärt werden. Schlechte Kommunikationsmöglichkeiten senken den Wert eines Hauses auch im Hinblick auf einen späteren Verkauf.
Umweltbelastungen verursachen Kosten
Ein hoher Energieverbrauch belastet die Umwelt und den Geldbeutel des Hausbewohners. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass auf Verlangen des möglichen Käufers der Energieausweis des Hauses vorgelegt werden muss. Daraus kann der Käufer den Zustand des Hauses bezüglich des Energieverbrauches erkennen. Darin enthalten sind auch Aussagen zu den Fenstern, der Dämmung des Daches und der Außenwände und zur Effizienz der vorhandenen Heizung. Wertvolle Informationen, die auf zukünftige Kosten schließen lassen. Diese sollte sich der Käufer auf jeden Fall besorgen.
Genau so problematisch wie zu hoher Energieverbrauch ist eine gesundheitsschädigende Umwelt im Haus oder auf dem Grundstück. Das Vorhandensein von Schimmel im Haus kann noch relativ einfach festgestellt werden. Unerwünschte Ausdünstungen von Giften oder Asbest in den Decken entdeckt zuverlässig nur ein Spezialist. Auch Belastungen des Grundstückes durch eine frühere Mülldeponie oder aus anderen Gründen sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Wegen der möglichen Folgen für den Hauskäufer ist der kostspielige Einsatz von Experten für solche Untersuchungen sinnvoll
Vor solchen baulichen Mängeln oder schädlichen Umwelteinflüssen kann sich der Käufer vor dem Kaufvertrag durch eine umfangreiche Prüfung des ausgesuchten Hauses schützen. Wie er sich vor Versäumnissen beim Kaufvertrag schützt, zeigt der Beitrag Hauskauf ohne Fehler.
