
- Totenkopfäffchen in Costa Rica - Constanze Ließ
Das Nationale Institut für Artenvielfalt in Costa Rica geht von über einer Million Tierarten aus, die in dem kleinen Land in Mittelamerika beheimatet sind. Auf einer Fläche, die nicht größer ist als die Schweiz, beherbergen zwölf Vegetationszonen verschiedenste Lebensformen.
Säugetiere in Costa Rica
Von den ungefähr 200 Säugetierarten, die in Costa Rica leben, gehören über 50 Prozent zu den Fledertieren. Auch die sagenumwobenen Vampirfledermäuse, die sich ausschließlich von Säugetierblut ernähren, leben in dem mittelamerikanischen Land. Durch die Regenwälder schleichen sechs Spezies von Katzen – Ozelotkatze, Gefleckter Baumozelot, Ozelot, Puma, Jaguar und Wieselkatze. Sie alle sind extrem scheu, sehr schwer zu entdecken und inzwischen auch äußerst selten.
Wesentlich häufiger lassen sich Affen in Costa Rica beobachten. Das tiefe Röhren der trägen Mantelbrüllaffen schallt oft kilometerweit durch die Wälder. In den Nationalparks Manuel Antonio und Cahuita sind Weißschulter-Kapuzinerafen häufig anzutreffen. Hier lassen sich auch die kleinsten in Costa Rica beheimateten Affen beobachten, die Totenkopfäffchen. Relativ selten lassen sich die goldbraunen Geoffroy-Klammeraffen blicken, die sich mit ihren langen Gliedmaßen besonders elegant durch die Baumwipfel schwingen.
Graue Fellbündel in Astgabeln entpuppen sich bei genauerem Hinsehen nicht selten als Faultiere. In Costa Rica sind Zwei- und Dreifingerfaultiere beheimatet. Der Nasenbär (Pizote) hält sich gerne in der Nähe von Rangerstationen und Campingplätzen auf. Waschbären (Mapaches), Wickelbären und Makibären, beides Kleinbären, kommen ebenfalls in Costa Rica vor.
Etwa 40 Mäuse- und Rattenarten, außerdem zwei Hörnchenarten und zwei tropische Nagetiere leben in Costa Rica. Dabei handelt es sich um das meerschweinchenähnliche Paka, dessen Fleisch von den Ticos geschätzt wird, und das Aguti.
Wild lebende Huftiere in Costa Rica sind der Tapir und das Halsbandpekari.
Des Weiteren leben drei Arten von Ameisenbären und zwei Arten von Gürteltieren in Costa Rica, außerdem Opossums, Kojoten, Otter, Hasen und Wiesel.
Durch den Pazifik vor der costarikanischen Küste wandern jedes Jahr Buckelwale, um zu balzen, sich zu paaren und Junge zu werfen. In den Wasserschutzgebieten von Tortuguero und Manzanillo-Gandoca sind stark bedrohte Manati-Seekühe zuhause. Sowohl im Pazifik als auch im karibischen Meer lassen sich häufig Delfine beobachten.
Vögel in Costa Rica - Vom Papagei bis zur Harpye
Ein Zehntel aller bekannten Vogelarten lebt in Costa Rica, insgesamt fast 900 Arten. 600 der Spezies sind Standvögel, bleiben also ganzjährig im selben Gebiet.
Auch die kleinsten Vögel der Welt, die Kolibris, sind in Costa Rica mit 51 Arten vertreten. Sie ernähren sich von Insekten und Nektar. Ihre Flügel können sie zwischen 80 und 200 Mal pro Sekunde bewegen, was den Eindruck erweckt die Vögel würden in der Luft stehen.
Von den 16 Papageienarten ist der Hellrote Ara die schönste. Er war Mitte des 20. Jahrhunderts noch fast im ganzen Land verbreitet, seine letzten Refugien liegen jetzt in den Nationalparks Corcovado und Palo Verde.
Im ganzen Land trifft man Tukane mit ihrem charakteristischen, großen Schnabel. Eine der größten Attraktionen für Vogelliebhaber ist der Quetzal aus der Familie der Trogone. Das leuchtend rot-grüne Gefieder und die langen Schwanzfedern der Männchen machen ihn zu einem der schönsten Vögel der Welt. Die Harpye, der geheimnisvolle König der Adler, ist noch in weit entlegenen Teilen von Corcovado beheimatet.
