
- Fährte im Schnee - Pascal Witry
Fährten-Fotos werden immer wieder im Rahmen der Nachwuchsschulung, bei didaktischen Vorträgen, in waidmännischen Büchern und anderen Kontexten benötigt. Grund genug also, sich mit diesem waidmännischen Thema genauer zu beschäftigen und vielleicht mit den eigenen Kindern zu einer Fotopirsch ins Revier aufzubrechen.
Geeignetes Fotomaterial zum Fotografieren von Tierspuren
Wer beim Revierrundgang gefundene Fährten oder Verbissspuren fotografieren will, braucht dazu eigentlich sehr wenig Fotomaterial. Eine gute digitale Kompakt-Kamera, bei der die Belichtungseinstellungen beeinflusst werden können, reicht oft schon aus. Eine digitale Spiegelreflex-Kamera mit einem Standard-Zoom-Objektiv von 35-80 mm oder einem Standardobjektiv von 50 mm ist für die meisten Aufnahme-Situationen geeignet. Gewichtsersparnis ist ohne Zweifel bei längeren Märschen im Revier von grundlegender Bedeutung. Die Mitnahme einer großen Fototasche ist daher nicht empfehlenswert. Meist passt das Material gut verpackt und vor Stößen geschützt noch in den eigenen Jagd-Rucksack oder sogar in eine große Jackentasche.
Fotografie von Fährten im Schnee
Wer in seinem Revier Fährten fotografieren möchte, wird meist schnell fündig. Besonders entlang von Gräben, in Senken oder im Umfeld der vom Wild aufgesuchten Äsungsflächen und Wasserstellen, zeichnen sich Fährten aufgrund der Feuchtigkeit dieser Orte besonders gut ab. Fährten innerhalb der Gräben oder Bächen sind weniger geeignet zum Fotografieren, da sie oft voll Wasser laufen. Das in den Fährtenabdrücken stehende Wasser führt dann zu Reflexionen. Durch einen vor das Objektiv geschraubten Polfilter können die Reflexionen des Wassers jedoch gemindert werden.
Beste Bedingungen für die Fotopirsch
Fährtenbilder gelingen besonders gut bei sonnigem Wetter, da durch das helle Licht die dadurch schnelleren Belichtungszeiten das Risiko einer verwackelten Aufnahme mindern. Die beste Zeit zum Fotografieren ist vormittags und nachmittags. Die Sonne steht dann nämlich etwas tiefer am Horizont, so dass das Licht schräg in die Fährtenabdrücke fällt. Dadurch entstehen leichte Schatten an deren Rand, welche für mehr Relief sorgen. Das Bild gewinnt dadurch eindeutig an Aussagekraft und Tiefe.
Das in der Urlaubs-Fotografie übliche Fotografieren mit der Sonne im Rücken ist oft unangebracht. Es mangelt der Aufnahme nachher an Relief und des Waidmanns Schatten fällt oft auf die Fährte. Aus Sicht des Autors liefert das Fotografieren von steil oben herab in Richtung Sonne die besten Resultate. Dabei sollte jedoch die Sonnenblende des Fotoapparats benutzt oder die Hand schützend neben das Objektiv gehalten werden, um zu verhindern, dass einfallende Sonnenstrahlen zu Belichtungsstörungen führen.
Belichtung der Fährtenbilder
Normalerweise kann der Waidmann die Belichtungseinstellungen komplett der Programmautomatik seiner Kamera überlassen. Um die Aufnahme von vorne bis hinten möglichst scharf zu kriegen, sollte die Programmautomatik für Makroaufnahmen genutzt werden. Durch diese Wahl wird die Belichtungszeit oft jedoch verlängert, so dass die Verwacklungsgefahr steigt. Besonders im Winter zittern einem oft die von der Kälte klammen Finger, was zu verwackelten Bildern führen kann.
Korrekte Belichtung bei Fährten auf Schnee und dunklem Boden
Der Belichtungsmesser einer Kamera neigt oft zu einem leicht grau oder bläulich wirkenden Bild. Als Abhilfe kann bei Schnee eine Belichtungskorrektur von +1/3, +1/2 bis +1 als Blendnstufe eingestellt werden. Bei dunklem Boden neigt die Belichtungsautomatik zu leicht ergrauten Bildern. Hier empfiehlt sich die gleiche Korrektur im Minusbereich. Da die exakte Korrektur in beiden Fällen schwer vorherzusagen ist, empfiehlt sich die Belichtung mehrerer Bilder mit leicht veränderten Einstellungen.
Zur korrekten Belichtungsmessung in oben genannten Fällen empfiehlt sich von vornherein das Anvisieren der eigenen unbedeckten Handfläche als Referenz-Grauwert. Korrekturen in der Belichtung werden dann oft nicht mehr nötig. Den eigenen Schatten oder eine gerade vor die Sonne tretende Wolke sollte man während der Messung vermeiden, da dies zu Fehlbelichtungen führt.
