Thailand ist ein Land, das Sie am besten mit allen Sinnen erkunden sollten - vor allem jedoch dem Geschmackssinn. Denn die Thais lieben das Essen. Und wenn Sie abenteuerfreudige Geschmacksknospen haben, dann werden auch Sie die Vielfalt der thailändischen Küche zu schätzen wissen.
Die beliebtesten thailändischen Gerichte
Zu den meistgeliebten Gerichten ausländischer Besucher in Thailand gehört das Pad Thai (im Wok gebratene Nudeln), Tom Yam Kung (eine sauer-scharfe Garnelensuppe), Tom Ka Gai (ein Hühnchencurry mit Kokosmilch), und das Massaman Curry (eine südthailändische Spezialität).
Zutaten der thailändischen Küche
Die wohl herausragendste Zutat in der thailändischen Küche ist die Chillischote. Obwohl sie erst vor wenigen Jahrhunderten von den Portugiesen in Thailand eingeführt wurde, ist sie aus der thailändischen Küche nicht mehr wegzudenken. Allerdings wissen die meisten Thais mittlerweile, dass Ausländer nicht gerne scharf essen und bereiten die Gerichte deshalb "mai pet" (nicht scharf) zu, sobald ein Farang (westlicher Ausländer) bestellt.
Auch Kokosmilchwird in Thailand in vielen Gerichten verwendet. Sie wird gewonnen indem das Fruchtfleisch der Kokosnuss wiederholt mit Wasser gepresst wird und gibt den Gerichten eine angenehm runde Note, welche die Schärfe eines Curries angenehmer macht.
Zitronengras wird häufig eingesetzt, weil es den Gerichten eine angenehme Frische gibt. Verschiedene Sorten von Basilikum, Koriander, Ingwer, Galangal und Kurkuma gehören zu den besonders häufig verwendeten Kräutern.
Die Thais verwenden nur in seltenen Fällen getrocknete Kräuter, sondern verwenden fast immer frische - eine Gewohnheit, die besonders an heißen Tagen dem körperlichen Wohlbefinden zugute kommt.
Essen in Thailand: Gemeinschaftssache
Während wir Deutschen eher "Einzelesser" sind, ist für die Thailänder das Essen ein gemeinschaftliches Erlebnis. Anstatt dass jeder ein Gericht für sich selbst bestellt, werden einfach mehrere Gerichte in die Mitte des Tisches gestellt, und jeder bekommt einen eigenen Teller mit Reis. Dann isst man von den verschiedenen Tellern wie es einem schmeckt. Für Thais gilt es als unhöflich, sich zum Beispiel von einem Teller mehrere Löffel auf den eigenen Teller zu schaufeln - stattdessen nimmt man sich das Essen immer wieder von dem gemeinschaftlichen Teller.
Vegetarisch in Thailand?
Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Thailand ein sehr vegetarierfreundliches Land sei. Das ist nur bedingt wahr. Denn in sehr vielen Gerichten kommt zum Beispiel Fischsauce zum Einsatz, die aus fermentierten Fischen gewonnen wird, oder Austernsauce, die aus Austern gewonnen wird. Selbst wenn das Gericht "fleischfrei" ist, so ist es doch strenggenommen nicht vegetarisch.
Auch wird Tofu meist nur als eine weitere Beigabe zu Gerichten mit Fleisch benutzt, und nur selten als eine Hauptzutat.
Was essen die Thailänder?
Ein Thailandbesucher könnte leicht den Eindruck bekommen, dass die Thais sich vor allem von Pad Thai, Tom Yam Kung und Curries ernähren - und in der Tat sind diese Gerichte auch bei Thais beliebt. Jedoch essen die Thailänder selbst am liebsten Nudelsuppen (Quetiao) und Reisgerichte. Kao Man Gai - Hühnchen mit Reis - ist zum Beispiel neben Kao Tom (Reissuppe) eine der beliebtesten Alltagsmahlzeiten der Thais.
Inspiration aus allen vier Himmelsrichtungen
Thailand liegt zwischen den zwei größten Nationen der Welt: China und Indien. Beide Länder haben Thailand auf vielfältige Weise beeinflusst, auch kulinarisch. Seit dem 17. Jahrhundert haben auch europäische Gerichte und Zubereitungsweisen ihren Eingang in die thailändische Küche gefunden, genauso wie muslimische und arabische schon von Alters her.
Die ehemalige Hauptstadt Thailands, Ayutthaya war für einen Zeitraum von etwa 400 Jahren einer der wichtigsten Handelsknotenpunkte Südostasiens, und damals eine sehr kosmopolitische Stadt.
Thailänder sind einerseits sehr stolz auf ihre Kultur, anderseits auch sehr begeisterungsfähig für Neues und Fremdes - und diese Kombination hat dazu geführt, dass Thailand sich ganz schamlos kulinarische Ideen aus aller Herren Länder angeeignet und "thailandisiert" hat. Und wer kann es ihnen verübeln?
Denn da sind sich die meisten Thailandbesucher einig: schmecken tut es.