Tausende Wasservögel wie Silberreiher, Weiße Kuhreiher, Ibise, Rosa Löffler oder der weltweit größte Storch Jabiru leben in den Feuchtgebieten von Caño Negro, Palo Verde, Tortuguero und Loa Guatuzos. An den Küsten sind Pelikane, Brauntölpel und Fregattvögel allgegenwärtig.
Zu den Vögeln in Costa Rica gehören unter anderem 52 Waldsänger-, 22 Zaunkönig- und 50 Greifvogelarten, darunter vier Arten von Geiern.
Tierwelt Mittelamerikas - Amphibien und Reptilien in Costa Rica
220 Reptilien- und 160 Arten von Amphibien leben in Costa Rica, darunter 20 Giftfrösche, die durch knallige Gelb-, Grüne-, Rot- und Blaufärbungen auffallen. Am bekanntesten ist der Baumsteiger oder Pfeilgiftfrosch, dessen Gift auch bei Menschen zum Tod durch Atemlähmung führen kann. Viele Frösche, darunter die erst 1964 entdeckte Goldkröte, gelten heute bereits als ausgestorben.
Zu den 162 Schlangenarten in Costa Rica gehört auch die bis zu 60 Kilogramm schwere Würgeschlange Boa constrictor sowie gelb oder grün leuchtende Pythons. Mehrere giftige Schlangenarten leben in Costa Rica. Die meisten Bisse sind der bis zu zwei Meter langen Lanzenotter zuzuschreiben, sie verlaufen meist tödlich. Ebenfalls gefürchtet werden die Bisse der Korallennatter und des Buschmeisters.
Spitzkrokodile und Kaimane kommen am häufigsten im Feuchgebiet Caño Negro vor, wo sie die Flussufer in großer Anzahl säumen. Eine Gruppe bis zu sechs Meter langer Krokodile kann am Río Tárcoles von einer Autobrücke aus beobachtet werden.
Die größte Echse in heimische Costa Rica ist der grüne Leguan mit bis zu zwei Metern Länge. Dutzende kleinerer Arten huschen durch das ganze Land. Besonders beeindruckt der leuchtend grüne Helmbasilisk, der rasend schnell über Wasseroberflächen flitzen kann.
Fünf verschiedene Arten von Meeresschildkröten legen ihre Eier in Costa Rica ab.
Insekten in Costa Rica
Die Zahl der Insektenarten in Costa Rica wird auf über 35.000 geschätzt, doch müssen tausende Arten auch erst noch wissenschaftlich erfasst werden. Das größte Insekt in Costa Rica ist auch das größte der Erde – der bis zu 20 Zentimeter große Herkuleskäfer. Blattschneideameisen lassen sich im Nationalpark Rincón de la Vieja häufig beobachten. Sie sind eine von fast tausend Ameisenarten in Costa Rica.
Auch zehn Prozent aller Schmetterlingsarten flattern durch die costarikanischen Nationalparks. Der größte und wohl schönste ist der schillernd blaue Morpho-Falter mit bis zu 20 Zentimetern Flügelspannweite.
Tierwelt im Meer vor Costa Rica
Costa Rica grenzt an den Pazifik und an das karibische Meer mit der ganzen Vielfalt tropischer Gewässer. In der Karibik vor Cahuita und Manzanillo liegen mehrere Korallenriffe. Im Süden locken vor allem vorgelagerte Felsen Schwärme und Großfische an. Weißspitzenriffhaie, Manta- und Teufelsrochen sowie große Barsche sind nur einige der Passanten, die Taucher voll auf ihre Kosten kommen lassen. Die weit im Pazifik liegende Isla de Coco ist bekannt für die riesigen Hammerhaischwärme, die hier vor allem in der Regenzeit patrouillieren. Haie in Costa Rica sind insgesamt mit etwa 40 Arten vertreten.
Quellen
Bücher zum Thema
- Stefan Loose Travel Handbuch Costa Rica und Südnicaragua, DuMont Reiseverlag 2008, Autorin: Julia Reichardt, ISBN 978-3770161584
- National Geographic Traveller Costa Rica, National Geographic Society, Deutsche Ausgabe: G+J/RBA GmbH & Co KG, 3. aktualisierte Auflage 2005, ISBN 3-934385-74-5
