Textbuchschreiben leicht gemacht

Manch ein Theaterfanatiker hat sich schon gefragt, wie es wäre, ein eigenes Theaterstück zu schreiben.

Zuerst einmal sollte man nicht versuchen, schon am Anfang das endgültige Textbuch niederzuschreiben. Besser ist es, schrittweise vorzugehen um in kleinen Etappen zum Ziel zu gelangen. Dazu sollen nicht übertriebene Anforderungen an sich selbst gestellt werden, denn ansonsten können keine konstruktiven Ideen heranwachsen. Trotz allem muss man selbstkritisch sein, um eigene Fehler verbessern zu können.

Sprachlich muss es nicht schön, sondern dem Thema angepasst sein. Beispielsweise erweist es sich als unpassend, einem Kind eine wunderbar perfekte Sprache zu geben. Hingegen darf sie naiv sein, eventuell sogar Sprachfehler beinhalten. Die Sprache muss das unterstützen, was die Geschichte oder die einzelnen Charakteren aussagen. Will man im Verlauf der Geschichte eine Veränderung darstellen, kann auf vorherige Informationen zurückgegriffen werden.

Beispiel: Ein Requisit (Brille) ist typisch für eine bestimmte Figur. Die Brille wird im See gefunden; der Zuschauer kann davon ausgehen, dass die Person entweder im See ertrunken ist oder ihre Brille verloren hat.

Für einen letzten wichtigen Merkpunkt ein Zitat aus dem Buch "Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen" von Eugene Vale: "Erzähle deinem Publikum jeden wichtigen Punkt dreimal, um sicherzugehen, dass er verstanden wird."

Verdoppelungen und Verdreifachungen erleichtern dem Publikum das Verstehen. Aber Achtung, hier entsteht Verwechslungsgefahr. Verdoppelung ist nicht gleich Wiederholung. Verdoppelung heißt, wenn man den gleichen Sachverhalt zweimal auf verschiedene Weise vermittelt. Außerdem sind die wichtigsten drei Elemente eines Textbuchs folgende:

  1. Die Geschichte: Was wird erzählt?
  2. Das Publikum: Wem wird erzählt?
  3. Die Abfolge: Wie wird erzählt?

Der Erzählstoff

Der Erzählstoff beinhaltet verschiedene Bereiche:

Zeitraum: Nicht den Zeitraum an die zu erzählende Geschichte anpassen, sondern die Geschichte dem zur Verfügung stehenden Zeitraum anpassen.

Bild: Wichtige Bestandteile sind Dekoration, Requisiten, Objekte, Schauspieler, Licht, Bewegungen von Menschen, eventuell auch von Objekten.

Dekoration: Die Ausstattung eines Raums oder einer Umgebung gibt zu erkennen, in welcher Umgebung das Ganze geschieht. Mit der Dekoration kann auch wiedergegeben werden, um welche Zeit oder Epoche es sich handelt.

Requisiten: Requisiten können eine Umgebung oder einen Schauspieler charakterisieren. Hierzu ein weiteres Zitat aus Eugene Vales Buch: "Ein Requisit spielt auf der Bühne die gleiche Rolle wie ein Adjektiv in einem Roman."

Objekte: Objekte können sich eigenständig bewegen. Das nennt man Aktionsvermögen.

Schauspieler: Aussehen und Kleidung charakterisiert.

Licht: Das Licht teilt eine Tageszeit oder auch eine Stimmung mit.

Ton: Dialoge, Gespräche und Gesänge sagen etwas über die Stimmung und die Emotionen der Singenden und Sprechenden aus oder können auch etwas über die gesamte Handlung aussagen.

Gespräche: Sie dienen dazu, die Bühnenhandlungen zu verstehen. Es ist der einfachste Weg der Faktenübermittlung, für den Zuschauer ist es jedoch nicht immer der einfachste Weg, die Fakten und Informationen aufzunehmen. Innerhalb der Gespräche soll häufiges Sprecherwechseln vermieden werden. Selbstverständlich sind Gespräche das wichtigste Ausdrucksmittel, man sollte aber erst zu diesem greifen, wenn alle anderen Ausdrucksmöglichkeiten (etwa Bilder, Gesang) ausgeschöpft sind.

Geräusche: Diese sollten zur Unterstützung von Handlungen verwendet werden. Bei spezifischen Geräuschen muss das Objekt nicht unbedingt sichtbar sein, da das Geräusch selber eindeutig ist. Geräusche teilen uns mehr mit, als wir tatsächlich sehen können.

Hintergrundmusik: Diese kann zusätzlich Emotionen und Stimmungen untermalen oder als Verbindung einzelner Szenen dienen.

Weiteres zum Thema: "Wie man ein Textbuch schreibt – das Wichtigste in Kürze". Der Beitrag enthält Informationen zu folgenden Themen: die Szene, Auswahl der weiterzugebenden Informationen, Verteilung dieser Informationen und theaterspezifische Merkpunkte.

Quelle: Eugene Vale: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen. Hg. v. Jürgen Bretzinger. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Gabi Galster. München: TR-Verlagsunionen 1987.

Florian Gaede - Ich heisse Florian Gaede und bin 18 Jahre jung. Ich habe im vergangenen Sommer mein Abitur abgeschlossen und studiere derzeit an der ...

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