Therapie mittels Trancezuständen

Hypnose als Möglichkeit der Heil- und Therapiemethode

Trancezustände bieten Zugriff auf das Unterbewusstsein und damit auf die Ursache vieler Probleme und Krankheitsbilder, wie auch effiziente Lösungsmöglichkeiten für diese.

Lange Zeit galt die Hypnose als unseriöses Handwerk von Varietékünstlern, als Showakt, in dem der Hypnotisierte die Kontrolle über seinen Körper verliert und sich damit der Willkür des Hypnotiseurs und möglicherweise auch der Lächerlichkeit preisgibt. Dieses Bild ist nun glücklicherweise schon lange passé und die Hypnotherapie hat als überaus wirkungsvolle Therapieform Einzug gehalten in viele Bereiche des Gesundheitswesens als unterstützende oder selbstständige Behandlungsform.

Die drei Grundzustände der Psyche

Die beiden bekanntesten Zustände sind selbstverständlich der Wachzustand und der Schlaf. Der dritte Zustand ist die Trance, die sich in objektive und subjektive Faktoren gliedern lässt. Zu den subjektiven zählt beispielsweise ein Gefühl der Leichtigkeit oder Schwere, ein Kribbeln der Haut oder ähnliches. Als objektive Faktoren werden entspannte Muskulatur, ruhige Atmung, glatte Gesichtsmuskulatur und andere vegetativ-körperliche Erscheinungen beschrieben.

Die drei Grundzustände der Trance

Die Trance selbst kann ebenfalls in drei verschiedene Gehirnwellenmusterzustände unterteilt werden, die sich am objektivsten durch die entsprechenden Frequenzen unterscheiden lassen.

  • Alpha-Zustand, 8-13 Hz, leichte bis mittlere Trance

Kennzeichen ist eine erhöhte Aufnahmebereitschaft, der Hypnotisierte ist entspannt und ansprechbar, diesem Zustand begegnet man im alltäglichen Leben beispielsweise beim Lesen oder während anregenden Gesprächen, der bewusst oder unbewusst in Trance Versetzte empfindet es oft als Flow-Zustand.

  • Theta-Zustand, 4-8 Hz, tiefe Trance

Kennzeichen ist eine extreme Aufnahmefähigkeit, alle Türen des Gehirns stehen offen, der Hypnotisierte ist nur mühsam ansprechbar, Kinder befinden sich oft in diesem Zustand, Erwachsene dagegen eher selten, beispielsweise kurz vor dem Einschlafen.

  • Delta-Zustand, unter 4 Hz, somnambulistische Trance

Kennzeichen ist, dass in einer solchen Phase vermehrt Wachstumshormone ausgeschüttet werden und der Organismus sich in solchen Zuständen quasi regeneriert, der Mensch befindet sich während tiefster Meditation oder tiefen Schlafphasen in diesem Zustand.

Weiterhin gibt es auch noch den Beta-Zustand, wobei dieser zum Wachbewusstsein und damit nicht zu den Trancezuständen zählt, er ist durch 14-18 Hz gekennzeichnet.

Hypnose und Trancezustände als Therapiemethode - Leerhypnose

Ein eher unspezifischer Anwendungsbereich ist die sogenannte Leerhypnose, in der der Klient mit einem Text, der allgemein gehalten ist, in eine tiefe Entspannung geführt wird. Ziel ist hier nicht das Angehen von bestimmten Problemen, sondern schlicht sowohl Körper, als auch Geist Ruhe und Erholung zu gewähren. Da der Text allgemein bleibt, hat der Klient wiederum auch sehr viel persönlichen Entfaltungsraum für seine eigene Kreativität und Vorstellungen. Gerade in unserer schnellen Gesellschaft ist die Erfahrung einer solchen Oase der Ruhe oft schon heilsam genug und bringt notwendige Prozesse in Gang.

Hypnose und Trancezustände als Therapiemethode - therapeutische Trancezustände

Die eigentliche therapeutische Anwendung ist eng mit Psychotherapie verknüpft und will prinzipiell dasselbe, lediglich mit anderen Werkzeugen, erreichen. In dieser Form der Therapie mittels Trancezuständen wird an einer konkreten Fragestellung gearbeitet, mit dem Ziel, ein individuelles Problem zu lösen. Diese Therapie kann tatsächlich nahezu bei jedem Krankheitsbild Anwendung finden. Beispielsweise bei Phobien und Angsterkrankungen, bei Depressionen und psychosomatischen Leiden, bei Schmerzsymptomatik und natürlich auch bei Problemen, wie Lebenskrisen, Raucherentwöhnung, Abnehmen und vielem mehr.

Die Hypnotherapie versucht zum einen, die Ursache, die meist in der Psyche des Menschen begründet liegt, zu finden. Oft liegen hier schlüsselhafte Erinnerungen vergraben, die nur das Unterbewusstsein abrufbereit hat, sei es aus Selbstschutz des Bewusstseins oder aus anderen Gründen.

Zum anderen arbeitet die Hypnose anschließend ressourcenorientiert, das heißt, dem Klienten wird ein positives Gefühl zur Hand gegeben, das in entsprechenden Problemsituationen als Anker dienen kann. Die Hypnose ist lediglich eine Methodik, um in Trancezuständen mit dem Unterbewusstsein auf sehr effizientem und nachhaltigem Weg zu kommunizieren und damit zu helfen, Probleme zu lösen, die sonst vielleicht nur in ihrer Symptomatik bekämpft werden und doch nie verarbeitet und damit ad acta gelegt werden können. Somit sind Trancezustände ein altes Wissen, das in seiner neuen Anwendung eindeutig eine bereichernde Therapiemethode darstellt.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Hannah Baumbach, Hannah Baumbach

Hannah Baumbach - 1987 in Nürnberg geboren hat sie als älteste von drei Kindern 2006 ihre Gymnasialkarriere erfolgreich abgeschlossen und ...

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