
- Ivy Quainoo gewann The Voice Of Germany 2012 - SAT.1 / ProSieben / Richard Huebner
Moderator Stefan Gödde verkündete es um 23:13 Uhr: Mit 33 Prozent wurde Ivy Quainoo "The Voice Of Germany". Ein Resultat nach harter Arbeit: Vier Wochen vor Heiligabend 2011 starteten die beiden Sender ProSieben und SAT.1 die neueste Kreation von Show-Erfinder John de Mol; eine Castingshow, die sich vor allem dadurch von Shows gleichen Genres unterscheiden sollte, dass nur die Stimme zählt. Schon im Halbfinale präsentierten die Finalisten Kim Sanders (Team Nena), Ivy Quainoo (Team BossHoss), Max Giesinger (Team Xavier Naidoo) und Michael Schulte (Team Rea Garvey) ihre eigene Single und landeten damit noch während der Show ihren ersten Top-10-Hit in den Download-Charts. Am 10. Februar 2012 strahlte SAT.1 das große Finale der Castingshow aus, in dem allein der Zuschauer entschied, wer "The Voice Of Germany" 2012 werden sollte: Der Sieger wurde anhand der Download-Zahlen der Finalisten-Singles vom Halbfinale bis zum Finaltag um 16:00 Uhr sowie durch die eingehenden Anrufe und SMS des Votings ermittelt, wobei die Downloadzahlen doppelt zählten. Die sich daraus ergebenden Platzierungen veröffentlichte der Sender zu Beginn der Show: 1. Michael Schulte, 2. Ivy Quainoo, 3. Max Giesinger und 4. Kim Sanders als erstes Zwischenergebnis. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Max belegte am Ende Platz vier, Michael Schulte den dritten Rang, Kim Platz zwei und Ivy siegte verdient.
Kim Sanders beim Finale von "The Voice Of Germany"
Kim Sanders war in den 1990er Jahren mit dem Dancefloor-Projekt Culture Beat in den Charts. Bei "The Voice Of Germany" legte sie einen perfekten Neustart hin; sowohl stimmlich als auch von der Gesamterscheinung her. Die 42-Jährige aus Frankfurt belegte zu Beginn der Final-Show Rang vier bei den Download-Votings und performte gemeinsam mit Gaststar Marlon Roudette. Der attestierte Kim begeistert, ein Star zu sein. Die Interpretin, die Beistand von ihrer extra aus Texas angereisten Mutter bekam, punktete mit einer technisch sauberen Leistung beim Vortrag von "Anti Hero", den Roudette als Ganzkörpermassage seitens Kim bezeichnete. Was sie auf Rang zwei vor dem Start der zweiten Runde emporsteigen ließ.
Michael Schulte konnte sich der Unterstützung seines Coaches Rea Garvey von Anfang an sicher sein. Gemeinsam mit Ed Sheeran sang Michael "The A Team" und erhielt ein dickes Lob vom Partner: Zum ersten Mal habe er den Song im Duett gesungen und Michael sei der Beste. Die Jury zeigte sich ebenfalls angetan von den zwei Jungs mit der Gitarre. Logisch, dass der 21-Jährige aus Dollerup beim zweiten Zwischenergebnis nicht schlecht aussah: Er belegte Rang ... nein, nicht den ersten, denn den hatte sich wohl Ivy Quainoo ersungen, die die Show musikalisch eröffnete. Doch zum selbstkomponierten "Carry Me Home" gab es den bis dahin stärksten Beifall des Abends für Michael.
Ivy Quainoo zur Halbzeit von "The Voice Of Germany" Favoritin
Ihre Coaches von The Bosshoss ermunterten die 19-jährige Ivy Quainoo schon zu Beginn der ersten Staffel von "The Voice Of Germany" dazu, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Die Berlinerin schaffte es jedoch auch so, mit ihrer zurückhaltenden und ehrlichen Art die Zuschauer für sich zu begeistern. Auch mit ihrem umwerfend-einnehmenden Stil, wie die Menschen ihn von echten Weltstars kennen, verlieh sie ihren Songs eine Eigenständigkeit, die Ivy letztendlich ins Finale verhalf. Sie habe, so Rea Garvey, die größte Entwicklung gemacht. Dazu passte der Opener der Show, denn Ivy sang mit The Bosshoss "Say A Little Prayer" und katapultierte das Studio mit den Bigband-Klängen in eine andere Welt. Was ihr Platz eins im zweiten Zwischenergebnis einbrachte.
