Roman von Francis Fitzgerald – Der Große Gatsby

Ein Buch über die Tücken des amerikanischen Traums

Fitzgerald: Der Große Gatsby - Diogenes Verlag
Fitzgerald: Der Große Gatsby - Diogenes Verlag
Geld, Stil und große Partys bestimmten das Leben des "Großen Gatsby". Das Einzige was ihm fehlt ist die Liebe seines Lebens, um die er verzweifelt kämpfen muss.

Francis Scott Fitzgerald schrieb einige Romane, die international einen hohen Bekanntheitsgrad erlangten. Dabei versuchte er insbesondere, die politische und gesellschaftliche Stimmung der 1920er Jahre einzufangen. Mit "Der Große Gatsby" (The Great Gatsby) ist ihm dies besonders gut gelungen, weshalb das Buch auch als sein bestes Werk angesehen wird, wenngleich ihm erst nach dem Tod richtige Anerkennung zuteil wurde.

Die Handlung des Romans setzt im New York der 1920er Jahre ein

Nick Carraway, ein junger Börsenmakler, zieht nach New York, um dort sein Glück zu suchen. Er findet ein günstiges Mietshaus auf Long Island, dessen Grundstück direkt an ein prachtvolles Anwesen mit eigenem Strand grenzt. Der Hausherr gibt in regelmäßigen Abständen Tanzpartys, und Nick scheint es, also würde oftmals halb Manhatten zu den Anlässen erscheinen. Bald nach seinem Einzug nimmt er Kontakt mit seiner Cousine zweiten Grades Daisy auf, die mit einem eher ungehobelten, ehemaligem Footballstar verheiratet ist und mit ihm eine Tochter hat. Hier lernt er eine Freundin Daisys kennen, mit der er im Folgenden öfters ausgeht, deren wahres Wesen ihm jedoch verborgen bleibt. Eines Tages wird auch Nick zu einem Fest seines Nachbarn eingeladen. Bei dieser Gelegenheit lernt er ihn persönlich kennen. Sein Name ist Jay Gatsby, Nick findet in ihm einen höflichen, angenehmen Menschen, der jedoch einige Geheimnisse hat. Unter anderem äußert er sich nicht konkret dazu, wie er sein großes Vermögen erwirtschaften konnte.

Eines von Gatsbys Geheimnissen

Bald darauf gesteht Gatsby Nick, dass er in Daisy, mit der er vor dem Ausbruch des Krieges, in dem er als Soldat gedient hat, immer noch unsterblich verliebt ist. Nick arrangiert daraufhin ein Treffen der beiden, bei dem sie sich zwar näherkommen, das jedoch Daisy in emotionale Verwirrungen stürzt. Zwar ist sie begeistert von Gatsby, fühlt sich jedoch auch stark zu ihrem Mann hingezogen, obwohl dieser offensichtlich eine Affäre hat. Gatsby will sie jedoch mit aller Kraft zurückerobern, und eines Tages kommt es so weit, dass Nick, Gatsby, Daisy und ihre Freundin sowie ihr Mann Tom einen gemeinsamen Nachmittag miteinander verbringen. Tom, der schon länger etwas von Gatsbys Absichten ahnt, ist ihm von Anfang an feindlich gesinnt und lässt ihn seinen Hass deutlich spüren. Nachdem die Gruppe nach Manhatten gefahren ist, steigt sie dort in einem Tagesapartment ab. Hier kommt es schnell zum offenen Streit zwischen Gatsby, Tom und Daisy, da Gatsby seine Daisy auffordert, ihren untreuen Ehemann zu verlassen und mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Tom wird daraufhin rasend vor Wut und erklärt, er habe herausgefunden, dass Gatsby seine Millionen nur durch illegale Geschäfte verdient hat. Irgendwie gelingt es den anderen, ihn ein wenig zu besänftigen. Daisy ist sich ihrer Gefühle nicht sicher, sie erklärt Gatsby, dass sie Tom nicht verlassen kann, da sie mit ihm vieles verbindet und sie mit ihm eine Tochter hat. Trotzdem fährt sie mit ihrem vormals Geliebten in dessen Auto alleine zurück nach Long Island.

Mord in der Villa von Gatsby

Daisy, die am Steuer sitzt, fährt in ihrem perplexen Zustand ausgerechnet Toms Geliebte an, die noch vor Ort ihren Verletzungen erliegt. Tom gibt ihrem verzweifelten Ehemann die Information, dass der Wagen Gatsby gehören würde. Der Witwer, dessen Leben durch den Tod seiner Frau jeglichen Sinn verloren hat, begibt sich in Folge dessen zu Gatsbys Villa und erschießt erst ihn und dann sich selbst.

Der Roman zeigt die gesellschaftlichen Probleme dieser Zeit auf

In "Der große Gatsby" werden insbesondere die Probleme der Nachkriegsgeneration dargestellt. Die verkommenen Werte der damaligen Gesellschaft, die sich oftmals nur noch den materiellen Dingen verschrieben hatte und deren Oberflächlichkeit werden dabei deutlich gemacht. Dabei ist es dem Autor gelungen, seine Kritik in eine lebendige und mitreißende Geschichte einzukleiden. Der Protagonist Jay Gatsby steht hierbei stellvertretend für eine ganze Generation, die nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg ihr altes Leben verwüstet vorfanden und oftmals daran zerbrachen. So wird auch am Ende von Fitzgerald's Roman ein trauriges Fazit gezogen.

F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby. Diogenes 1994. Taschenbuch, 188 Seiten. Euro 9,90.

Simon Strauch, Simon Strauch

Simon Strauch - Geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Interesse an fremden Kulturen durch ausgedehnte Reisen nach der Schulzeit geweckt. Mittlerweile ...

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