The Rocky Horror Picture Show – Original Soundtrack (1976)

Cover OST Rocky Horror Picture Show - Sanctuary Records
Cover OST Rocky Horror Picture Show - Sanctuary Records
Mit seinem Horror-Grusical "The Rocky Horror Picture Show" schuf Richard O'Brien 1976 einen Klassiker, der bis heute Kultstatus genießt.

„The Rocky Horror Picture Show“ ist mit großer Wahrscheinlichkeit – und da wird wohl nur der höchstkonservative Purist widersprechen – eines der kultigsten Musicals überhaupt. Kein „Cats“ oder „Starlight Express“ kann mit der verrückten Ausstülpung von Fantasie des Komponisten und Autors Richard O’Brien mithalten – und wenn man die Original-Darsteller betrachtet, dann funktioniert, wenn überhaupt, nur noch der „Jesus Christ Superstar“-Cast auf einem ähnlich homogenen, großartig-harmonierenden und so fulminant aufspielenden Niveau.

Ein typisch amerikanisches Kind der Siebziger – „The Rocky Horror Picture Show“

Zwischen Biedermann und Brandstifter schwelgt die Story der „Rocky Horror Picture Show“ mitten im Muff der nordamerikanischen siebziger Jahre. Weiß man zu Beginn nicht so recht, auch in den 10er-Jahren des 21. Jahrhunderts nicht, ob man den Heiratsantrag Brads‘ an seine Freundin Janet in „Dammit Janet“ nun kitschig, doof oder schwer romantisch finden soll, wird der krasse Gegensatz dieses Jahrzehnts, das immerhin gerade den Vietnamkrieg und Woodstock verdauen musste, nirgends deutlicher als im von Tim Curry großartig gesungenen – und vor allem auch dargebotenen – „Sweet Transvestite“. Der ewige Gassenhauer des Musicals wird zwar wohl auf immer „The Time Warp“ bleiben, aber die inhaltliche Message wird vor allem im süßen Transvestiten kongenial besungen.

Lotsa Larfs & Sex, Gorgeous Gals und Thrills & Chills – „The Rocky Horror Picture Show“

Fängt alles noch sehr brav, bieder und behutsam an, ist doch spätestens auf der zweiten LP-Seite sprichwörtlich der Teufel los... Mit dem von Susan Sarandon ungemein erotisch gesungenen (manche würden hier jedoch ganz und gar despektierlich von einem nur noch für Hunde verständlichen Hochton-Piepsen sprechen...) „Touch-A, Touch-A, Touch Me“ kommt „Eddie“ daher, der musikalisch jedoch in bester „Grease“-Manier rockt, ehe das großartige, dreigeteilte „Rose That My World“ schon das Finale der verrückten Bilderschau einleitet. Noch höher als Sarandon fiept nur noch Little Nell als Columbia, das „Wild And Untamed Thing“ zeigt den großartigen Tim Curry einmal mehr in Hochform – und man kann als Spätgeborener bereits hier das diabolische Grinsen in der Stephen King-Verfilmung von „ES“ erahnen, wo er gewohnt großartig „Pennywise“, den Clown mimte.

„Don’t Dream It“ – Der Traum ist das, was man aus ihm macht...

Die „Rocky Horror Picture Show“ ist ein einziger, bunter sexy Bilderreigen – oder, sicherlich ein wenig gewagt ausgedrückt: die fröhliche, unpolitische und letztlich eben harmlose Version von Pier Paolo Pasolinis „Salò, oder: die 120 Tage von Sodom“. Was „The Rocky Horror Picture Show“ indes in jedem Fall ist, ist ein wunderbar-spaßiger Spielplatz für großartige Sänger und – im nicht minder wundervollen Film – für herausragende Darsteller, wie Tim Curry, Susan Sarandon oder auch den damals noch in den erfolgsmäßigen Kinderschuhen steckenden Meat Loaf, der nur kurze Zeit später mit „Bat Out Of Hell“ seine Karriere quasi zum Planeten „Transylvania“ hinauf schicken sollte.

Ein Evergreen, ein Dauerbrenner, ein Klassiker: „The Rocky Horror Picture Show“

Auch mit mittlerweile 35 Jahren auf dem Buckel erfreut sich Richard O’Briens Kultmusical nach wie vor größter Beliebtheit, was sich unter anderem darin widerspiegelt, dass es in Deutschland im Jahrestakt sowohl auf kleineren Bühnen dargeboten wird, wie auch in großen Musical-Produktionen wie im Musical Dome in Köln gespielt wird. Das ist eine Leistung, die man erst einmal nachmachen muss, heiße man nun „Cats“, „Sweeney Todd“ oder „Starlight Express“ – der dazugehörige Soundtrack wird jedenfalls wohl auf immer einen Platz in den Bestsellerlisten haben!

Produktionsdaten und Tracklist "The Rocky Horror Picture Show" von Richard O‘ Brien (1976)

Produktionsdaten:

  • Veröffentlichung: 1976
  • Original-Besetzung: Tim Curry (Frank N Furter), Susan Sarandon (Janet Weiss), Barry Bostwick (Brad Majors), Richard O’Brien (Riff Raff), Patricia Quinn (Magenta), Little Nell (Columbia), Jonathan Adams (Dr. Everett Scott), Peter Hinwood (Rocky), Meatloaf (Eddie), Charles Gray (Narrator)
  • Songzahl: 14, Dauer: 44:48 Minuten
  • Produzent: Richard Hartley
  • Aufnahmeort: Olympic Studios, London/UK
  • Cover-Design:
  • Label: Sanctuary Records

Tracklist:

  1. Science Fiction/Double Feature
  2. Dammit Janet
  3. Over At The Frankenstein Place
  4. The Time Warp
  5. Sweet Transvestite
  6. I Can Make You A Man
  7. Hot Patootie – Bless My Soul
  8. I Can Make You A Man – Reprise
  9. Touch-A, Touch-A, Touch Me
  10. Eddie
  11. Rose That My World
  12. A: Floor Show
  13. B: Fanfare/Don’t Dream It
  14. C: Wild And Untamed Thing
  15. I’m Going Home
  16. Super Heroes
  17. Science Fiction/Double Feature - Reprise
Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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