Mikis Theodorakis: Biografie des Komponisten

Hansgeorg Hermanns Buch beschreibt den "Rhythmus der Freiheit"

Herman: Mikis Theodorakis - Verlag Neues Leben
Herman: Mikis Theodorakis - Verlag Neues Leben
Hansgeorg Hermanns im Verlag Neues Leben erschienene, autorisierte Biografie des großen Komponisten ist ein Muss für Fans zeitgenössischer griechischer Musik und Kultur.

Mikis Theodorakis: Der Künstler, der mit seinem ganzen Leben hinter seiner Musik und seiner Mission steht. Seine Biografie und sein Werk bilden eine Einheit, dem trägt dieses Buch Rechnung. Folter, Kerker und Verbannung hat Theodorakis ertragen, um seinen Ideen und Idealen treu zu bleiben. Während der Militärdiktatur waren seine Lieder verboten. Im Untergrund formulierte sich in ihnen der Widerstand gegen das Regime. Nach dessen Ende feierte er große Triumphe. Auslandserfolge waren unter anderem seine Filmmusiken, wie die zu dem Film "Alexis Sorbas" nach einem Roman des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis. Doch sein Herz schlägt für Griechenland. Sein Anliegen ist es, eine Harmonisierung der Gesellschaft mit seiner Musik zu bewirken. Dafür setzt er auf volkstümliche Instrumente wie Busuki und verschmilzt Volksmusik mit hoher Dichtung. Viele griechische Musiker folgten bald seinem Beispiel. So werden die Gedichte der Literaturnobelpreisträger Giorgos Seferis und Odysseas Elytis und vieler anderer großer Dichter abends in griechischen Tavernen gesungen und sind Klein und Groß, Arm und Reich bekannt.

"Der Rhythmus der Freiheit" überschreibt der Autor Hansgeorg Hermann seine Biografie

Hermann zeichnet darin ein detailliertes Gesamtbild des Künstlers und seines Umfelds. Persönliche und künstlerische Einflüsse werden aufgezeigt. Wir erfahren viel über seine Familie, seine Freunde und seine Lehrer, seine Schwierigkeiten, seine Erfolge. Andererseits wird auch der politischen und gesellschaftlichen Situation seines Landes zur Zeit seines Wirkens viel Raum gegeben. Schließlich wird der Lebensweg des großen Komponisten mit all seinen schweren Stationen beschrieben, die immer wieder Verfolgungen, Inhaftierungen und Verbannung umfassten, bis es seinem Land endlich vergönnt sein sollte, wieder in Demokratie und Freiheit zu leben. Es ist ein weiter, ereignisreicher, von großen Momenten der Zeitgeschichte gesäumter Weg von der Geburt des Musikers am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios, über seine Kindheit und kämpferische Jugendzeit, seine Erfolge, bis zu seinem heutigen, noch immer engagierten Leben in Athen. Hermanns gute, lebendige Schreibweise macht die Lektüre zu einem angenehmen, spannenden Leseerlebnis, das einen hervorragenden Beitrag zum Verständnis der Musik Theodorakis' und der Kultur des modernen Griechenlands leistet.

Viel Originalton und Bilddokumente machen das Werk lebendig, Zeittafel und Werkverzeichnis sorgen für Überblick

Immer wieder sprach der Autor mit dem Komponisten selbst, aber auch mit Künstlerkollegen und Historikern. Die Interviews sind, ebenso wie viele Photos, zwischen den Text eingestreut und zeigen weitere Perspektiven auf. Am Ende des Buches gibt eine Zeittafel einen systematischen Überblick über Lebensstationen und Zeitereignisse. Außerdem sind ein auszugsweises Werkverzeichnis, ein Personenregister und Quellenangaben angehängt.

Hansgeorg Hermann: Mikis Theodorakis - Der Rhythmus der Freiheit. Verlag Neues Leben 2008. Gebunden, 272 Seiten. Euro 19,90.

Heidi, HeidiJovanovic

Heidi Jovanovic - Heidi Jovanovic arbeitet als Autorin, Übersetzerin und freie Journalistin für Printmedien wie die Augsburger Allgemeine Zeitung ...

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