Max Giesinger gehörte von Anfang an zu den Favoriten der Show, denn er konnte sich nach seinem Auftritt den Coach aussuchen, mit dem er weiterarbeiten wollte. Zur guten gesanglichen Leistung kam der angenehme persönliche Auftritt des 23-Jährigen aus Waldbronn. Bis zum Halbfinale wurde er stets weitergewählt, doch ausgerechnet dort musste Coach Xavier Naidoo eingreifen, um seinem Favoriten ins Finale zu verhelfen. Viel gelernt habe er, so Giesinger im Finale, zu dessen Beginn er auf Platz drei aus Sicht des Download-Votings gelegen hat. Xavier Naidoo: "Wenn er's nicht packt, kriegt er auf's Maul." Doch nach seinem ersten Auftritt mit "Dach der Welt" lag Max weiterhin nur auf dem dritten Rang. Und auch danach wurde es eher schlechter als besser: Rang vier.
Runde zwei: Max mit Katie und Kim mit Nena
Für Max Performance von "Nine Million Bicycles" im Duett mit Katie Melua gab es Zwischenapplaus. Beide zeigten sich ziemlich angetan voneinander; das Gesamtpaket würde stimmen, so Katie über Max. Nur die Jury kritisierte den leicht liebestrunkenen Max. Kim Sanders und Nena traten im Duett mit "Love Shack!" auf und lieferten eine Vorstellung ab, die das Studio zum Beben brachte. Mit dem an optisch schön anzuschauenden Verrenkungen reichen Auftritt rockten die beiden immerhin 43- und 51-Jährigen die Bühne und feierten eine Party, die für sich betrachtet allein schon einen Award wert gewesen wäre. Unterstützt von Ex-Kandidaten im Background. "Wenn Du singst, leuchtet der Saal" so Nena ein paar Minuten später zum Auftritt von Ivy mit "Do You Like What You See".
Hier: Die Top 5 von "Unser Star für Baku", auch mit sehr guten Stimmen
Ivy & Co: Wieso nicht für den ESC 2012 nominiert?
Optisch wie musikalisch ganz viel Glanz brachten Ivy Quainoo und Florence And The Machine mit "Shake it" auf die Bühne. Ein Duett, bei dem alles stimmte und das mitten ins Herz der Zuschauer traf. Wieso wurde eigentlich nicht einer der vier Finalisten von "The Voice Of Germany" dazu bestimmt, Deutschland beim Eurovision Song Contest 2012 zu vertreten? Besser als die Top 5 für Baku sind sie alle. Alex und Sascha von The Bosshoss ordneten den letzten Auftritt von Ivy der absoluten Weltklasse zu. Etwas weniger euphorisch, aber dennoch mit viel Lob wurde Michaels Auftritt mit Coach Rea Garvey mit "Feeling good" von Michael Bublé bedacht. Auch Kim Sanders' Abschlusssong "Haunted" war ein Schuss ins Schwarze. Kim? Auf nach Baku für Deutschland.
Klicken Sie hier zum Rückblick: Alles zu den Juroren, Regeln und dem Beginn von TVOG
Freundschaft, Leben, Party, tolle Songs und tolle Stimmen: "The Voice Of Germany"
Mit Max' Auftritt neben Coach Xavier Naidoo endete die letzte Runde der ersten Staffel von TVOG. Sie begeisterten mit "Paint It Black" von den Stones. Rea Garvey: "Max, Du hast das Ding gerockt und Xavier war auch gut. "Diese Show hat den Fernsehmarkt verändert“, lautete das Fazit von Wolfgang Link, dem Unterhaltungschef der veranstaltenden Sendergruppe zu "The Voice Of Germany". Recht hatte der Fachmann, denn der Unterhaltungswert der Show übertraf denjenigen des konzeptionell in die Jahre gekommenen "Deutschland sucht den Superstar" bei weitem. Viel mehr Leben, viel mehr Emotionen, viel mehr Leidenschaft ohne jeden Anflug von Freakshow oder Nichtskönnern, die ins Finale durchgelobt werden. Ganz im Gegenteil: Tolle Stimmen bei textsicheren Interpreten.
Spitzenquoten und neue Talente: Hier ein weiterer Artikel zu "The Voice Of Germany"
"The Voice Of Germany", die Battles: Wer sang in welchem Team?
