Tim Hetherington ist tot – der Fotojournalist starb in Libyen

Tim Hetherington 2002 in Angola - Michael von Bergen | vonbergen.net
Tim Hetherington 2002 in Angola - Michael von Bergen | vonbergen.net
Anfang diesen Jahres wurde ein Film des britischen Journalisten und Dokumentarfilmers Tim Hetherington für den Oscar nominiert. Jetzt starb er in Libyen.

Am 20. April 2011 wurde Tim Hetherington in der umkämpften Stadt Misurata bei einem Artillerieangriff von Gaddafis Truppen getötet. Noch am Dienstag twitterte der britische Kriegsreporter aus Libyen: „Ich bin in Misurata“. Er berichtete über andauernden Beschuss der Stadt. „Von der NATO nichts zu sehen“.

Der engagierte Fotograf hielt sich mit drei Kollegen nahe der Front auf. Bei den drei anderen Reportern handelte es sich um den US-Amerikaner Christ Hondros, den Briten Guy Martin und den Franzosen Andre Liohn. Alle drei wurden teilweise schwer verletzt. Chris Hondros erlag inzwischen laut einer Mitteilung der „New York Times“ ebenfalls seinen Verletzungen.

Zwei tote und zwei verletzte Reporter

Der leichter verletzte Andre Liohn wurde zusammen mit dem schwer verletzten Hetherington in ein Krankenhaus eingeliefert. Hetherington starb nur 15 Minuten nach seiner Einlieferung in das Lazarett an seinem hohen Blutverlust. Liohn war der Erste, der die traurige Nachricht vom Tod Hetheringtons verbreitete. Er postete sie in seinem Account bei facebook. Die Todesmeldung wurde am Mittwoch von Hetheringtons Agentin Johanna Ramos Boyer und der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigt, in deren Auftrag der Fotograf häufig gearbeitet hat.

Geboren wurde Tim Hetherington 1970 in der britischen Stadt Liverpool. Tätig war er in den letzten Jahren in New York als Fotograf unter anderem für das Magazin „Vanity Fair“. Seine Reportagen und Dokumentarfilme führten ihn in fast alle Krisenregionen der Welt.

Armut, Krieg und Globalisierung waren die Themen Hetheringtons

Hetherington widmete sich nach seinem Fotojournalismus-Studium hauptsächlich den Folgen von Armut, Globalisierung und Konflikten. Er zeigte in schonungslosen, emotionalen Bildern die Schrecken des Krieges. So begleitete er im Irakkrieg amerikanische Soldaten im Einsatz und dokumentierte die Folgen des Tsunamis 2004 in Südostasien. Aber auch in Afrika und New York war er als Fotoreporter unterwegs. In Manhattan widmete er sich der Straßenfotografie, in Afrika war immer wieder die Armut sein Thema. Seinen aktuellen Einsatz im libyschen Bürgerkrieg bezahlte er jetzt mit dem Leben.

Oscar-Nominierung für den Dokumentarfilm „Restrepo“

Als Filmproduzent und Kameramann drehte er 2004 einen sehenswerten Film über den Bürgerkrieg in Liberia: „Liberia: an Uncivil War“. Sein letzter Dokumentarfilm zeigt das Leben von Soldaten einer militärischen Einheit im Osten Afghanistans. Er trägt den Titel „Restrepo“ und wurde im Januar 2011 beim Sundance Film Festival in Park City (Utah) als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Außerdem wurde der Film für den Oscar nominiert.

2007 wurde Hetherington mit dem renommierten World-Press-Photo auf the Year ausgezeichnet. Mehrfach belegten Fotos von Hetherington vordere Plätze beim „Pressefoto des Jahres“: in den Jahren 2000, 2002 und 2007. 2008 wurde er mit dem „Rory Peck Award für Featues“ geehrt und 2009 errang er den „Dupont Award“.

Tim Hetherington hat mit seinen eindrucksvollen Bildern und Dokumentarfilmen den Menschenrechten einen großen Dienst erwiesen. Die Nachricht von seinem viel zu frühen Tod hat alle, die ihn kannten, schwer erschüttert. Tim Hetherington wurde nur 41 Jahre alt.

Quellen und weiterführende Informationen:

Martina Berg, Antje Lindert-Rottke

Martina Berg - Geboren wurde ich 1959 in Alverdissen, einem kleinen Flecken im wunderschönen Lipperland (das liegt im nordöstlichen Zipfel ...

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