Im Rahmen der Vorsorge oder aus anderen Gründen kann der behandelnde Arzt eine Blutentnahme anordnen. Einer der im Labor getesteten Blutwerte sind die Thrombozyten.

Möglichst genaue Blutwerte ermitteln

Der Patient sollte generell morgens nüchtern zum vereinbarten Termin erscheinen. Das heißt nichts weiter, als dass das morgendliche Frühstück ausfällt. Um möglichst unverfälschte Ergebnisse bei der Ermittlung der Anzahl der Thrombozyten zu bekommen, ist die letzte Mahlzeit am besten am Abend zuvor, nicht später als 20 Uhr, einzunehmen. Der Arzt kann mit Hilfe der Laborbefunde feststellen, ob die untersuchten Blutwerte noch im Norm- bzw. Referenzbereich liegen, ob sie (viel) zu hoch oder niedrig sind. Gegebenenfalls können weitergehende Untersuchungen veranlasst werden.

Blutwerte verstehen: Thrombozyten

Blutplättchen bzw. Thrombozyten werden nicht zu den "richtigen" Blutzellen gezählt, weil die Blutbestandteile in Form von kleinen Scheiben keinen Zellkern besitzen. Kommen sie mit Luft in Kontakt, zerfallen sie sehr schnell. Bei Entzündungen oder Gefäßverletzungen sind die Thrombozyten mit der Reparatur von Gewebe beschäftigt. Die Blutplättchen, die das Knochenmark bildet und die Milz wieder abbaut, sind enorm wichtig bei der Blutgerinnung.

Wann sind die Thrombozyten erhöht und wann normal?

Die Abkürzung, die für die Bezeichnung der Thrombozyten verwendet wird, kann THRO, PLT oder auch einfach Thrombo, sein. Vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen gelten die gleichen Normwerte:

  • zwischen 150.000 und 400.000 pro Mikroliter gelten als normal
  • bei bis zu 700.000 Thrombozyten pro Mikroliter sprechen Mediziner von mild erhöhten Blutwerten
  • liegt die Anzahl der Blutplättchen zwischen 700.000 und 900.000, gelten die festgestellten Werte noch als moderat erhöht
  • alle Blutwerte über 900.000 pro Mikroliter sind schwer erhöht

Mögliche Gründe für zu hohe Thrombozyten

Wird die Anzahl der Blutplättchen unmittelbar nach starker körperlicher Anstrengung gemessen, können diese um bis zu 50% erhöht sein. Weitere Gründe für zu hohe Thrombozyten sind in (eitrigen) Infektionen zu suchen. Wenn Blutwerte außerhalb der Referenzbereiche auftreten, kann zum Beispiel eine Entzündung der Harn- oder Atemwege vorliegen. Aber auch nach einer Operation oder einer schlimmeren Verletzung können erhöhte Werte für die Thrombozyten gemessen werden.

Wann sind die Thrombozyten zu niedrig?

Von leicht erniedrigten Werten spricht man im Bereich von 100.000 Blutplättchen. Auch ein niedriger Wert kann viele Ursachen haben, möglich sind ein Mangel von Vitamin B12 oder Folsäure, aber auch Knochenmarkserkrankungen oder Leukämie. Wer künstliche Herzklappen hat, weist (sehr) wahrscheinlich eine niedrigere Anzahl von Thrombozyten auf. Ein angeborener Mangel an Blutplättchen kommt sehr selten vor.

Was kann die Blutwerte noch beeinflussen?

In der Medizin gehört die Laboranalyse von Urin und/oder Blut inzwischen dazu, um den aktuellen gesundheitlichen Zustand zu erfassen. Es gibt viele Faktoren, die für das Ermitteln der genauen Laborwerte entscheidend sind. Bestehende Erkrankungen, Medikamente, Alter, Geschlecht und körperliche Konstitution spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch Transport und Lagerung, oder bei besonders empfindlichen Tests, kann es ebenfalls zu einer mehr oder weniger starken Beeinflussung des Ergebnisses kommen. Im schlimmsten Fall kann dies zu sogenannten falsch negativen oder falsch positiven Testresultaten führen. Im Zweifelsfall wird der behandelnde Arzt weitere Untersuchungen veranlassen.

Das könnte Sie zum Thema Laborwerte/Blutwerte vielleicht auch interessieren:

Quellen:

  • Laborwerte, Dr. N. Schaenzler, Dr. med. W.P. Bieger, GU Verlag
  • Dr. Lohaus, KRH Klinikum Springe
  • Der Mensch, Anatomie und Physiologie, Thieme Verlag, Dr. med. habil. J. Schwegler
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel nicht den fachlichen Rat - eines Arztes oder Heilpraktikers - ersetzen können.