
- Majestätischer Tiger - M. Rottmann
Nach dem chinesischen Horoskop beginnt das „Jahr des Tigers“. Zufällig oder nicht, kürzlich trafen sich asiatische Regierungsvertreter und Tierschützer aus 13 Ländern in Thailands beliebten Seebad Hua Hin. Nach einer allgemeinen Bestandsaufnahme warnten sie dringend vor dem Aussterben dieser edlen Großkatze. Es soll nur noch ca. 350 Tiger in Südostasiens freier Wildbahn geben, das entspräche einem Rückgang von 70 % innerhalb der letzten 12 Jahre. Zum einen spielt der schwindende natürliche Lebensraum eine Rolle, aber auch Wilderer sind verantwortlich zu machen. Ein kritischer Punkt ist erreicht und die Konferenz diente auch dazu, geeignete Maßnahmen zum effektiveren Schutz dieser bedrohten Großkatze zu ergreifen.
Asiens Tiger sollen sich wieder ungestört vermehren können
Es war das erste Treffen dieser Art und man gelangte zu der Übereinstimmung gemeinsam die drohende Ausrottung, dieser größten aller lebenden Raubkatzenarten, verhindern zu können. Die Konferenzteilnehmer kamen aus Bangladesch, Birma, Bhutan, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Nepal, Russland, Thailand und Vietnam.
Alle Teilnehmer waren sich einig. Man will und muss das Überleben der Tiere in freier Wildbahn sichern, ihre Möglichkeiten einer natürlichen Vermehrung durch ausreichend großen und ungestörten Lebensraum verbessern, und den Wilderern effektiver das blutige Handwerk legen. In einem gemeinsam erarbeiteten, schriftlichen Entwurf strebt man eine Verdoppelung der Zahl frei lebender Tiger bis zum Jahr 2022 an. Außerdem sollen in noch bestehenden Lebensräumen keine Straßen oder Brücken gebaut werden. Ein dauerhaftes Verbot des Handels mit Tigerteilen gehört ebenfalls zu den vorgeschlagenen Maßnahmen.
Im kommenden September soll bei einem Treffen im russischen Wladiwostok, die gemeinsame Erklärung von offiziellen Vertretern aller teilnehmenden Länder unterzeichnet werden.
Nicht nur Thailands Tigerzoos sind vorbildlich
Thailand wurde, mit einer Regierung die entschlossen handelt, als Vorbild genannt. Hier wird der durch Rodung teilweise zerstörte Lebensraum wieder aufgeforstet und man geht entschlossen gegen Wilderer und den Handel mit Tigerteilen vor.
Wer als Tourist nach Thailand kommt kennt Tiger vor allem aus speziellen Tigerzoos. Hier werden sie sehr erfolgreich gezüchtet, sind von klein auf an Menschen und deren Geruch gewöhnt und posieren geduldig, zusammen mit den Besuchern, als Fotomodell. Wenn sie älter werden leben sie mit ihren Artgenossen in großen, ihrem natürlichen Lebensraum nachempfundenen, Gehegen.
Eine wichtige Aufgabe dieser Zoos ist es, den Besuchern diese unverwechselbare Raubkatze näher zu bringen, dadurch ins Bewusstsein zu rücken und auf diese Weise etwas Werbung für sie zu machen. Das gelingt wirklich gut, ein Tag im Tigerzoo ist für die ganze Familie unvergesslich. Unter Aufsicht eines Pflegers können die ganz jungen Tiere mit der Milchflasche gefüttert werden, man kann mit ihnen spielen oder ihrem typisch lustigem Katzentreiben einfach nur zuschauen.
