Tipps für das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen

Digitalkamera - Maren Wagner
Digitalkamera - Maren Wagner
Ob mit Blitz oder ohne, meist schaffen bereits wenige Tricks Abhilfe bei verwackelten oder aufgrund zu intensiven Blitzlichts unnatürlich wirkenden Bildern.

Das vorhandene Licht wirkt gerade bei Personenaufnahmen natürlich und schmeichelnd. Praktisch, wo es doch kostenlos zur Verfügung steht, nur leider nicht immer in ausreichenden Mengen.

Wer kennt das Problem nicht? Bilder von Familienfeiern oder Partys, die während der Dämmerung draußen oder in Innenräumen aufgenommen worden und entweder verwackelt sind, weil man die wirkliche Lichtstimmung einfangen wollte oder eben eine durch den Blitz verursachte, sehr unnatürliche Lichtsituation mit Schlagschatten und roten Augen aufweisen.

Bei digitalen Spiegelreflex- oder Bridgekameras besteht die Möglichkeit wie in der analogen Fotografie den Film bzw. die Filmempfindlichkeit, Einstellungen bezüglich der Sensorempfindlichkeit vorzuwählen, um zu besseren Bildern bei ungünstigen Lichtverhältnissen zu gelangen, aber auch mit digitalen kompakten Kleinbildkameras ohne manuelle Funktionen können annehmbare Ergebnisse erzielt werden.

Ohne Blitz bei schlechten Lichtverhältnissen

Auch bei digitalen Sucher-Kameras ist es möglich, den Blitz auszustellen, um das natürliche Umgebungs-Licht zu nutzen und auch ohne Stativ ist es kein Problem, scharfe Bilder zu erzielen. Wenn bereits längere Belichtungszeiten nötig sind bzw. Ihnen die Kamera diese vorgibt, suchen Sie sich einfach einen festen Standort für die Kamera: eine Mauer, ein Geländer oder stützen Sie sich auf die Schulter von jemandem. Ruhiges, gleichmäßiges Atmen trägt dazu bei, nicht unnötig beim Auslösen des Verschlusses zu verwackeln.

Bei der Fotografie von Menschen, in Kombination mit längeren Belichtungszeiten, mit der Ausnahme, dass Sie um Stillhalten gebeten haben, wird jedoch auch ein improvisiertes Stativ nicht viel nützen. Dennoch können stimmungsvolle Bilder erzeugt werden, denn auch eine Bewegungsunschärfe der Partygäste innerhalb scharfer Umgebung kann zusätzlich Spannung erzeugen.

Hohe Sensorempfindlichkeit und kurze Belichtungszeiten

Wenn Sie eine digitale Spiegelreflex- oder auch eine Bridgekamera besitzen, welche manuelle Einstellungen zulässt, fotografieren Sie mit hoher Sensorempfindlichkeit. Hierbei ist zu beachten, dass je höher die Empfindlichkeit des Sensors eingestellt ist, desto höher ist auch das Bildrauschen. Dunkle Bereiche werden stark körnig, sehr helle Bereiche „fressen aus“, das heißt, sie enthalten reines Weiß und keine Bildinformationen mehr.

Dennoch eignet sich die Einstellung einer hohen ISO oder ASA-Zahl z.B. gut für Familienbilder in Innenräumen, wenn mit vorhandenem Licht gearbeitet werden möchte, denn hierbei sind immer noch ausreichend kurze Verschlusszeiten möglich, um verwackelte oder verschwommene Bilder zu vermeiden.

Mit Blitz bei schlechten Lichtverhältnissen

Manchmal besteht die einzige Möglichkeit darin, Personen bei wenig Licht scharf abzubilden, indem man mit Blitz fotografiert. Verwackelte oder verschwommene Bilder werden so vermieden und das Fotomotiv, wie gewünscht, gut ausgeleuchtet, doch wirkt Blitzlicht, gerade wenn in Innenräumen genutzt, sehr grell und unnatürlich, Farben werden oftmals verfälscht. Ein Stück Taschentuch, das mit etwas Klebeband über dem internen Blitz der Kamera befestigt wird, sorgt für weicheres Licht; wählen Sie zusätzlich die Funktion zur Reduzierung von roten Augen und achten Sie darauf, dass sich keine Personen in unmittelbarer Nähe zur Kamera aufhalten, um Überbelichtung zu vermeiden. Um störende Reflexionen des Blitzlichtes auf dem Bild zu verhindern, sollten sich keine spiegelnden Flächen in der direkten Umgebung zu den zu fotografierenden Personen befinden.

Weitere Optionen für Kameras mit manuellen Modi

Bei Kameras, die auch einen manuellen Modus besitzen, bieten sich weitere Möglichkeiten an, wie beispielsweise die Regulation der Stärke des internen Blitzes. Ein manueller Weißabgleich kann helfen, eine wärmere oder neutrale Tonung zu erreichen und die kühle, künstliche Atmosphäre des Blitzes zu mindern.

Zu guter Letzt ist die teuerste, aber auch beste und professionellste Variante die Wahl des lichtstarken Objektivs, welches einem dank einer möglichst großen Blendenöffnung, auch bei wenig Licht kurze Belichtungszeiten ermöglicht.