
- Douglas Preston: Der Canyon - Knaur Verlag
Douglas Preston, der 1956 in Chambridge/Massachusetts geboren wurde, lässt in seinen Thrillern regelmäßig sein Fachwissen und seine Erfahrungen, die er unter anderem im American Museum of National History in New York sammeln konnte, einfließen. Auch für sein 2005 erstmals erschienenes Buch "Der Canyon" (im Original: "Tyrannosaur Canyon"), zieht Preston wieder alle Register, um Wissen und Phantasie zu verbinden. Das Resultat ist ein spannender Thriller um die Theorie, warum es zum Aussterben der Dinosaurier kam.
Der Inhalt von "Der Canyon"
Tom Broadbent findet bei einem abendlichen Ausritt in den Canyons einen verwundeten Archäologen, der ihm mit letzter Kraft sein chiffriertes Notizbuch anvertraut, damit es nicht in falsche Hände gerät.
Als Tom das Buch annimmt, begibt er sich deshalb unwissentlich in eine gefährliche Situation, da der Killer dieses Notizbuch seinem Auftraggeber, Dr. Iain Corvus vom New Yorker Museum, bringen soll.
Als Tom zu recherchieren beginnt, stößt er auf den ehemaligen Kryptoanalysten, Wyman Ford, der den Code in dem Notizbuch auch tatsächlich knackt und die seltsamen Zahlen als Daten eines Bodenradars identifiziert, die den Fundort eines Schatzes in Form eines perfekt erhaltenen, gefiederten, weiblichen Tyrannosaurus Rex preisgeben, von dem der Auftragskiller eine Probe erhaschen konnte.
Als Dr. Corvus die Probe untersuchen lässt, ruft er eine Geheimorganisation auf den Plan, die seit dreißig Jahren Gespräche abhört und auf so einen Hinweis wartet, da eine Bodenprobe der Mondmission von 1972 Seltsames mit sich brachte, was mit dem Chicxulub-Einschlag zu tun hat, der bis dato als Ursache für das Aussterben der Dinosaurier angesehen wurde.
Die Theorie vom gefiederten Tyrannosaurus Rex
Dass die Frühform des Tyrannosaurus Rex gefiedert gewesen sein soll, und dass eben die Saurier und Vögel vieles gemeinsam hatten, wurde bereits 2004 von Paläontologen um Xing Xu vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie in Peking herausgefunden. Diese etwa Emu-große Frühform des Tyrannosaurus, namens Dilong paradoxus, lebte vor 130 Millionen Jahren, also noch 60 Millionen Jahre vor dem T-Rex. Ob auch dieser Federn trug ist nicht klar, aber Douglas Preston verstand es, diese damals noch ziemlich neue Entdeckung auszubauen und dem Tyrannosaurus ein flaumiges Gefieder auf den großen Leib zu schreiben.
Der Chicxulub-Einschlag, der das Zeitalter der Dinosaurier beendete
Auch die Schlagzeile, dass der Meteoriteneinschlag auf der mexikanischen Yucatan-Halbinsel vor ungefähr 65 Millionen Jahren, der das Aussterben der Dinosaurier verursachte, eben nicht Schuld an diesem Artensterben gewesen sein soll, weil der Einschlag etwa 300.000 Jahre früher geschehen sein soll, und weil der sogenannte Chicxulub-Krater nicht groß genug sei, um diese verheerenden Wirkungen hervorgerufen zu haben, nimmt Preston in seinem Thriller auf.
Dieses Untersuchungsergebnis von 2003 brachte ihn auf die Idee, dass das Aussterben der Dinosaurier auf etwas anderes zurückzuführen ist; etwas, das aber vielleicht mit dem Meteoriten auf die Erde kam.
"Der Canyon" - ein Thriller mit Spannungsgarantie
Douglas Preston versteht es, den Leser nicht nur mit der eigentlichen Geschichte zu fesseln, sondern auch mit seinen Stil, durch den es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Zum Teil gibt es fünf Handlungsstränge, die er aber durch oft sehr kurze Kapitel geschickt nebeneinander laufen lässt. Dadurch ist der Leser überall auf dem Laufenden, was zusätzlich die Spannung aufrecht erhält.
Außerdem versteht Preston sich darauf sein Fachwissen und geschichtliche Ereignisse so einzuflechten, dass der Leser noch etwas lernen kann; wenn er auch Forschungsergebnisse oft dazu verwendet, seine eigene Phantasie zu beflügeln.
Douglas Preston schreibt auch zusammen mit Lincoln Child Mystery-Thriller; zum Beispiel: Darkness, Relic, Attic, Formula, Das Ritual und viele mehr.
Douglas Preston: Der Canyon, Knaur Verlag, München 2007, 560 Seiten, 9,95 €
