Selbst in unserer aufgeklärten Gesellschaft mit hohen moralischen Werte und trotz diverser Tierschutzgesetze leiden viele Tiere noch unter grausamen Umständen qualvolle Leben und Tode.

Eine der vielen Möglichkeiten, seinen Beitrag zum Tierschutz zu leisten, ist, tierversuchsfreie Kosmetika zu benutzen. Das hört sich leichter an, als es ist, denn meist sind solche Informationen nicht auf den Artikeln vermerkt. Im folgenden sollen führende Konzerne dekorativer Kosmetika benannt werden, die sich öffentlich zu oder gegen Tierversuche in ihren Produkte bekannt haben.

Konzerne ohne Tierversuche

Ganz vorne in der tierversuchsfreien Kosmetik stehen Hersteller von Naturkosmetika wie Dr. Hauschka, Alva Naturkosmetik, Alverde Naturkosmetik, Annemarie Börlind, Grüne Erde, Lavera, Weleda

dm - Weder der Drogeriemarkt noch seine Vorlieferanten führen bei der Produktion und Entwicklung ihrer Artikel (z.B. Balea oder Alverde) Tierversuche durch. Getestet werden die Produkte von unabhängigen Labors an freiwilligen Testpersonen.

p2 Cosmetics - Die Discount-Marke testet lediglich mittels Epicutantest (= allergologische Austestung mit Hauttests) und fügt ihren Produkten keinerlei tierische Rohstoffe bei.

Paul Mitchell - Die Produkte des Haarstylisten, sowie ihre Inhaltsstoffe, sind durchweg nicht an Tieren getestet. Dies versichert der Hersteller auch auf seiner Verpackung.

Dr. Scheller - Der Konzern bestätigt, dass die gewerbsmäßig in Verkehr gebrachten Produkte der Manhattan-Reihe nicht an Tieren getestet wurden. Die Hautverträglichkeit wird unter anderem mittels Epicutantest von Haut- und Augenärzten überprüft. Die Firma sagt aus, dass sie sich an der aktuellen Gesetzgebung orientiert, nach welcher das Tierversuchsverbot erst Ende 1997 auf alle kosmetischen Produkte und 2001 auf alle Rohstoffe erweitert wurde. Mit zur Dr. Scheller-Pallette gehören die Firmen Manhattan, durodont, Premium Cosmetics und bei ALDI vertreten durch Friscodent und Lacura.

Astor (von Coty) - Die Astor-Produkte der Firma Coty sind laut Konzernaussage nicht an Tieren getestet. Das sagt allerdings nichts über die restliche Produktpalette von Coty aus.

Weitere bekannte Firmen, die der Tierschutzorganisation PeTA schriftlich zugesichtert haben, keine Tierversuche für ihre Produkte und Inhaltsstoffe durchzuführen:

Avon, Annemarie Börlind, Chanel, Clarins, Clinique, Donna Karan, Estée Lauder, M.A.C. Cosmetics, Nu Skin, Revlon, Tommy Hilfiger u.a.

Eine umfangreiche Liste mit tierversuchsfreien Kosmetikherstellern beinhaltet die Seite von Go Cruelty Free.

Konzerne, die weiterhin Tierversuche durchführen

L'Oreal - Als weltweit größtes Kosmetikunternehmen sieht sich der Konzern in der Verantwortung Spitzenreiter bei alternativen Testmethoden zu sein. Seit über 20 Jahren wird in den L'Oreal-Labors an der Entwicklung tierversuchsfreier Testverfahren gearbeitet, seit 1989 wird komplett auf Tierversuche der kosmetischen Fertigprodukte verzichtet - jedoch nur der Fertigprodukte! Der Konzern bestätigt allerdings neue Rohstoffe von anderen Herstellern im Tierversuch zu testen.

Dies gilt auch für sämtliche Tochterunternehmen, wie z.B. Biotherm, Diesel, Garnier, Armani, Helena Rubinstein, Kerastase, LancomeMaybelline, Redken, Vichy, Viktor & Rolf, Ralph Lauren, La Roche-Posay.

Zwar erhielten L'Oreal-Forscher kürzlich den "Prix Amalthée", verliehen vom französischen Tierschutzbund, welcher jedoch aufgrund der Tatsache, dass Rohstoffe an Tieren getestet werden, an Glaubwürdigkeit verliert.

Beiersdorf - Der Hersteller von Nivea und Co. hat sich gegen die Durchführung von Tierversuchen bei seinen Produkten ausgesprochen. Die Kosmetika werden u.a. an Zellkulturen und freiwilligen Testpersonen erprobt. Allerdings möchte Beiersdorf nicht auf das Testen der Rohstoffe an Tieren verzichten.

Henkel - Der Hersteller von Schwarzkopfs "3-Wetter-Taft" oder Poly Swing bestätigt, sich um alternative Testmethoden zu bemühen und diese teilweise bereits anzuwenden. Allerdings sieht er Tierversuche immer noch als unumgänglich an.

Procter & Gamble - Die von Tierschützern in den 90er Jahren ins Leben gerufenen Skandale über skrupellose Tierversuche des Konzerns zeigten wohl ihre Wirkung: Procter & Gamble berichtet, in den letzten Jahren 150 Millionen $ in die Entwicklung alternativer Testmethoden investiert zu haben. Anscheinend ist dies nicht genug, denn die Firma hält Tierversuche noch immer für ein notwendiges Verfahren bei der Kosmetikherstellung.

Tierversuche in der Medizin sind für den Verbraucher schwieriger zu umgehen, doch im kleinen Rahmen kann auch hier jeder etwas dagegen tun.