Von aalglatt bis Zickenkrieg: Wir sind uns dessen nicht bewusst, und doch führen wir sie ständig im Munde, die Tiere unserer näheren und weiteren Umgebung. Wir glauben deren Aussehen, Wesen und Verhaltensweisen zu kennen und übertragen diese auf den Menschen.

Tier-Metaphern

Eine Metapher ist ein bildlicher Ausdruck für einen Gegenstand, eine Eigenschaft oder ein Geschehen. Solche abgekürzten Vergleiche machen unsere Sprache lebendiger. Gern bedienen wir uns der Tiere, um abstrakte Begriffe oder menschliche Stärken und Schwächen anschaulich zu machen:

Wir schlendern im Schneckentempo über den Zebrastreifen oder rasen mit einem Affenzahn in Schlangenlinien über die Kreuzung. Wir sind ja keine Angsthasen, wer will schon ein Hasenfuß sein? Auch wenn er ein Spatzenhirn hat oder ein Pfennigfuchser ist oder ein komischer Vogel. Manche sichern sich den Löwenanteil, obwohl es eine Affenschande ist. Nachteulen sind oft auch Leseratten und achten darauf, dass das Buch keine Eselsohren bekommt. Mädchen haben Rehaugen, Schiffe Bullaugen, manche Männer leider einen Waschbärbauch und nicht genug Mäuse, um damit zu imponieren. Schwanengesang, Katzenkonzert, Brummbär - auch akustisch orientieren wir uns am Tier. Oder adjektivisch: affengeil, bärenstark, hundemüde, spinnefeind, stutenbissig, vogelfrei.

Tier-Vergleiche mit wie

Essen Sie wie ein Spatz (sehr wenig) oder schimpfen Sie manchmal wie ein Rohrspatz (heftig), brüllen wie ein Löwe (laut und gefährlich) und schlafen hinterher wie ein Murmeltier (lang und tief)? Manchen Menschen sagt man nach sie seien fett wie ein Otter, falsch wie eine Schlange und blind wie ein Maulwurf. Und dazu benehmen sie sich auch noch wie ein Elefant im Porzellanladen (sehr grob und ungeschickt). Dann stehen sie da wie der Ochs vorm Berg oder der Ochs vorm Scheunentor (völlig perplex). Lieber würden sie leben wie die Made im Speck (es sich sehr gut gehen lassen auf Kosten anderer), dann wären sie immer froh, wie der Mops im Haferstroh.

Redensarten mit Tieren

Haben Sie einen Frosch im Hals (die Stimme will nicht so recht) oder ist Ihnen eine Laus über die Leber gekrochen (etwas hat Sie gestört)? Besser man ist Hahn im Korb (bewundert und beliebt) und hat seine Schäfchen im Trockenen (seinen Vorteil gesichert). Dann schießt man den Vogel ab (steht im Mittelpunkt) und weiß, wie der Hase läuft (weiß Bescheid). Mal die Sau rauslassen (sich richtig austoben) oder lieber die Mücke machen (verschwinden) ? Machen Sie aber nie aus einer Mücke einen Elefanten (übertreiben Sie nicht) und tragen Sie keine Eulen nach Athen (tun Sie nichts Überflüssiges), denn bald pfeifen es die Spatzen von den Dächern (jedermann weiß es) und es fällt Ihnen wie Schuppen von den Augen (Sie sehen plötzlich klar). Mich laust der Affe, sagen Sie dann (Oje, was ist denn das!).

Haben Sie etwa Hummeln im Hintern (sind ungeduldig) und bekommen nichts geregelt? Macht nichts: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen (es geht nur in sehr kleinen Schritten voran). Vielleicht mal dorthin gehen, wo etwas los ist, denn da steppt der Bär. Sie sollen aber niemandem einen Bären aufbinden (ihn anlügen) oder ihm einen Bärendienst erweisen (einen Gefallen tun, der ihm nur Nachteile bringt). Sonst: Klappe zu, Affe tot. (Keine Chance mehr - jetzt ist es ganz aus.

Zum Schluss noch ein Sprichwort: „Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen." Man soll also nicht unsinnigerweise etwas riskieren, nur weil einem langweilig ist. Redensarten und Sprichwörter, in denen Katzen, Hunde und andere Haustiere vorkommen, kann man sich aber mal ansehen.