
- Atemübungen in ungewohnten Positionen - S. Hofschlaeger/Pixelio
Wer sich häufig in und an Gewässern aufhält, tut Gutes daran, sich mit dem Rettungsschwimmen zu befassen. Gerade Eltern, die sich im Sommer gern mit ihren Kindern am Badesee oder auch in öffentlichen Schwimmbädern aufhalten, sollten in der Lage sein, in einer Gefahrensituation erste Hilfe im Wasser leisten zu können.
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft bietet deshalb regelmäßige Rettungsschwimm-Kurse an, in denen interessierte Schwimmer Rettungsschwimm-Abzeichen in verschiedenen Leistungsstufen machen können. Die erste Leistungsstufe führt zum Rettungsschwimm-Abzeichen Bronze, die höchste Leistungsstufe zum Rettungsschwimm-Abzeichen Gold. Für den offiziellen Einsatz als Rettungsschwimmer an Badeseen oder in öffentlichen Bädern wird in der Regel Silber vorausgesetzt.
Spätestens beim Rettungsschwimm-Kurs für den Silber-Schein steht das Tieftauchen zwischen drei und fünf Meter auf dem Programm – und zwar von der Wasseroberfläche; nicht mit Sprung vom Beckenrand.
Technik zum Abtauchen
Um von der Wasseroberfläche abtauchen zu können und den Grund zu erreichen, kann es hilfreich sein, beim Abtauchen auszuatmen. Selbst, wenn man schon beim Abwärtsgang vollständig ausgeatmet hat, verfügt der Körper noch über genügend Sauerstoffreserven, um mitsamt dem fünf Kilogramm schweren Tauchring wieder stressfrei zurück an die Wasseroberfläche zu gelangen.
Um fußwärts von der Wasseroberfläche abzutauchen, bringt der Schwimmer seinen Oberkörper durch einen kräftigen Beinschlag möglichst weit aus dem Wasser heraus, streckt die Arme in die Luft und taucht dann kerzengerade in die Tiefe. Allein der Schwung reicht in der Regel schon aus, um etwa zwei Meter in die Tiefe zu kommen. Atmet man dabei noch aus und macht mit den Armen eine „umgedrehte“ Schwimmbewegung (also von unten nach oben), sollte auch die Vier-Meter-Marke zu knacken sein.
Beim Kopfwärts-Abtauchen von der Wasseroberfläche ist ebenfalls eine gestreckte Beinhaltung hilfreich: Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh´. Wie in dem Kinderlied „Alle meine Entchen“ zutreffend beschrieben, taucht auch der angehende Rettungsschwimmer schneller in die Tiefe, indem er wie zu einem Purzelbaum ansetzt: Mit einem Schwung mit dem Kopf nach unten, die Arme ebenfalls nach unten ausstrecken und die Beine wie beim Handstand in die Luft strecken. So wir der Körper in eine kerzengerade Kopfwärts-Haltung gebracht und gewinnt an Geschwindigkeit beim Abtauchen. Wer dabei noch ausatmet und mit ein paar Schwimmbewegungen nachhilft, sollte problemlos die Vier-Meter-Marke überschreiten können. Es sei denn, das unbekannte Umgebungsgefühl, das Gefühl von Luftmangel oder der zunehmende Ohrendruck irritieren den Taucher und er bekommt Panik.
Was passiert bei einem Panikanfall?
Panik ist Stress. Stress kann durch verschiedene „Stressoren“ ausgelöst werden, zum Beispiel Kälte. Aber auch Zeitdruck. Beim Tauchen könnte sogar beides auf einmal passieren. Stress hat zur Folge, dass der Pulsschlag sich erhöht, dass der Blutdruck steigt und dass sich folglich die Atmung beschleunigt. Da man unter Wasser jedoch überhaupt nicht atmen, geschweige denn auch noch schneller atmen kann, verstärkt sich der Stress (Luftmangel, Zeitdruck) und kann regelrecht in Panik ausarten. Ein Teufelskreis! Um diesen Stress-Steigerungsprozess kontrollieren zu können, hilft nur Erfahrung. Der Schwimmer beziehungsweise Taucher muss seine Grenzen kennen, um sich selbst beruhigen zu können, wenn er schon innerhalb dieser Grenzen Panik bekommt. Er muss in dieser Situation wissen, dass er sich noch auf sich selbst verlassen kann; nur dann kann er sich beruhigen. Also nicht: Der Stress(or) muss verschwinden, damit der Taucher sich beruhigen kann. Sondern: Der Taucher muss sich beruhigen, damit der Stress(or) verschwinden kann. Nur so handelt es sich um eine kontrollierte Situation.
Eigene Grenzen kennen lernen
Atemübungen helfen, sich selbst und die eigenen Grenzen, also auch den Bereich, in dem man sich noch auf sich verlassen kann, besser kennen zu lernen. Atemübungen in Form von klassischer Meditation, aber auch Atemübungen in ungewöhnlichen Situationen. Wer sich an seine Grenzen herantasten möchte, könnte zum Beispiel damit beginnen, einmal vollständig auszuatmen und dann noch fünf oder auch zehn Sekunden zu warten, bevor er wieder einatmet. Wenn das stressfrei funktioniert, kann man anfangen, sich in ungewöhnliche Positionen zu begeben und die Übung zu wiederholen, zum Beispiel während eines Handstandes. Sobald man sich an der Luft in allen Positionen sicher fühlt, kann man das gleiche im untiefen Wasser üben und sich Stück für Stück an die gewünschte Tiefe herantasten.
