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"The Guard – Ein Ire sieht schwarz" – Schwarzer Humor pur

Hauptplakat - The Guard - Ascot Elite Entertainment
Hauptplakat - The Guard - Ascot Elite Entertainment
Mit "The Guard" gelang Regisseur John Michael McDonagh eine Thrillerkomödie, voller schwarzem Humor, die parodistischer und schräger kaum sein kann.

Der irische Schauspieler Brendan Gleeson hat schon einmal mit Regisseur und Landsmann John Michael McDonagh einen Hit gelandet: "Brügge sehen ... Und sterben?" Jetzt kommt der zweite Streich – wieder mit Hit-Potential: "The Guard", diesmal in heimatlicher Umgebung, in West-Irland. Gleeson verkörpert einen Dorfpolizisten, und was für einen.

Brandan Gleeson als "The Guard" ist grotesk und sehr ungewöhnlich

Der Filmanfang ist schon irrwitzig. Gleeson als Dorfgendarm Gerry Boyle steht mit seinem Wagen an der Straße und beobachtet seelenruhig, wie zwei übermütige Jugendliche vorbeirasen. Nach dem Showdown – deren Auto hat sich überschlagen – fährt Gerry heran, steigt aus, prüft nach, ob sie noch leben (nicht mehr) und sammelt die herausgeflogenen Ecstasy-Tabletten ein. Klar schluckt er selbst eine und verkündet, welch ein schöner Tag es heute sei.

Man muss diesen schwarzen Humor schon mögen, denn das ist wie gesagt nur der Anfang. Es geht weiter. Der eigenwillige, griesgrämige Polizist mag nicht nur derartige Rauschtabletten, Whiskeyrausch ebenfalls und Treffen mit Prostituierten – möglichst in Polizeiuniform. Nicht zu vergessen seine Vorliebe für derbe und rassistische Sprüche. Wirklich betroffen macht ihn nur der nahe Tod seiner Mutter.

Für "The Guard" wird es allmählich ernst

Als bekannt wird, dass Drogen im Wert von 500 Millionen Dollar in der Gegend umgeschlagen werden sollen, wird es allmählich ernst für Doyle. Ein junger, erst gerade angekommener Kollege verschwindet – er ist von der Drogenbande erschossen worden. Und Doyle muß sich allerdings mit der Tatsache vertraut machen, dass Drogen-Händler keine Schwarzen sein müssen. Dann wird ihm ausgerechnet ein afroamerikanischer FBI-Agent an die Seite gestellt: Wendell Everett (Don Cheadle), eloquent, mit guten Manieren. Daß diese Kooperation anfangs sich als äußerst schwierig erweist, ist leicht nachzuvollziehen. Everetts gepflegtes Englisch kommt zudem bei den gälisch sprechenden Menschen in der Gegend nicht an. Er wird schlicht ignoriert. Außerdem ist Everett auch noch ziemlich humorlos. Beide sind wie Katz und Maus.

Als Doyle erfährt, daß seine Kollegen alle von der Drogen-Mafia geschmiert wurden, ist er gezwungen, sich mit dem überkorrekten FBI-Agenten zusammenzuraufen.

Der Film ist stimmungsvoll, parodistisch und sogar philosophisch

"The Guard" ist eigentlich ein parodistischer Film. Die Figur des Wendell Everrett erinnert an die Polizisten-Rollen eines Sidney Portier. Die Konstellation zweier Partner wider Willen ist ein Klassiker des Genres. Und Quentin Tarantino wird ebenfalls bemüht, verfolgt man die Dialoge der Gangster. Diese, Mark Strong und Liam Cunningham glänzen als Hobby-Philosophen, diskutieren unterwegs am liebsten über Friedrich Nietzsches Thesen. Einer schätzt die lyrische Musik des Jazz-Trompeters Chet Baker, ein anderer mag die beruhigende Wirkung von Haien.

Derbheit und Melancholie bilden eine gewagte Mischung, geistreiches lässt aufhorchen, die Wirkung der stimmungsvollen irischen Landschaft mit ihrem Lokalkolorit tut ein Übriges. Und Spannung wird reichlich mitgeliefert. Insgesamt ein großes Kinovergnügen.

"The Guard – Ein Ire sieht schwarz"

Irland 2011

Buch und Regie: John Michael McDonagh

Kamera: Larry Smith

Musik: Calexico

Produktion: Chris Clark, Flora Fernandez-Marengo, Ed Guiney

Darsteller: Brendan Gleeson, Don Cheadle, Liam Cunninham, Mark Strong, Rory Keenan, Fionnula Flannagan

Quellen:

- Internet Movie Database: The Guard - Ein Ire sieht schwarz

- Pressezugang Ascot Elite Entertainment

Heinz-Jürgen Rippert, Blende11, Hamburg

Heinz-Jürgen Rippert - Jahrgang 1954, absolvierte ich den zweiten Bildungsweg bis zum Abitur in Braunschweig. Davor fuhr ich zwei Jahre als Marinesoldat zur ...

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