
- The BossHoss rockten die Alte Oper am 28.04.2010 - Astrid Treumann
Am 28.04.2010 gaben die sieben Berliner Cowboys der Band The BossHoss ihren ersten Auftritt in Frankfurt am Main zur Tour "Low Voltage" in der Alten Oper. Ein ungewohntes Ereignis in dem sonst eher festlich gehaltenen Ambiente. Viele Fans mit den typischen Cowboyhüten und in Jeans feierten ihre Band begeistert und lautstark.
Dynamischer Country trifft Klassik bei The BossHoss
Das Frankfurter Debüt der 2004 in Berlin gegründeten Band Ende April 2010 gab die ganz spezielle Liaison vom typischen Country-Rockstil der Band mit klassischen Klängen wieder. Gemäß ihres am 23. April 2010 erschienenen neuen Albums "Low Voltage" verbanden sie in faszinierender Art Country-Rock mit klassischen Instrumenten des Deutschen Filmorchesters Babelsberg. Diese Verbindung der vierzehn Streicher und Bläser zum dynamischen BossHoss-Musikstil machte das "Low Voltage"-Konzert zu einem beeindruckenden Hörgenuss.
Auch wenn das neue Album von The BossHoss eine sehr gute Aufnahmequalität zeigt, begeistert die Band live noch viel mehr. Nach nur wenigen Songs hielt es kaum noch jemanden im Publikum auf seinem Platz. Es wurde begeistert gepfiffen, im Rhythmus mitgeklatscht und getanzt. Einige besonders ekstatische weibliche Fans machten sich sogar oben frei und warfen ihre BHs in Richtung Bühne. In coolem amerikanischen Slang kommentierten Alec Völkel (Boss) und Sascha Vollmer (Hoss) ihre Songs, animierten ihr Publikum und ließen es kaum zu Atem kommen.
The BossHoss spielte ohne Pause in der Alten Oper Frankfurt
Das Konzert begann fast pünktlich um 20 Uhr und war bis auf wenige Plätze ausverkauft. Die Bühne war mit einem überdimensionalen Logo von The BossHoss im Hintergrund abgehängt. Ein grinsender Totenkopf mit einer qualmenden Zigarre und coolem Stetson, dazu zwei Gitarrenköpfe in den knochigen Händen. Die Bühnenanordnung war breit aufgebaut, im Vordergrund zweireihig für die sieben Musiker der Band. Dahinter spielten seitlich die Gäste des Filmorchesters. Auf der linken Seite waren sieben Musiker mit den Streichinstrumenten, Violinen und Violoncello angeordnet.
Im hinteren linken Teil der Bühne gaben sieben Musiker mit ihren Blasinstrumenten, Trompete, Tenorsaxophon, Querflöte, Baritonsaxophon, Tuba und Flügelhorn alles. Die klassischen Bläser saßen nicht nur steif auf ihren Plätzen, sie gingen voll mit. Sie tanzten und hoben vor Begeisterung im Verlauf der Show sogar ihre Stühle als Tanzpartner in die Lüfte. Teilweise zogen sie ihre Anzugjacken aus und schwenkten sie in der Luft, ließen sich von der Begeisterung des Publikums und dem rockigen Rhythmus motivieren. Die 150 Minuten des Auftritts wurden durchgespielt. Niemand dachte an eine Pause. Die Zeit verging wie im Flug und am Ende wollte das Publikum die Musiker gar nicht mehr von der Bühne gehen lassen. Mehrere Zugaben wurden gespielt.
Faszinierende Lichteffekte beim Konzert von The BossHoss
Schien der abgehängte Bühnenhintergrund mit dem Totenkopf zunächst etwas langweilig, so überzeugten talentierte Bühnentechniker gleich zum Auftakt des ersten Songs vom Gegenteil. Sie tauchten die Bühne mit farblichen Explosionen und Lichteffekten jeweils passend zu jedem Song in einen überwältigenden Farbenrausch. Rhythmisch bewegten sich die Lichtstrahlen und zuckten zu den Klängen. So wurde das Konzert auch optisch zu einem einprägsam sinnlichen Erlebnis.
Die Bühne hatte das Flair eines Wohnzimmers, mit mehreren Stehlampen, altmodischen Beistelltischen und einem Teppich als Hommage an den Countrystil. Doch im zuckenden Laserlicht verwandelte sich das Ambiente ständig. Neben den 15 Songs des Albums agierte die Band spontan und gab viele Soloeinlagen mit Drummer, Mundharmonika, Streicher und Trompeter in gekonnten Improvisationen. Das Publikum wurde direkt angesprochen und einbezogen, man holte sich auch beim zehnten Song mehrere Girls zum Tanzen auf die Bühne. Die Stimmung kochte hoch. Ein rundum erfolgreicher Konzertabend.
Der individuelle Stil von The BossHoss
Die Band überzeugt mit ihrem mittlerweile fünften Album "Low Voltage" durch ihren unverkennbaren Stil. Die Musik sprüht vor Energie, wirkt lebensbejahend und positiv. Die in tiefer Tonlage und amerikanischem Slang gesungenen Texte transportieren das freiheitsliebende und coole Musikgefühl der sieben Großstadtcowboys. Diese Musik steigert einfach das Wohlbefinden, lockert und lässt die Zuhörer entspannen. Auch weniger eingefleischte Fans kommen nicht daran vorbei, sich im Rhythmus zu bewegen.
Gekonnt und fantasiereich wirbeln sie sich quer durch die Musikstile des Country. Aus der Synthese von klassischen Elementen des Country mit modernen Interpretationen, gekoppelt an die weich fließende Untermalung klassischer Filmmusik, entsteht dieses Neue, Unverkennbare und Einzigartige des neuen "Low Voltage" von The BossHoss. Spielerische Teile und kreative Kombinationen mit dem Babelsberger Filmorchester lassen beim Zuhörer Bilder im Kopf entstehen, die Freiheit, Weite und Entspanntheit assoziieren. Die BossHoss-Musik wirbelt von energiestrotzenden Rockabillyelementen bis zu melodischen und romantisch anmutenden Songs, die von zarten Violinentönen gestreichelt werden.
