
- Hypnosesetting - Dörthe Huth
Hypnotische Verfahren gehören zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit. Schon den alten Ägyptern, Griechen und vielen archaischen Völkern war die Hypnose in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen bekannt. Die Öffnung gegenüber dieser uralten heilkundlichen Methode war in Deutschland lange Zeit durch Vorurteile und Assoziationen zur Show-Hypnose geprägt. Zudem war vielen Experten der Blick auf die Hypnose durch die Dominanz der Psychoanalyse und auch der Schulmedizin verstellt. Vor allem durch Milton Erickson (1901-1980) gewann die Hypnose auch wieder in Europa an Akzeptanz. Nach und nach findet die Anregung zur Selbstheilungskraft von der konventionellen westlichen Medizin Anerkennung und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Hypnose-Therapeut führt den Klienten durch seine Stimme in einen angenehmen Entspannungszustand und leitet ihn in seine innere Welt, in der er förderliche Bilder entstehen lassen und heilsame Suggestionen aufnehmen kann.
Was ist Hypnose?
Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand, in der die Aufmerksamkeit fokussiert und die Konzentration eingeengt wird. Es ist ein Zustand von Entspannung und gleichzeitiger fixierter Konzentration. In einer solchen hypnotischen Trance ist das Unbewusste leichter ansprechbar. Ein Zustand, den jeder kennt, wenn man zum Beispiel ganz in ein spannendes Buch abtaucht, sich ganz in einen fesselnden Film vertieft oder genüsslich seinen Tagträumen nachhängt. Im tranceartigen Zustand befinden wir uns auch, wenn beim Hören mancher Musikstücke, beim Joggen oder Ähnliches. In einem Zustand der hypnotischen Trance verliert das rationale Tagesbewusstsein seine beherrschende Stellung, die Kritikfähigkeit wird eingeschränkt und die mehr intuitiven, gefühlsgeleiteten Anteile bekommen ihren Raum. So scheint es im Zustand der konzentrativen Wachsamkeit auch möglich, Suggestionen direkt an das eigene Unbewusste zu richten. Dennoch haben die Klienten in der therapeutischen Hypnose jederzeit die Kontrolle über sich. Nichts geschieht gegen den eigenen Willen oder die eigenen moralischen Vorstellungen. Dafür trägt der Hypnosetherapeut die Verantwortung.
Wobei Hypnose helfen kann
Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen hypnotisierbar. Die meisten Personen verfügen allerdings über eine Hypnosefähigkeit, die unter fachkundiger Anleitung weiter ausgebaut werden kann. Hypnose wird in der Psychotherapie häufig als ergänzendes Verfahren zum Gespräch eingesetzt, insbesondere bei Klienten mit Diagnosen wie Depression, Ängsten, Stress, Abhängigkeiten, Essstörungen, Migräne, Kopfschmerzen, Trauerarbeit, Traumabewältigung oder auch zur Schmerztherapie. Hypnose ist dann eine Trance, die auf ein Ziel hin ausgerichtet ist, wie Schmerzbewältigung, Stressbewältigung, Angstbewältigung etcetera. Hier ein kleiner Überblick, bei welchen Beschwerden Hypnose helfen kann:
- Bewältigung von Unsicherheiten und Ängsten wie Prüfungsängste, Angst vor Dunkelheit, Flugangst, Redeangst und so weiter
- Bewältigung von Alltagskonflikten wie Entscheidungsschwierigkeiten, Beziehungsprobleme, leichter ein- und durchschlafen
- Persönlichkeitsentwicklung wie mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, Bewältigung von Niederlagen, Steigerung der Kreativität, effizienteres Lernen.
- Körperliche Beeinflussung wie Stärkung des Immunsystems, Blutdrucksenkung, Schmerzkontrolle, Gewichtsveränderung, Atemkontrolle bei Asthma
Suggestionen und wie sie wirken
In der therapeutischen Hypnose wird diese Fähigkeit zur Alltagstrance sehr stark und so gezielt gefördert, dass Sie zur Lösung körperlicher oder seelischer Probleme eingesetzt werden kann. Für die Induktion, also die Einleitung in den hypnotischen Zustand, ist Sicherheit und Geborgenheit notwendig. Musik kann dabei helfen und eine gute therapeutische Beziehung ist dafür Voraussetzung. Entscheidend für die Hypnose ist nicht die Entspannung selbst, sondern die Veränderung der inneren Realität, die man auch als Vorstellungsbilder, Imaginationen oder Phantasietätigkeit umschreiben kann. So kann der Therapeut seinen Klienten beispielsweise in der Fantasie an einen Wohlfühlort leiten, an dem er ihm hilfreiche Suggestionen zur Problemlösung, Schmerzlinderung oder Verhaltensänderung nennt. Die Suggestionen werden meist wiederholt oder enthalten selbst Wiederholungen, denn auch Monotonie wirkt hypnotisch.
Wer therapeutische Hypnose anbieten darf
Der Psychomarkt ist für den Laien schwer zu durchschauen. Auch im Bereich der Hypnose tummeln sich Anbieter mit den verschiedensten Ausbildungshintergründen. Therapeutische Hypnose, die darauf abzielt, psychisches Leiden zu lindern, dürfen allerdings nur die wenigen Berufsgruppen mit heilkundlicher Erlaubnis anbieten. Eine heilkundliche Erlaubnis ist Ärzten, Psychotherapeuten, Heilpraktikern und Heilpraktikern für Psychotherapie vorbehalten. Sie haben durch ihre Aus- und Weiterbildung den Hintergrund, psychische Krankheiten von Alltagskonflikten abgrenzen zu können und einen Behandlungsplan zu erstellen, der auf das Wohl des Klienten ausgerichtet ist. Eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung mit gegenseitiger Achtung ist in der therapeutischen Hypnose Voraussetzung für die gemeinsame Arbeit.
