Wie man ein Textbuch schreibt – das Wichtigste in Kürze

Mehr Tipps zum Thema Textbuchschreiben? Hier ist die Anleitung, die wichtige Merkpunkte zum Szenenaufbau und Ähnlichem liefert.

Die Szene wird von einem Ortswechsel oder Zeitsprung bestimmt. Requisiten und Objekte helfen, einen Ort besser zu charakterisieren. Man soll bedenken, dass die Zeit einer Szene ganz genau der realen Zeit entspricht. Dauert die Szene an sich also zehn Minuten, sind nach dieser Szene in der handelnden Geschichte auch zehn Minuten vergangen.

Man muss aufpassen, dass Szenen nicht langatmig werden. Lieber mehr Szenen, dafür kurze. Einen wichtigen Aspekt gilt es ebenfalls zu beachten: Einen Zeitsprung bringt eine Gemütsveränderung der Figuren mit sich. Vergeht zwischen zwei Szenen ein Jahr oder mehr, ist für die Figur nicht mehr relevant, ob sie die Szene vorher (also vor einem Jahr oder mehr) wütend war oder nicht. In der Szene muss auch verkündet werden, wo und wann sich etwas abspielt, etwa mit Hilfe eines Namensschilds an der Klingel, einer Uhr im Haus oder durch die vorhergegangene Szene. Eine Exposition von Ort und Zeit kann mittels Theaterprogramm erfolgen.

Auswahl der weiterzugebenden Informationen

Das Reduzieren von Informationen auf das Wesentliche ermöglicht, die Geschichte auf engstem Raum zu erzählen. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass Emotionen in einer Szene auf dem vorhergegangenen Wissen beruhen. Ein Bühnentod berührt nur, wenn der Zuschauer vorher mit der gestorbenen Person sympathisiert hat. Oder die andere Variante: Man muss den Hintergrund des Todes kennen, um Mitleid zu verspüren.

Als Anregung ein Zitat aus dem Buch "Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen" von Eugene Vale: "Sät man eine Information, sollte man sie im Verlaufe des Stücks auch ernten." Ansonsten ist die gesäte Information unnötig. Um die Neugierde des Zuschauers zu wecken, funktioniert der Trick des Vorenthalten immer. Die Unwissenheit baut Spannung auf. Es kann lustig sein, Fehlinformationen zu geben. Diese müssen jedoch spätestens am Ende des Stücks korrigiert werden.

Verteilung dieser Informationen

Der Zuschauer sollte nicht über etwas informiert sein, was eine beteiligte Figur noch nicht weiß, denn diese müsste später aufgeklärt werden, was für den Zuschauer dann langweilig wäre. Ist die Information aber mit der Zeit selbsterklärend, kann es für den Zuschauer spannend sein, mehr zu wissen als eine Figur. Diese Methode wird oft in Komödien beim berühmten "Hanswurst" oder "Dorftrottel" verwendet. Bei Missverständnissen auf Seite des Zuschauers oder auch der Figuren können komische Effekte erzielt werden.

Theaterspezifische Merkpunkte

Länge: 120-150 Minuten

Anzahl der Szenen: 3-10

Zeitliche Entwicklung: vorwärts, eventuell rückblickend

Ortswahl: begrenzt (nicht wie bei einem Filmdreh)

Exposition von Ort und Zeit: mittels Theaterprogramm

Zur Verfügung stehende Zeit: eine Aufführung

Nochmaliges Sehen: nur bei einer Zweitaufführung möglich

Quelle: Eugene Vale: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen. Hg. v. Jürgen Bretzinger. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Gabi Galster. München: TR-Verlagsunionen 1987.

Florian Gaede - Ich heisse Florian Gaede und bin 18 Jahre jung. Ich habe im vergangenen Sommer mein Abitur abgeschlossen und studiere derzeit an der ...

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