"The Crazies" – Blanker Horror im Remake von Romeos 70er Schocker

Das Unheil zieht in eine amerikanischen Kleinstadt ein: Nette Nachbarn mutieren zu gruseligen Killern und Timothy Olyphant spielt als Polizist den Helden.

Irgendwo in Iowa ist die Hölle los. Genauer gesagt in einer US-Kleinstadt mit dem zungenbrecherischen Namen Ogden Marsh – dem Ortseingangsschild zufolge "der freundlichste Ort der Welt". Die Einwohner des Städchens im Mittleren Westen sagen sich artig "Guten Tag" und "Gute Nacht" – bis, ja bis sie fast alle zu gewalttätigen Irren mutieren.

"The Crazies": Die Kleinstadt wird zur Hölle

Der erste dieser geistig Verwirrten ist der brave Farmer Rory Hamill. Er läuft beim wöchentlichen Baseballmatch Amok, noch bevor Sheriff David Dutton (Timothy Olyphant) seinen Kaffee austrinken kann. Dutton versucht den rasenden Farmer aufzuhalten, doch Rory reagiert nicht, der Sheriff erschießt den Farmer. Zunächst vermutet Dutton noch, dass Rory auf dem Spielfeld betrunken um sich geschossen hat. Doch als auch Farmer Bill Farnum verrückt zu sein scheint, erst seine komplette Familie auslöscht und dann die eigene Farm abfackelt, vermutet auch Dutton, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Nur womit er es zu tun hat, ahnt er nicht.

Die "Crazies" sind überall

Die Irren, "The Crazies", sind plötzlich überall. Sämtliche Einwohner von Ogden Marsh scheinen langsam verrückt zu werden. Was alle geistig Kranken verbindet, ist ihre scheinbare Teilnahmslosigkeit und ihr starrer Gesichtsausdruck. Und so verwundert es auch nicht weiter, dass plötzlich das Militär auftaucht – mit Gasmasken ausgestattet – und zwecks Seucheneindämmung die gesunden von den kranken Menschen trennt. Sheriff Dutton kommt bald dahinter, was die Epidemie ausgelöst hat: versehentlich freigesetztes Gas der US-Armee und dass die Militärs zwecks Seucheneindämmung den gesamten Ort und seine Bewohner in die Luft sprengen wollen. Dutton will fliehen – mit seiner schwangeren Freundin (Radha Mitchell, "Surrogates") und zwei anderen Bewohnern der Stadt, die ebenfalls nicht krank zu sein scheinen…

Regisseur Breck Eisner garantiert wohliges Gruseln

"The Crazies" von Regisseur Breck Eisner jagt dem Kinobesucher einen wohligen Schauer über den Rücken: Ja, so schlimm ist die Realität nun auch wieder nicht, gut, dass dieser Film nur erfunden ist. Gleichzeitig lässt er allerdings Platz für Spekulation: Ist gar ein ähnliches Szenario auch in Wirklichkeit denkbar? Hinzu kommt, dass Regisseur Eisner mit seinem Hauptdarsteller Timothy Olyphant jemanden gefunden hat, dessen Gesicht zwar Wiedererkennungswert hat, der bekannt ist aus großen Filmen wie "Stirb langsam 4.0", der aber trotzdem nicht auf ein Genre festgelegt ist. Ganz nebenbei nimmt man Olyphant seine Rolle als Held und werdender Vater auch ab.

Terror-Kino vom Feinsten

Fest steht, dieser Film-Horror ist Terror-Kino vom Feinsten. Eisner versteht sein Handwerk, ebenso, wie der große Horror-Experte der 70er Jahre George A. Romero ("Die Nacht der lebenden Toten", 1968). Hinter dessen Original ("Crazies", 1979), in dem ein biochemischer Kampfstoff das Grundwasser einer amerikanischen Kleinstadt verseucht, muss sich Eisner jedenfalls keineswegs verstecken.

"The Crazies": Nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven

Für wen ist dieser Film: Nun, sicher nichts für Leute mit schwachen Nerven, wohl aber für Fans des Horrorgenres, die nicht versessen sind auf Filme mit großem Budget, wohl aber auf die, die es in sich haben und zudem erstklassig unterhalten, wie beispielsweise die beiden russischen Horrorfilme "Wächter der Nacht" (2004) und "Wächter des Tages" (2006) von Timur Bekmambetow. In diesem Sinne: wohliges Gruseln!

Originaltitel: "The Crazies"

Regisseur: Breck Eisner

Kinostart: 27. Mai 2010

Filmverleih: Kinowelt

Laufzeit: 101 Minuten

Journalistin Iris Janke, Fotografin Brigitte Dorrinck

Iris Janke - Iris Janke (* 1969) ist seit rund fünfzehn Jahren als Journalistin tätig. Während des Publizistik-Studiums in Bochum ...

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