Der Beruf des Tierheilpraktikers

Die Ausbildung und Arbeitsweise eines Tierheilpraktikers.

Wie sollte eine optimale Ausbildung aussehen? Wie kann ich Pferden, Hunden und Katzen beruflich helfen? Arbeitsalltag einer Tierheilpraxis.

Die Arbeit eines Tierheilpraktikers ist sehr umfangreich und interessant.

Der Tierheilpraktiker versucht die in jedem Tier schlummernden Selbstheilungskräfte wieder zu mobilisieren oder zusätzlich zu unterstützen. Deshalb wird eine Krankheit nicht unterdrückt (siehe Fieber), sondern dem Körper die Hilfe gegeben „sich selbst zu heilen“. Ein weiteres, sehr spannendes Behandlungsgebiet ist die Psyche der Tiere, die ebenfalls mit Hilfe der natürlichen Behandlungs- methoden unterstützt und geheilt werden kann.

Seit mehreren Jahren ist die Zahl der Tierheilpraktiker stark angestiegen. Leider gibt es immer noch keine einheitliche Regelung bezüglich der Ausbildung.

Ausbildungskriterien für Tierheilpraktiker

Für jeden der sich für die Ausbildung zum Tierheilpraktiker interessiert hier einige wichtige Kriterien:

  • Kein Fernstudium - es sei denn die Praxis wird nebenher erlernt und es ist ein gewissen Grundwissen vorhanden. Nicht zu vergessen, die Überwindung des "Inneren Schweinehundes", denn dort liegt die größe Gefahr bei einem Fernstudium.
  • Mindestens 2 Jahre Ausbildung, entweder 1 x pro Woche oder Abendstudium
  • Durch die gestraffte Ausbildung ist es unerlässlich pro Woche 5 - 10 Stunden für Hausaufgaben einzuplanen
  • Mindestens 1 x pro Monat ein Tagespraktikum mit verschiedenen Tieren und Schwerpunkten
  • Wenn möglich zusätzliches Praktikum bei einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt
  • Tierpsychologie und Tiertherapie mit ganzheitlichen Methoden gehört zusammen und sollte nacheinander als Ausbildung belegt werden

Folgende Behandlungen sind Tierheilpraktikern nicht erlaubt:

- Operationen

- Geburtshilfe

- meldepflichtige Krankheiten

- Impfungen

Es ist möglich und erlaubt, durch Vor- und Nachbehandlung, die Heilung mit natürlichen Behandlungsmethoden zu unterstützen oder zu beschleunigen.

Ein Tierheilpraktiker sollte nicht nur gut mit Tieren umgehen können, sondern auch den Besitzern das entsprechende Verständnis entgegenbringen. Oft liegen die Ursachen von verschiedenen Krankheiten bei falscher Ernährung und Vermenschlichung des Tieres. Hier muss der Tierheilpraktiker mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, den Besitzern klar machen, dass die Nahrung und Lebensweise des Tieres umgestellt werden muss, damit es wieder gesund wird.

Wer nicht gut mit Menschen umgehen kann, hat in diesem Beruf kaum Chancen. Selbst wenn der Therapeut auf seinem Gebiet ein absolutes Genie ist, ohne die Verständigung mit dem Besitzer nützt das nicht viel, weil oft im direkten Umfeld umgedacht werden muss und verschiedene Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Zusammenarbeit von Tierheilpraktiker und Besitzer

Therapeut und Besitzer müssen Hand in Hand arbeiten, um die Tiere zu heilen

Hat ein Pferd Muskelverspannungen, weil der Reiter immer wieder nach vorne fällt oder der "super teure Sattel" nicht passt, wird weder ein Tierarzt, noch ein Tierheilpraktiker dem Pferd helfen können.

Kolik anfällige Pferde, die ständig Stress ausgesetzt werden, durch Turniere, Wanderritte, ständiger Wechsel in der Herde, können ebenfalls nicht durch Medikamente geheilt werden, wenn der Auslöser nicht abgestellt wird.

Epilepsie beim Hund aufgrund Hormonstörung geht nicht durch ein paar Globuli weg, wenn nicht die Grundstörung beseitigt wird.

Genauso wenig wird eine degenerierte Leber mit natürlichen Behandlungsmethoden gerettet, denn ein Tierheilpraktiker ist kein Wunderheiler.

Eine Bronchitis aufgrund von Zwingerhaltung kann nicht geheilt werden, wenn das Tier weiterhin Zugluft ausgesetzt ist.

Einsatz verschiedener ganzheitlicher Therapien

In der Praxis kommt die Homöopathie, Bachblütentherapie, Kristall-Zell-Therapie, Aromatherapie, Phytotherapie, Reiki, Dorn/Breuss-Therapie, Akupunktur und Akupressur und einige andere mehr zum Einsatz.

Ein Irrtum, der sich leider hartnäckig hält, ist das ein Tierheilpraktiker nur chronische Krankheiten behandeln kann. Bis auf die o.g. nicht erlaubten Behandlungen kann die Natur mit ihrer ganzheitlichen Therapie fast überall eingesetzt werden.

Da jeder Tierheilpraktiker sich auf auf ein bis drei Tierarten spezialisiert oder nur auf ein Behandlungsgebiet, sollten sie darauf achten einen Therapeuten zu finden der die passende Ausbildung nachweisen kann.

Es gibt Tierhomöopathen die nur mit homöopathischen Mitteln arbeiten oder Bachblüten-Therapeuten für Tiere, aber auch Tierheilpraktiker für Hunde, Katzen, Pferde, Kleintiere oder Exoten, die wider um die ganze Palette der natürlichen Behandlungsmethoden in die Therapie mit einbeziehen.

Dass die natürlichen Behandlungsmethoden erfolgreich sind, zeigen die viele gesunden Tiere, die geheilt wurden.

Claudia Stein, Claudia Stein

Claudia Stein - 1996 - 1999 Ausbildung zur Tierheilpraktikerin mit Diplom 1996 - 2000 Ausbildung zur Kynologin und ...

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