The Shard - Londons neues Wahrzeichen

The Shard im August 2011 - Renate Oetjens
The Shard im August 2011 - Renate Oetjens
Am Südufer der Themse wächst ein gigantischer Wolkenkratzer gen Himmel. Die voll verglaste Pyramide hat auch schon einen Spitznamen: The Shard, die Scherbe.

Die Skyline von London hat sich in den letzten Jahren ganz schön verändert: Die Bürotürme des neuen Banken-Viertels in den Docklands rund um Canary Wharf haben ebenso neue Akzente gesetzt wie "The Gherkin", das gurkenförmige Hochhaus in der City.

Doch was jetzt kommt, überragt alle bisherigen Neubauten in der britischen Hauptstadt: "The Shard", wie der spitz zulaufende Glaspalast auch offiziell genannt wird, soll mit einer Höhe von 310 Metern das höchste Gebäude der Europäischen Union werden. Rund um den Wolkenkratzer, der wie eine in die Länge gezogene Glaspyramide aussieht und im Sommer 2012 fertig werden soll, entsteht am Südufer der Themse das neue London Bridge Quarter.

The Shard: Ein Glaspalast der Superlative

Schon im Jahr vor der Fertigstellung prägt The Shard die neue Skyline Londons. Den Spaziergängern in Hampstead Heath liegt London von jeher zu Füßen; und auf dem Kite Hill, dem beliebten Aussichtspunkt des Parks, wird immer häufiger diskutiert, ob The Shard nun eine moderne Bereicherung des Stadtbildes wird - oder ob der Wolkenkratzer, der die einst so mächtige St. Paul's Cathedral wie ein Spielzeug aussehen lässt, London womöglich sogar verschandelt.

Stetig wächst das schlanke Gebäude, das von Stararchitekt Renzo Piano entworfen wurde, dem Himmel entgegen: Der zentrale Träger, der unter anderem auch mehrere Fahrstühle enthält, steht schon seit vielen Monaten; jetzt wächst The Shard Etage und Etage nach oben: alle zwei Wochen sind drei neue Etagen im Rohbau fertig und erhalten ihre Glasfassade.

Damit die Bauarbeiter in der luftigen Höhe auch bei kräftigem Wind sicher arbeiten können, wird jeweils ein Windschutz um die gerade bearbeiteten Etagen gezogen. Einen besonders gefährlichen Job haben die Kranführer, die teilweise blind große Bauteile bewegen müssen, aber immerhin den Arbeitsplatz mit der spektakulärsten Aussicht haben und dies immer noch genießen, wie die BBC berichtete.

The Shard wird einen direkten Zugang zur London Bridge Station haben, einem der Hauptbahnhöfe Londons. Um den gesteigerten Sicherheitsansprüchen in den Zeiten potentieller Terrorattacken gerecht zu werden, wurde das Gebäude so gebaut, dass es angeblich einen Angriff mit einem Passagierflugzeug aushalten soll.

Eine neue Touristenattraktion für London: The Shard mit Aussichtsplattform

Der höchste begehbare Punkt von The Shard wird die Aussichtsplattform sein, die auf Etage 66 in luftigen 232 Metern Höhe liegt und einen atemberaubenden Blick über London bieten wird; bei gutem Wetter wird man bis ins Umland sehen können.

Über der Plattform, die - vermutlich gegen ein Eintrittsgeld - für jeden Interessierten öffentlich zugänglich sein wird, befindet sich in der Spitze des Gebäudes ein Teil der Haustechnik. Die Gesamthöhe entspräche 87 Etagen.

Unter der Aussichtsplattform befinden sich auf elf Geschossen exklusive Luxuswohnungen, darunter nimmt das Fünf-Sterne-Hotel Shangri-La weitere 15 Etagen in Anspruch - 205 exklusive Suiten, ein Spa hoch über den Dächern der Stadt sowie Top-Gastronomie sollen die Gäste verwöhnen.

In den Etagen 32 bis 36 sind Ausstellungen und Restaurants geplant - wer also beim Essen die Aussicht über London genießen will, findet vermutlich keinen spektakuläreren Ort.

Die Stockwerke fünf bis 31 sind für die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers reserviert, die hier ihre Büros einrichten wird. Darunter befinden sich in der geräumigen Basis von The Shard Restaurants und Geschäfte.

Quellen und weitere Informationen:

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Renate Oetjens, Renate Oetjens

Renate Oetjens - Online-Journalistin, Texterin und Übersetzerin

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