"Tiny Wings" erobert den AppStore

Das iPhone als Plattform für Apps - © Harald Wanetschka / PIXELIO'
Das iPhone als Plattform für Apps - © Harald Wanetschka / PIXELIO'
Nach der Euphorie um die "Angry Birds" bietet die iPhone-App "Tiny Wings" eine Abwechslung an der Spitze der AppStore-Charts.

Apps sind kleine Programme und Spiele für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs. Seit einiger Zeit schon stellen Apps immer wieder neue Download-Rekorde auf, ganze Unternehmen verdienen Millionen von Euro ausschließlich durch den Verkauf von Apps. Eines der Erfolgsrezepte ist die sehr unkomplizierte Beschaffung: In früheren Tagen musste man einen das Spiel beinhaltenden Datenträger bei einem Computerhändler kaufen, das Spiel zu Hause auf dem Computer installieren, und erst dann konnte man loszocken. Heutzutage geht man mobil ins Internet, lädt sich eine App auf sein Smartphone, und wenige Minuten später kann man mit dem Spielen beginnen.

Der riesige Erfolg von Apps

Der größte Vorteil von Spielen für Smartphones liegt allerdings in dem Gerät begründet, mit dem es betrieben wird: dem iPhone, dem Samsung Galaxy oder wie diese hosentaschengroßen Wunderwerke alle heißen. Man hat sie immer dabei, und wenn man an der Bushaltestelle mal fünf Minuten warten muss, startet man ein kleines Spiel, und die Zeit vergeht wie im Flug. Apropos Flug: Dieses Thema scheint ein Erfolgsrezept für erfolgreiche Apps zu sein. Ein Überflieger des Jahres 2010 in Apples Online-Marktplatz, dem AppStore, war „Angry Birds”, ein Spiel der finnischen Firma Rovio, das sich mehrere Millionen Male verkaufte und über Monate die Spitze der Bestsellerlisten für Apps belegte. Die simple Idee des Spiels ist es, Vögel mit einem Katapult in ein Konstrukt aus Glas- und Holzsteinen zu schießen, dieses zu zerstören und dabei die sich darin versteckenden Schweine zu treffen, die ihre Eier geklaut haben. Die simple, aber süchtig machende Grundidee sowie ständige Updates mit neuen Levels und Innovationen hielt die Fangemeinde am Spielgerät.

Der neue Überflieger: „Tiny Wings”

Im Februar 2011 wurde „Angry Birds” allerdings an der Spitze der iTunes-Charts für Apps abgelöst, und zwar von einem Spiel des deutschen Entwicklers Andreas Illiger: „Tiny Wings”. Auch hier ist die Spielidee so simpel wie genial: Man steuert einen kleinen Vogel mit noch kleineren Flügeln durch eine Hügellandschaft. Der Vogel kann nicht fliegen, und man muss ihn so steuern, dass er die Rücken der Hügel als Sprungschanze nutzen und sich in immer größere Höhen aufschwingen kann. Landet er falsch, geht sein Schwung verloren, und man muss wieder von neuem Fahrt, oder besser: Flug, aufnehmen. Gesteuert wird mit einem Finger, den man immer dann die Oberfläche des iPhones berühren lässt, wenn der Vogel sich im Sturzflug in Richtung Hügellandschaft bewegen soll. Berührt er die Wolken, erhält man Extrapunkte, ist man nicht schnell genug, holt einen die Nacht ein, man schläft ein, und die Runde ist beendet.

Seine Langzeitmotivation erhält man durch immer neue Herausforderungen, wie eine bestimmte Anzahl von Wolkenberührungen. Besonders sehenswert wird „Tiny Wings” dadurch, dass sich der Look des Spiels ändert, je weiter man kommt, da man nach einer bestimmten Spieldauer immer wieder eine neue Insel erreicht. Ebenso liebevoll wie die Grafik ist die Soundkulisse gestaltet, durch eine dezente musikalische Untermalung und niedliche Geräusche, die der Vogel von sich gibt. Alles in allem kann man erstaunt sein, wie eine so simple Idee mit einer perfekten technischen Umsetzung zu einem so großartigen Spiel werden konnte.